06.11.26 - Manchmal braucht es nicht viel, um Menschen zusammenzubringen. Ein paar Blumenzwiebeln, schmutzige Hände und ein improvisiertes Picknick auf einer alten Holzpalette reichen schon. Ulrike Hansen-Röper, gärtnerische Leiterin der Landesgartenschau Oberhessen 2027, erinnert sich gerne an solche Arbeitseinsätze.
Gemeinsam mit Ehrenamtlichen hat sie Rosen gepflanzt und Blumenzwiebeln gesteckt.
Beim Treffen der Ehrenamtlichen in der Mehrzweckhalle in Glauberg erzählte Hansen-Röper von diesen Erlebnissen. Besonders berührt hätten sie Menschen, die zunächst an ihren Fähigkeiten zweifelten oder berichteten, wie einsam sie zu Hause seien. Trotzdem packten sie mit an und hielten den ganzen Tag durch. "Wir haben zusammengearbeitet, gelacht und uns gegenseitig zugehört. Auch das ist Ehrenamt", sagte Hansen-Röper. Jeder könne seinen Platz finden, unabhängig von Alter und Vorkenntnissen. Ihr Dank galt besonders Ehrenamtskoordinatorin Bärbel Wern, die diese Begegnungen möglich macht.
431 Helfer haben sich gemeldet
Die Zahl der Freiwilligen wächst. Aktuell sind bei Bärbel Wern bereits 431 Ehrenamtliche registriert. Hinzu kommen jene, die in den Kommunen fleißig sind. Doch es dürfen noch mehr werden. Denn vom 22. April bis zum 3. Oktober 2027 öffnet die Landesgartenschau an 165 Tagen ihre Tore. Vor allem im Kurpark Bad Salzhausen und im Schlosspark Gedern können sie die Willkommenskultur prägen und Oberhessen repräsentieren.

Wiedersehensfreude: Sie sind bereits im Team Ehrenamt

Ulrike Hansen-Röper berichtet von Begegnungen und neuen Freundschaften ...

Die Formation "Blechsatz des Mainorchesters Frankfurt" mit Hannah Christmann (Mitte) ...
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Freiwillige können zum Beispiel am Empfang, an Informationspunkten und bei Veranstaltungen aktiv sein. Sie helfen bei der Orientierung auf den Geländen, unterstützen organisatorische Abläufe oder kümmern sich um die Mobilität der Gäste. Dazu gehört beispielsweise die Ausgabe von Rollatoren, Gehhilfen oder Bollerwagen. Auch für das Bunte Klassenzimmer werden Helfer gesucht, die gerne mit Kindern arbeiten, Fremdsprachen sprechen oder pädagogische und kreative Erfahrungen mitbringen. Die Besucher erkennen die Ehrenamtlichen an den grünen T-Shirts.
Jeder entscheidet selbst
Die Organisation läuft über die digitale Plattform Papershift. Dort stellt Bärbel Wern die Schichten in der Regel vier bis sechs Wochen im Voraus ein. Die Ehrenamtlichen können selbst entscheiden, wann, wo und wie lange sie helfen möchten. Wer Zeit und Lust hat, trägt sich ein. Wer verhindert ist, lässt den Termin aus.
"Je mehr wir sind, desto weniger müssen wir", brachte Wern das Prinzip auf den Punkt. Niemand muss an allen 165 Tagen zur Verfügung stehen. Entscheidend ist, dass zugesagte Einsätze zuverlässig wahrgenommen werden. Vor Beginn werden sie auf die Aufgaben vorbereitet.
Wie gut das System funktioniert, zeigt ein Beispiel von Bürgermeisterin Henrike Strauch. Als sie nach Helfern für die Gildemesse in Hirzenhain gefragt hatte, waren die Schichten nach eineinhalb Stunden vergeben. "Das ist echt toll, dass Sie jetzt schon zur Verfügung stehen und sich Ihre freie Zeit für uns nehmen."
Seit 2024 unterstützen Freiwillige die Vorbereitungen. Sie pflanzen, helfen bei Veranstaltungen oder übernehmen Arbeiten, die im Hintergrund erledigt werden müssen. So trafen sich mehrfach rund 20 Personen, um Einleger in Flyer zu sortieren. Aus solchen Einsätzen sind feste Gruppen entstanden, deren Mitglieder gerne wieder gemeinsam anpacken. Auch Geschäftsführer Florian Herrmann dankte den Ehrenamtlichen. "Danke für alles, was ihr jetzt schon dieses Jahr gemacht habt." Und ergänzte mit einem Schmunzeln: "Sorry für das nächste Jahr, das wird anstrengend für uns alle."
Blumen als Dankeschön
Beim Treffen gab es deshalb eine kleine Anerkennung. Zehn Helfer der ersten Stunde erhielten stellvertretend für viele andere Holzblumen, die längst zu einem Erkennungszeichen der Landesgartenschau geworden sind. Circa 5000 dieser bunten Blumen wurden bereits in der Region verteilt. Sie entstehen in einem inklusiven Projekt in Zusammenarbeit von Freundeskreis, Teilhabe Wetterau und Lebensgemeinschaft Bingenheim. Und es sollen noch viele weitere Blumen hinzukommen.
Genug der Reden: Das Buffet war eröffnet. Die Formation "Blechsatz des Mainorchesters Frankfurt" mit Hannah Christmann, Mitarbeiterin des Landesgartenschau-Teams, spielte auf. Dominik Hideteru Schmitt, Leiter der NABU-Regionalstelle Wetterau, stand mit Infomaterial und Biber-Modell zum Austausch bereit. Auch eine echte Pflanze durften die Ehrenamtlichen mit nach Hause nehmen: eine Blumenzwiebel der weiß blühenden Prärie-Lilie (Camassia leichtlinii 'Alba'). (pm/hhb) +++