01.10.26 - Mit Diskussionen über wichtige Zukunftsthemen ist am Donnerstag die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda zu Ende gegangen. Seit Montag berieten die etwa 60 Mitglieder unter Leitung des Vorsitzenden, Bischof Dr. Heiner Wilmer, unter anderem über politische Entwicklungen in Deutschland und Europa, Künstliche Intelligenz sowie die Aufklärung und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch.
Zu ihrer Vollversammlung, dem obersten Gremium der Deutschen Bischofskonferenz, treffen sich alle katholischen Orts- und Weihbischöfe zweimal im Jahr - im Frühling und im Herbst. Bei der Abschlusspressekonferenz im Fuldaer Dompfarrzentrum am Donnerstagvormittag war das mediale Interesse hoch.

Mit Diskussionen über wichtige Zukunftsthemen ging am Donnerstag die traditionelle ...Fotos: Felix Weigl

Bischof Dr. Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. ...

Bei der Abschlusspressekonferenz im Fuldaer Dompfarrzentrum am Donnerstagvormittag ...
Während der Pressekonferenz machte Bischof Dr. Heiner Wilmer klar: "Bei vielen Themen stehen wir noch am Anfang." Dabei sprach er von großen, entscheidenden Projekten für die Kirche wie der aktuellen politischen Entwicklung - mit Blick auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt, die weltweit steigenden Zahlen der Erwachsenentaufe in Europa und den Status, den Frankreich im Hinblick auf einige Themen als Vorreiter erfüllt.

Dr. Matthias Kopp, Pressesprecher und Leiter der Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeit ...
Nach Stimmenzuwachs der AfD - "Antisemitismus ist Sünde"
Wilmer drückte zu Beginn aus, wie beunruhigt die Bischöfe über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt und das damit verbundene AfD-Wachstum sind. In diesem Zuge machte er klar: "Die Bischofskonferenz steht gerade jetzt solidarisch hinter Bischof Gerhard Feige und dem Bistum Magdeburg - wir stärken allen den Rücken. Es ist trotzdem erschreckend, wenn mehr als 43 Prozent der Menschen die AfD wählen. Eine Partei, die dem christlichen Gottes- und Menschenbild widerspricht und die die Grundwerte unseres Zusammenlebens in Frage stellt."
Auch der steigende Antisemitismus sei in diesem Zusammenhang erkennbar. "Es erschüttert uns, wie der Antisemitismus von rechts und links zunimmt und unsere Gesellschaft zerstört." Eine klare Aussage: "Antisemitismus ist Sünde." Der Auftrag der Kirche bestehe nun darin, mit den betroffenen Menschen zu sprechen und ihnen zuzuhören. Dabei stehen sie allerdings noch am Anfang, doch sowohl während seiner Ansprache als auch während der anschließenden Fragerunde machte der Bischof die Hartnäckigkeit deutlich. "Die Leute sprechen noch nicht offen darüber und dennoch brauchen wir Gesprächsformate, um dann auf die Bedürfnisse eingehen zu können. Daran arbeiten wir, um unsere Werte einzubringen", erklärte er. Dabei gelte als oberstes Gebot: Die Würde der Menschen ist gleich - unabhängig von Herkunft, sozialer Schicht, Alter und Religion. "Wir wollen ein Deutschland, das rechtsstaatlich, freiheitlich, weltoffen und solidarisch ist", betonte der Vorsitzende.

Während der Pressekonferenz machte Bischof Dr. Heiner Wilmer klar: "Bei vielen Themen ...

Dr. Beate Gilles, Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz.
Steigende Zahlen der Erwachsenentaufe in Europa
Neben diesen Sorgen kann die Kirche aber auch einen Erfolg verzeichnen: die steigenden Zahlen der Erwachsenentaufe in Europa. Von 2019 bis 2025 sind hohe prozentuale Veränderungen zu erkennen. Vor allem Frankreich mit einem Zuwachs von 210 Prozent ist dabei ein Vorreiter. In Schweden waren es 140 Prozent und Belgien 119 Prozent Zuwachs. "Die Analyse der Zahlen in Frankreich zeigt, dass der deutliche Anstieg der Erwachsenentaufen keine Trendumkehr ist", so Bischof Wilmer. Auch in Deutschland mit 28 Prozent Zuwachs wolle und werde man Menschen in ihrer Verschiedenheit gut auf ihrem Weg begleiten. Dabei sei eins besonders entscheidend: "Die Menschen lernen dadurch, dass es jemanden gibt, zu dem sie beten können, der immer da ist - auch nachts."

Neben diesen Sorgen kann die Kirche aber auch einen Erfolg verzeichnen: die steigenden ...
Erste Ergebnisse zur Aufklärung und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch
Ein besonders spannendes Thema stellt die Aufklärung und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche dar. Dazu benannte Dr. Beate Gilles, Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, erste Fortschritte: "Die bischöfliche Fachgruppe für sexuellen Missbrauch und der Gewalterfahrung hat mit der Umfrage an Bistümer im Jahr 2025 erste Ergebnisse erzielt. Dazu soll am 2. Dezember eine Pressekonferenz stattfinden." 2026 gab es eine erneute Fragerunde. Hier stehen die Ergebnisse aber noch aus.

Die nächste Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wird im Februar 2027 ...
Die nächste Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wird im Februar 2027 im Kloster Hegne in Allensbach (Baden-Württemberg) am Bodensee stattfinden.
(Mia Schmitt) +++ 
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