
Mehrere Häuser wurden durch den Brand schwerst beschädigt. - Archivfotos: O|N
LAUTERBACH
Traurige Gewissheit
Nach Großbrand: Hotel Schütz und Restaurant Agbaba werden abgerissen
09.10.26 - Der Großbrand am 29. Juli in der Lauterbacher Innenstadt hat die gesamte Region erschüttert. In einem Gebäude mit türkischem Restaurant im Erdgeschoss war ein Dachstuhlbrand ausgebrochen, der das Haus sowie mehrere benachbarte Gebäude schwer beschädigte. Fünf Häuser gelten seitdem als unbewohnbar. (OSTHESSEN|NEWS berichtete ausführlich).
Für zwei dieser Gebäude gibt es nun Gewissheit: Das ehemalige Hotel Schütz (Hausnummer 41) sowie das Restaurant Agbaba (Hausnummer 39) werden abgerissen. Lauterbachs Bauamtsleiter Jörg Saller begründet diesen Schritt mit der erheblichen Gefährdungslage. "Die beiden Gebäude müssen aufgrund hoher Einsturzgefahr und irreversibler struktureller Schäden abgerissen werden", erklärte er auf O|N-Anfrage. Das mit dem Rückbaukonzept beauftragte Sachverständigenbüro "bauart" hat dies bestätigt. Die Fachwerkfassade des Gebäudes mit der Hausnummer 39 soll dabei fachmännisch rückgebaut und eingelagert werden.

Lauterbachs Bürgermeister Holger Marx
Abrissarbeiten sollen kommende Woche beginnen
Bereits am Freitag wurden Sicherungsmaßnahmen an den Dach- und Giebelbereichen durchgeführt. Die eigentlichen Rückbau- und Abbrucharbeiten sollen nach Angaben des Bauamtsleiters im Verlauf der kommenden Woche starten. "Die Umsetzung des Rückbau- und Abbruchkonzeptes, welches die Hausnummern 39 und 41 betrifft, sollte im Verlauf der kommenden Woche begonnen werden können", so Saller. Für die Arbeiten seien jedoch Anpassungen der Verkehrsführung erforderlich. Deshalb wird es weitere Sperrungen im Bereich der "kleinen Bahnhofstraße" und des "Landsknechtswegs" geben. Die Vorbereitungen hierfür liefen bereits.
Mit dem Abriss wurde die Firma Archinal im Auftrag der Versicherer beauftragt. Diese arbeitet eng mit dem Regulierungsunternehmen Belfort zusammen, das weiterhin mit der Räumung der übrigen betroffenen Gebäude beschäftigt ist.
Nachbargebäude sollen erhalten werden
Während für die Gebäude 39 und 41 der Abriss feststeht, sollen die benachbarten Häuser am Marktplatz 37 und 43 erhalten bleiben. "Die beiden Nachbargebäude werden zunächst winterfest gemacht", erläuterte der Bauamtsleiter. Die Eigentümer wollten gemeinsam mit ihren Versicherern sowie beauftragten Architekten und Statikern die Wiederherstellung der Gebäude planen.
Auch die Stadt verfolgt dieses Ziel. "Von Seiten der Stadt besteht das städtebauliche Interesse, eine komplette Wiederherstellung der Gebäudezeile zu erreichen und das Stadtbild aus allen Ansichten wieder vervollständigt zu bekommen", betonte Saller.
Stadt hofft auf Abschluss im November
Einen konkreten Zeitplan für die Abrissarbeiten gibt es derzeit noch nicht. Die Stadt hofft jedoch, dass die Maßnahmen bis November abgeschlossen werden können. "Die Stadt versucht, darauf hinzuwirken, dass die Abrissarbeiten im November abgeschlossen werden können, da erst danach die Maßnahmen zur Wintersicherung beginnen können", erläuterte Saller. Verbindliche Aussagen der beteiligten Sachverständigen und Unternehmen lägen aktuell allerdings noch nicht vor.
Wie das Areal langfristig entwickelt wird, ist derzeit noch offen. Die Stadt Lauterbach will hierzu zu einem späteren Zeitpunkt weitere Informationen bekanntgeben. (pg) +++

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