KALBACH Das sagt der Kämmerer zu seinem knappen Sieg

Neun Stimmen entscheiden: Marcel Kister wird neuer Bürgermeister von Kalbach

14.09.26 - Neun Stimmen haben am Ende entschieden: Marcel Kister (parteilos) wird neuer Bürgermeister von Kalbach im südlichen Landkreis Fulda. Einen Tag nach dem denkbar knappen Wahlsieg spricht der 35-Jährige gegenüber OSTHESSEN|NEWS über die dramatische Auszählung, die Erleichterung nach vier Monaten Wahlkampf und seine ersten Vorhaben im Amt. Auch Heiko Stolz (CDU), Neuhofs Bürgermeister und Sprecher der Bürgermeister-Kreisversammlung im Landkreis, blickt auf den außergewöhnlichen Wahlabend zurück.

Neun Stimmen haben am Ende entschieden: Marcel Kister (parteilos) wird neuer Bürgermeister ...Fotos: Mathias Schmidt

Kister hatte sich am Sonntag mit 50,14 Prozent gegen Amtsinhaber Mark Bagus (parteilos) knapp durchgesetzt, der auf 49,86 Prozent kam. 1.606 Stimmen entfielen auf den Herausforderer, 1.597 auf Bagus. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,41 Prozent. Rund 200 Bürger verfolgten die Auszählung im Bürgerhaus Mittelkalbach. Für zusätzliche "Brisanz" sorgte die Konstellation: Kister ist derzeit Kämmerer der Gemeinde und trat damit gegen seinen eigenen Chef an (O|N berichtete).

Mit seinem Wahlsieg gehört Kister künftig zu den jüngsten Rathauschefs im Landkreis Fulda. Neben der Petersberger Bürgermeisterin Claudia Brandes (parteilos) wird er der jüngste Amtsinhaber im Kreis sein.

"Spannend bis zur letzten Minute"

Die Wahlbeteiligung lag bei 62,41 Prozent. Rund 200 Bürger verfolgten die Auszählung ...

Am Montag blickt der Wahlsieger noch einmal auf die entscheidenden Minuten zurück. "In den ersten Wahlbezirken lag ich vorne, dann hat sich das Blatt gewendet. Mit der Briefwahl kam schließlich der Vorsprung von neun Stimmen zustande", sagt Kister im Interview OSTHESSEN|NEWS am Eichenrieder Weitblick. Dass am Ende gerade einmal neun Stimmen zwischen den beiden Kandidaten lagen, kann auch Kister kaum fassen. "Das ist für den Landkreis Fulda fast historisch. Neun Stimmen Unterschied hat es bei einer Bürgermeisterwahl meines Wissens noch nicht gegeben." Entsprechend angespannt war die Stimmung bis zum Schluss. "Es war spannend bis zur letzten Minute. Glücklicherweise hat es am Ende für mich gereicht."

Kister hatte sich am Sonntag mit 50,14 Prozent gegen Amtsinhaber Mark Bagus (parteilos) ...

Einen Tag nach dem denkbar knappen Wahlsieg spricht der 35-Jährige gegenüber OSTHESSEN|NEWS ...

Ein Thema, das Kister nach seinem Amtsantritt angehen will, ist die Wasserversorgung. ...

Nach mehr als vier Monaten Wahlkampf sei vor allem die Erleichterung groß gewesen. "Nach einem so intensiven Wahlkampf ist man irgendwann einfach platt. Ich hatte bis zum Schluss viel Energie, aber als das Ergebnis feststand, ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen." Allzu lange dauerte es anschließend nicht, bis aus der Erleichterung eine kleine Siegesfeier wurde. "Wir sind mit meinen Wahlhelfern, meinem Team und meiner Familie noch auf das Feuerwehrfest nach Niederkalbach gegangen und haben dort das eine oder andere Kaltgetränk getrunken", erzählt Kister.

Wasserverluste im Leitungsnetz sollen deutlich sinken

Ein Thema, das Kister nach seinem Amtsantritt angehen will, ist die Wasserversorgung. Vor allem die hohen Verluste im Leitungsnetz will er reduzieren. "Wir haben in Kalbach derzeit Wasserverluste von 20 bis 25 Prozent. Die müssen wir deutlich reduzieren", sagt der künftige Bürgermeister. In Flieden und Neuhof seien es im Schnitt nur rund zehn Prozent. Um die Verluste auch in Kalbach zu senken, kann sich Kister eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen vorstellen. "Wir müssen nachlegen und prüfen, wie wir im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit mit Flieden und Neuhof Leckagen schneller finden und betroffene Wasserleitungen austauschen können."

Mit seinem Wahlsieg gehört Kister künftig zu den jüngsten Rathauschefs im Landkreis ...

Trotz des engen und intensiven Wahlkampfes findet Kister auch anerkennende Worte für seinen bisherigen Chef und Konkurrenten: "Ich möchte mich bei Mark Bagus für den fairen Wahlkampf bedanken. Natürlich waren wir in einigen Punkten unterschiedlicher Meinung - das gehört zu einem Wahlkampf dazu. Entscheidend ist, dass es jederzeit fair geblieben ist."

Stolz: Keine klare Wechselstimmung

1.606 Stimmen entfielen auf den Herausforderer, 1.597 auf Mark Bagus.

Auch Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) blickt auf den außergewöhnlichen ...

Das Ergebnis mit gerade einmal neun Stimmen Unterschied interpretiert Stolz allerdings ...

Wie außergewöhnlich dieser Wahlabend war, hat auch Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) erlebt. Er war am Sonntag im Bürgerhaus dabei. "Man konnte die Spannung im Raum förmlich knistern hören. Erst mit der Auszählung des letzten Wahlbezirks hat sich entschieden, wer am Ende die Nase vorne hat", sagt er am Montag gegenüber O|N in seinem Büro im Rathaus. Das Ergebnis mit gerade einmal neun Stimmen Unterschied interpretiert Stolz allerdings nicht als eindeutigen Wunsch der Kalbacher nach einem politischen Neuanfang. "Von einer bewussten Wechselstimmung würde ich bei diesem Ergebnis nicht sprechen. Bei neun Stimmen Unterschied spielen am Ende auch Kleinigkeiten eine Rolle. Neun Stimmen sind bei einer solchen Wahl fast nichts."

Für die Bürgermeister-Kreisversammlung bedeute das Ergebnis zugleich Abschied und Neuanfang. Stolz würdigt die bisherige Zusammenarbeit mit Bagus: "Wir gratulieren Marcel Kister ganz herzlich zur Wahl. Gleichzeitig bedauern wir, dass Mark Bagus künftig nicht mehr Teil unserer Runde sein wird. Die Zusammenarbeit mit ihm war von Verlässlichkeit, Vertrauen und Integrität geprägt", so Stolz, Vorsitzender der Bürgermeister-Kreisversammlung.

"Von einer bewussten Wechselstimmung würde ich bei diesem Ergebnis nicht sprechen. ...

Für die Bürgermeister-Kreisversammlung bedeute das Ergebnis zugleich Abschied ...

Auf Kister freue man sich dennoch. "Marcel Kister hat im Wahlkampf einen jungen, dynamischen, ...

Auf Kister freue man sich dennoch. "Marcel Kister hat im Wahlkampf einen jungen, dynamischen, sympathischen und progressiven Eindruck hinterlassen. Ich glaube, dass er sowohl für Kalbach als auch für unsere Kreisversammlung gute Impulse setzen kann." Mit 35 Jahren gehört Kister künftig zu den jüngsten Rathauschefs im Landkreis Fulda. Stolz verbindet damit durchaus Erwartungen: "Von den jungen, dynamischen Bürgermeistern erwarten wir natürlich, dass sie neue Impulse in unsere Runde bringen."

Bis zum Jahresende bleibt Kister noch Kämmerer der Gemeinde. Am 1. Januar 2027 tritt ...

Bis zum Jahresende bleibt Kister noch Kämmerer der Gemeinde. Am 1. Januar 2027 tritt er sein Amt als Bürgermeister von Kalbach an. (ms) +++

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