Das Team von Maximilian (links) und Karl-Winfried Vogel machte mit der spannenden Treppenkombination den Hexenturm wieder erlebbar. - Foto: M&T

FULDA/WÜRZBURG Deutscher Metallbaupreis 2026

Treppenkonstruktion in Fuldas Altstadt: 75 Stufen ins 12. Jahrhundert

25.10.26 - In Fulda macht eine außergewöhnliche Treppenkombination den historischen Hexenturm wieder erlebbar. Das Projekt ist dem Team der Schmiede und Metallwerkstätte Vogel perfekt gelungen. Jetzt wurde es mit dem Deutschen Metallbaupreis 2026 ausgezeichnet.

Der Hexenturm ist im Barockviertel der Stadt Fulda gelegen und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sein Inneres sollte über zwei verschiedenartige Treppen bis auf rund 16 Meter Höhe erschlossen werden. Der Zugang zu den oberen Geschossen ermöglicht Besuchern somit einen einzigartigen Rundumblick über Barockviertel und Altstadt.

Das Team der Schmiede und Metallwerkstätte Vogel setze im Auftrag der Stadt Fulda den Entwurf eines Fuldaer Architekturbüros um. Eine außenliegende Spindeltreppe mit Brücke ermöglicht den Turmzugang ins 1. Obergeschoss. Diese Treppe erhielt eine zylindrische Bekleidung aus unterschiedlichen Stahlprofilen. Im Turm steigen Besucherinnen und Besucher dann über eine Treppe mit Zwischenpodesten bis ins Dachgeschoss. Die Stufen und Podeste der Innentreppe hat der Metallbauer mit Eichenholz belegt.

Der Turm war im Inneren nur vermeintlich kreisrund, es stellten sich elliptische Grundrisse in verschiedenen Ebenen mit unterschiedlichen Durchmessern heraus. Das Aufmaß war eine besondere Herausforderung. Der Blick nach oben und unten sollte möglichst frei sein, weshalb ein möglichst großzügiges Treppenauge eingeplant wurde. Die räumlich bedingte Enge erforderte eine sorgfältige CAD-Planung beispielsweise der Treppenantritte und Anschlusspunkte im historischen Natursteinmauerwerk. Die Größe der einzelnen Bauteile war durch den vorhandenen Turmeingang begrenzt.

Der Zusammenbau der Spindeltreppe erfolgte in der Werkstatt, der Transport zum Hexenturm mittels eines Tiefladers. Die Gesamtkonstruktion wurde mit einem Autokran verladen und dazu mittels einer eigens entwickelten Scharnierkonstruktion horizontal abgelegt und vor Ort aufgestellt.

Fazit: Ein gelungenes Zusammenspiel

Die Herausforderungen lagen bei diesem Projekt insbesondere in den beengten Platzverhältnissen, die Aufmaß und Montage für das Team zur kniffligen Aufgabe machten. Die Jury des Deutschen Metallbaupreises hob die gelungene Symbiose aus historischer Bausubstanz und moderner Metallgestaltung hervor. (mp/pm) +++


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