21.10.26 - Beim Baustellenfest im Unteren Kurpark in Bad Salzhausen (Nidda im Wetteraukreis) war die Vorfreude bereits deutlich zu spüren. Etwa 1.000 Besucher erhielten einen Vorgeschmack auf die 165 Tage Landesgartenschau, bestaunten die Fortschritte, kamen mit den Verantwortlichen ins Gespräch und lernten einige der Partner kennen. Auch die elf Kinderbotschafter hatten ihren ersten offiziellen Auftritt und hielten tapfer die Schilder mit den Namen ihrer Heimatkommunen in die Höhe.

Die Bürger interessiert, was mit ihrem Unteren Kurpark passiert. Bei drei Baustellenführungen ...Foto: LGS/Lenz
Das Fest weckte Vorfreude auf das kommende Jahr, war aber zugleich auch ein Dankeschön an die Bevölkerung. Denn die Vorbereitungen für die Landesgartenschau bringen Einschränkungen mit sich. Der Untere Kurpark in Bad Salzhausen ist nun für den Publikumsverkehr geschlossen, da an zahlreichen Orten gebaut wird, schwere Fahrzeuge unterwegs sind und die Verkehrssicherungspflicht gewährleistet werden muss. "Wenn er am 22. April 2027 wieder öffnet, wird er schöner und vor allem lebendiger sein", sagte Florian Herrmann, Geschäftsführer der Landesgartenschau Oberhessen. Zugleich war das Baustellenfest ein erster Testlauf für das Team und die zahlreichen Partner. Der, so lautete das Resümee am Abend, war geglückt.
Viele Partner dabei

Beim Baustellenfest in Bad Salzhausen wurde die Premium-Partnerschaft der Sparkasse ...Foto: LGS/Lenz

Bärbel Wern (r.) und Alina Zens machen den Selfie-Moosmann Tobi schick. ...Foto: LGS/Lenz

Die Botschafter der Landesgartenschau: Dennis Schulz von Afterhour Eierbagge, Büdingens ...Foto: LGS/Saladze
Wie breit die Unterstützung ist, zeigte sich an den zahlreichen Ständen. Der Freundeskreis der Landesgartenschau bemalte mit Kindern Holzblumen, die Stadt Ortenberg präsentierte sich mit Hans Schwab und dem Instrumentenmuseum Lißberg. Auch die TourismusRegion Wetterau, die Stadt Büdingen, der NABU, Bingenheimer Saatgut und das Evangelische Dekanat Büdinger Land waren vertreten. Vor Ort war das Imkermobil. Die Landfrauen, der größte Frauenverband in Deutschland, und der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau gehörten ebenfalls zu den Partnern. Letzterer ist bereits mit Mitgliedsbetrieben an der Gestaltung der Parks beteiligt und wird 2027 die Gartenkultur präsentieren.
Für das leibliche Wohl sorgte der Generalcaterer Polster Catering. Drei Standorte wird das Unternehmen bespielen. Firmenchef Matthias Polster würdigte den weitläufigen Unteren Kurpark mit seinem alten Baumbestand. Der biete nicht nur ein ansprechendes Ambiente, sondern vor allem Schatten für die Gäste. Die Besucher am Sonntag richteten ihre Blicke auf die kleine provisorische Bühne vor der Trinkkuranlage, wo Niddas Kulturamtsleiter und Moderator Martin Guth zahlreiche Teilnehmer begrüßte und interviewte.
Wie war das eigentlich damals, als 2019 der Zuschlag an Oberhessen erteilt wurde? Das wollte Martin Guth von Florian Herrmann wissen. Zahlreiche Ideen waren in der Machbarkeitsstudie genannt. "Nicht alle ließen sich verwirklichen, andere Projekte kamen hinzu." Mit dem bisherigen Ergebnis könne man vollauf zufrieden sein. Zudem seien trotz Krisen und mancher Schwierigkeiten alle elf Kommunen dabeigeblieben. Die Region sei in Bewegung.
Auch für Landrat Jan Weckler ist die Entwicklung mit anderen Landesgartenschauen in Hessen vergleichbar. Nach der Begeisterung durch den Zuschlag folge meist Ernüchterung, dann jede Menge Arbeit. Er erinnerte an Bad Nauheim, wo die Landesgartenschau ein wichtiger Impuls für Wirtschaft und Tourismus gewesen sei. Auch Oberhessen könne langfristig profitieren. Die zahlreichen Baustellen seien zwar lästig, aber ein Zeichen dafür, dass sich etwas bewege.
"Chance für den ländlichen Raum"
Staatssekretär Ruhl würdigte die Landesgartenschau als Chance für den ländlichen Raum. Die interkommunale Zusammenarbeit erfordere Mut und bedeute an manchen Stellen Neuland. Zugleich könnten die neugestalteten Parks und städtebaulichen Maßnahmen beispielgebend für andere Kommunen sein. Oberhessen habe mit seiner Kulturlandschaft und seinen Städten viel zu bieten – auch über das Gartenschaujahr hinaus.
Elf Kinder-Botschafter

Die elf Kinderbotschafter bei ihrem ersten offiziellen Auftritt. Foto: LGS/Lenz
Eine besondere Rolle spielen die Kinderbotschafter. Elf Kinder aus den elf teilnehmenden Kommunen, die im Gartenschaujahr elf Jahre alt werden, vertreten nicht nur ihre Kommunen, sondern auch die junge Generation. Die Idee erinnert an große Fußballspiele, bei denen Kinder die Mannschaften begleiten. Sie steht zugleich für den Anspruch, mit der Landesgartenschau Menschen aller Altersgruppen anzusprechen und Brücken zwischen den Kommunen zu schlagen.
Groß war auch das Interesse an den drei Baustellenführungen. LGS-Geschäftsführer Thomas Hellingrath, Sebastian Latta vom Bauamt Nidda, Bürgermeister Thorsten Eberhard und LGS-Bauleiter Christopher Blos informierten über den Baufortschritt und die nächsten Schritte. Am Mittag war der Andrang so groß, dass zwei Gruppen gebildet werden mussten.
Bis zur Eröffnung bleibt noch viel zu tun. Doch das Baustellenfest zeigte bereits, was die Landesgartenschau ausmachen soll: nicht nur neu gestaltete Parks und Blumen, sondern Menschen, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen. (mkr/pm) +++
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