Holger Frischkorn tritt als Kandidat bei der Bürgermeister in Freiensteinau an - Fotos: privat

FREIENSTEINAU Sonntag ist Wahltag

Wer wird neuer Bürgermeister? - Kandidat Holger Frischkorn im O|N-Interview

10.09.26 - Die Bürgermeisterwahl am Sonntag in Freiensteinau am Südhang des Vogelsbergkreises verspricht Spannung pur. Amtsinhaber Sascha Spielberg (parteilos) tritt nach zwei Amtsperioden nicht mehr an. Deshalb muss ein neuer Rathauschef im "Blauen Eck" gefunden werden. Zwei Kandidaten stellen sich der Wahl.

Knapp 2.700 Menschen sind aufgerufen, ihren neuen Gemeindechef zu wählen.

Um den Chefsessel im Rathaus der knapp 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde bewerben sich Holger Frischkorn (58, parteiunabhängig) und Christian Kloss (37, parteilos). OSTHESSEN|NEWS hat beide Bewerber zu ihren Zielen für Freiensteinau befragt. Lesen Sie nachfolgend die Antworten von Holger Frischkorn. Teil zwei folgt am Freitagmittag mit Christian Kloss in alphabetischer Reihenfolge.

Zunächst die persönliche Vorstellung des Kandidaten: "Ich bin Holger Frischkorn, 58 Jahre jung, verheiratet, habe eine erwachsene Tochter, und lebe in Hintersteinau. Nach meiner Schulzeit habe ich eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel abgeschlossen und war Filialleiter, bevor ich in den Zentraleinkauf bei Tegut wechselte. Berufsbegleitend erreichte ich meinen Abschluss zum Betriebswirt IHK, war lange Zeit Einkäufer für Süßwaren, Brot und Kuchen bei Tegut, und bin hier aktuell als Bereichsleiter im Einkauf verantwortlich für Lebensmittel, TKK, Süßwaren und Getränke."

O|N: Was motiviert Sie, bei der Bürgermeisterwahl in Freiensteinau anzutreten?

Holger Frischkorn: "In Hintersteinau bin ich seit 8 Jahren Ortsvorsteher und bereits seit 2001 im Ortsbeirat. Stadtverordneter in Steinau an der Straße bin ich seit 2006, in den letzten Jahren auch Fraktionsvorsitzender, und aktuell Vorsitzender im Haupt-& Finanzausschuss.

Mit meiner Frau und Freunden fahre ich sehr gerne Mountainbike oder gehe laufen. Früher z.B. sehr gerne und lange die Serie "Rhön Super Cup", oder beim Marathon in Frankfurt. Hier z. B. habe ich in den letzten 13 Jahren jeweils das Ziel in der Festhalle erreicht.

Motiviert zur Kandidatur haben mich meine berufliche Erfahrung sowie mein kommunalpolitisches Engagement seit mehr als zwei Jahrzehnten. In dieser Zeit habe ich wertvolle Einblicke in die kommunale Arbeit gewonnen und ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Chancen einer Gemeinde entwickelt. Diese Erfahrungen möchte ich nutzen, um aktiv mitzugestalten.

Ich möchte gemeinsam mit den gemeindlichen Gremien und den Bürgerinnen und Bürgern die Zukunft Freiensteinaus aktiv gestalten. Dabei ist es mein Ziel, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen und zugleich meine enge Verbundenheit mit unserer Heimat und unserer Region zum Ausdruck zu bringen.

O|N: Der bisherige Bürgermeister verzichtet auf eine erneute Kandidatur, weil ihm unter anderem der Gestaltungsspielraum fehlt. Was würden Sie als neuer Rathauschef von der Politik in Wiesbaden und Berlin fordern?

Holger Frischkorn: "Von Wiesbaden und Berlin erwarte ich, dass Sie die Gemeinden finanziell so ausstatten, dass diese überlebensfähig bleiben, vor allem aber erwarte ich Verlässlichkeit. Es darf nicht sein, dass Aufgaben, Verordnungen oder Gesetze an die Gemeinden delegiert werden, ohne dass diese finanziell ausgeglichen werden. Wer Aufgaben überträgt, muss diese auch finanzieren.

Für Infrastruktur wie Kitas oder die Feuerwehr müssen auskömmliche Fördermittel bereitgestellt werden, um den ländlichen Raum zu unterstützen. Wir brauchen weniger Bürokratie, und schnellere Entscheidungen.

Die Gemeinde muss genügend Handlungsspielraum haben, um vor Ort pragmatische Lösungen für die Bürgerinnen und Bürger umzusetzen."

O|N: Wie möchten Sie Freiensteinau in den nächsten sechs Jahren gestalten?

Holger Frischkorn: "Freiensteinau zeichnet sich durch ein gutes Miteinander aus. Unsere Vereine, die Feuerwehren und die vielen Ehrenamtlichen machen das Leben in unserer Gemeinde lebendig und lebenswert. Gleichzeitig wurde in den vergangenen Jahren verantwortungsvoll gewirtschaftet und stets auf einen ausgeglichenen Haushalt geachtet. Diesen erfolgreichen Weg möchte ich in den kommenden sechs Jahren fortsetzen.

Verbesserungspotenzial sehe ich insbesondere in der Kommunikation. Noch mehr aufeinander zuzugehen, miteinander zu sprechen und die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einzubinden, ist mir ein wichtiges Anliegen.

Darüber hinaus möchte ich mich dafür einsetzen, Leerstände wieder mit Leben zu füllen und unsere Baugebiete behutsam sowie bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Dabei gilt es, den Charakter unserer Ortsteile zu bewahren und gleichzeitig Perspektiven für junge Familien und künftige Generationen zu schaffen.

Mein Ziel ist es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Freiensteinau weiterzuentwickeln: nachhaltig, solide und mit Blick auf das, was unsere Gemeinde stark macht."

O|N: Wie werden Sie den Wahlsonntag verbringen?

Holger Frischkorn: "Am Wahlsonntag plane ich, nach einem guten Frühstück am Kinzigtal Total, dem längsten Straßenfest Hessens, teilzunehmen. Mit dem Fahrrad möchte ich mit meiner Frau Christina und Freunden von zuhause aus nach Gelnhausen und wieder zurückfahren. Am Abend werde ich dann selbstverständlich in Freiensteinau sein und die Wahlergebnisse verfolgen." (Hans-Hubertus Braune) +++

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