Mehr Parkplätze, dafür weniger Grün: Die geplante Neuordnung am Bardohaus sorgte im Fuldaer Bauausschuss für Diskussionen – am Ende stimmte eine Mehrheit für das Vorhaben. - Archivfoto: O|N

FULDA Diskussionen im Ausschuss

Mehr Parkplätze am Bardohaus: Dafür sollen Bäume weichen

26.08.26 - Mehr Stellplätze, dafür weniger Grün: Die geplante Neuordnung des Parkplatzes am Bardohaus hat am Dienstagabend im Ausschuss für Bauwesen, Stadtplanung, Klimaschutz und Mobilität für Diskussionen gesorgt. Der Eigentümer möchte das Parkplatzangebot auf Wunsch seiner Mieter erweitern. Dafür müssten allerdings auch Bäume gefällt werden.

"An diesem Projekt beraten wir schon sehr lange", erklärte Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) im Ausschuss am Dienstag. Kritik an der Neuordnung der Parkplatzsituation am Bardohaus kam vor allem von Ute Riebold (Die PARTEI). Sie kenne die Situation vor Ort gut und könne den Bedarf nicht nachvollziehen. "Ich gehe dort sehr oft einkaufen. Ich habe noch nie gesehen, dass der Parkplatz überfüllt ist", sagte sie. Problematisch sei zudem der Eingriff in Grünflächen, die bereits als Ausgleichsflächen gedient hätten. "Einen Baum kann ich nicht durch die Anpflanzung eines neuen Baumes ersetzen."

Stadtbaurat Daniel Schreiner erläuterte den aktuellen Stand der Planungen rund ...Fotos: Martin Engel

Im Fuldaer Bauausschuss standen am Dienstagabend mehrere Stadtentwicklungsprojekte ...

Alle Fotos: Martin Engel

Peter Bleuel (CDU) hielt dagegen. "Situationen verändern sich. Wir sollten dem Investor die Möglichkeit geben", sagte er. Der Ausschuss nahm den Beschluss schließlich mehrheitlich an.

Ausschussvorsitzender Michael Ruppel würdigte die Arbeit der Mitarbeiter der Fuldaer ...

Unterkunft für Wohnungslose im Münsterfeld

Ein weiterer Punkt war die Änderung des Bebauungsplans für den Gewerbepark Münsterfeld. Dort soll in einem bestehenden Gebäude künftig eine betreute Unterbringung für Wohnungslose ermöglicht werden. Dabei geht es vor allem um Notunterkünfte. Jeweils zwei Einzelappartements können bei Bedarf zu einer größeren Einheit für Familien zusammengelegt werden.

Stadtgärtnerei-Leiter Stefan Arnold führte die Ausschussmitglieder durch die ...

"Wir brauchen ein konzentriertes Angebot mit Betreuung vor Ort", erklärte Schreiner. Aus Sicht der Stadt sei der Standort dafür geeignet. Ute Riebold äußerte allerdings Bedenken wegen einer möglichen Stigmatisierung, wenn Bewohner die Adresse etwa bei Bewerbungen angeben müssten. Der Ausschuss empfahl der Stadtverordnetenversammlung den Beschluss einstimmig.

Rundgang durch die Stadtgärtnerei

Begonnen hatte die Sitzung mit einer Besichtigung der Stadtgärtnerei in der Ernst-Barlach-Straße. Leiter Stefan Arnold führte die Ausschussmitglieder über das Gelände und stellte unter anderem das neue Gewächshaus vor. Insgesamt sind dort rund 1.800 Quadratmeter neue Gewächshausfläche entstanden.

Die Arbeit der Stadtgärtnerei ist später im gesamten Stadtgebiet sichtbar. Jährlich werden dort rund 150.000 Pflanzen ausgegeben. Arnold gab zudem einen Einblick in die Geschichte des Geländes und die tägliche Arbeit der sechs Mitarbeiter.

"Ich bin dankbar, dass die Stadt hinter uns steht", sagte er. Mit der neuen Anlage sei die Stadtgärtnerei langfristig gut aufgestellt: "In dieser Anlage können wir noch die kommenden Jahrzehnte arbeiten." Ausschussvorsitzender Michael Ruppel würdigte die Arbeit der Mitarbeiter ebenfalls. "Unsere Stadt ist bunt. All das entsteht hier in der Stadtgärtnerei", sagte er. Vieles davon werde von den Bürgern als selbstverständlich wahrgenommen.

Klimaschutz und Wärmeplanung

Im weiteren Verlauf stellte Klimaschutzmanagerin Jessica Stoll den zweiten Umsetzungsbericht zum integrierten Klimaschutzkonzept vor. Unter anderem sollen Gewerbegebiete klimafreundlicher werden, außerdem sind branchenspezifische Energieeinsparkampagnen vorgesehen.

Seit Anfang März arbeitet die Stadt zudem an einem Klimaanpassungskonzept. Sebastian Kupski von der INKEK GmbH erläuterte das Vorgehen. "Wir tasten uns heran - von der Region bis hin zum konkreten Baum", sagte er. Wichtig sei dabei die Beteiligung der Bürger: "Wir müssen die Öffentlichkeit mitnehmen - auch, um Akzeptanz zu schaffen."

Auch die kommunale Wärmeplanung war Thema. Marcel Ciré vom Planungsamt stellte den aktuellen Stand vor und brachte die zentrale Frage auf den Punkt: "Was ist der Weg für Fulda?" (Constantin von Butler) +++


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