06.09.26 - Mit einem historischen Ergebnis hat die AfD die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntagabend klar für sich entscheiden können. AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel bezeichnete das Wahlergebnis als "Regierungsauftrag". Noch am Wahlabend äußerten sich zahlreiche lokale Politiker zu dem Wahlergebnis.
Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein äußerte sich auf X (ehemals Twitter) zum Wahlabend. In einem kurzen Statement dankte er Spitzenkandidat Sven Schulze und der CDU Sachsen-Anhalt für den starken Wahlkampf. Ferner betonte er, dass man "mit dem Votum der Wähler verantwortungsvoll" umgehen müsse.
AfD-Bundestagsabgeordneter Pierre Lamely spricht von "Erdrutschsieg"
Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Pierre Lamely hat das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als Erdrutschsieg für die AfD bezeichnet. Nach der 18-Uhr-Prognose der ARD kommt die AfD auf 44,5 Prozent und erzielt damit ihr historisch stärkstes Ergebnis in dem Bundesland. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze liegt deutlich dahinter.

Der Fulder Bundestagsabgeordnete der AfD Pierre Lamely versteht das Wahlergebnis ...Archivfoto: Moritz Pappert / Katherina Geppert
"Fast 45 Prozent in der ersten Prognose, das ist ein Erdrutschsieg", erklärte Lamely am Sonntagabend. "Die Menschen in Sachsen-Anhalt haben nicht einfach aus Protest gewählt. Sie haben gewählt, weil sie von der Alternative für Deutschland regiert werden wollen. Wer dieses Ergebnis weiterhin als Denkzettel kleinredet, hat den Kontakt zu den Wählern endgültig verloren."
Lamely erwartet Folgen weit über Sachsen-Anhalt hinaus. "Dieses Ergebnis wird Schockwellen durch die ganze Republik schicken, bis in die Parteizentralen der Altparteien nach Berlin", so der Abgeordnete. Am morgigen Montag endet für den Deutschen Bundestag die Sommerpause. "Ich bin sehr gespannt auf die Gesichter der Kollegen der anderen Parteien, wenn wir in die Hauptstadt zurückkehren. Klar ist schon heute: Die Zukunft gehört der AfD!"
SPD Hessen: "Schwarzer Tag für Deutschland"
Auch der Landesvorsitzende der SPD in Hessen Sören Bartol äußerte sich kurz nach der Wahl zum Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt. In einem Statement schreibt das Mitglied des Deutschen Bundestages:
""Mit der AfD hat erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine rechtsextreme Partei fast die absolute Mehrheit erreicht. Das ist eine Zäsur, die über ein landespolitisches Ereignis hinausgeht. Das muss uns alle aufrütteln, auch wenn die SPD Sachsen-Anhalt ihr Ergebnis stabil halten konnte. Wenn mit Mitteln von Desinformation, Hass, Hetze, Angriffen und vermeintlich einfachen Antworten auf komplexe Herausforderungen Wahlen gewonnen werden, zeigt das, welcher Gefahr unsere Demokratie ausgesetzt ist."

Hessens SPD-Chef Sören Bartol findet klare Worte zum Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. ...Archivfoto: Moritz Pappert
"Dass wir als SPD mit unseren Kernwerten von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, mit dem Glauben an das Aufstiegsversprechen und der Möglichkeit eines guten Lebens für alle, die Menschen nicht erreicht haben, ist bitter. Es ist aber vor allem ein Auftrag an uns alle! Wir müssen den Menschen wieder Vertrauen in die Zukunft zurückgeben: Durch einen funktionierenden Staat, der Sicherheit und Chancen bietet. Durch einen Staat, der Menschen die Möglichkeit zur Beteiligung gibt und der sie ernst nimmt."
"Während die AfD mit einem rückwärtsgewandten Weltbild Menschen eine Zeit verspricht, die es nie gegeben hat, müssen wir viel mehr wieder den Glauben an einen modernen Staat, an eine Zukunft vermitteln. Die Menschen in Sachsen-Anhalt haben auf demokratische Weise ein Ergebnis herbeigeführt, das einen Stresstest für die Demokratie darstellt. Das Ergebnis müssen wir anerkennen. Aber wir werden keinen Moment akzeptieren, dass Rechtsextremismus die Geschicke unseres Landes bestimmt. Seit 1863 wenden wir uns als Sozialdemokratie gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit und Radikalismus. Das ist unsere DNA. Das ist unser historischer Auftrag. Und diesen Auftrag nehmen wir an – jetzt mehr denn je."
Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert, sobald es weitere Stimmen aus der Region gibt. (pm/kru) +++