
Gemeinsam gestalten Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule Sandsteinplatten, die künftig als sichtbares Zeichen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Fulda stehen werden. Begleitet werden sie dabei vom Malteser Hilfsdienst. - Fotos: Anke Seidl/Malteser
FULDA
"Zusammenhalt in Stein gemeißelt"
Malteser und Jugendliche gestalten Zeichen für Demokratie
24.10.26 - Demokratie aus Sicht junger Menschen sichtbar machen – darum geht es im Projekt "Zusammenhalt in Stein gemeißelt – Demokratie gestalten", das der Malteser Hilfsdienst in Fulda gemeinsam mit Sanja Zivo sowie Schülerinnen und Schülern der Geschwister‑Scholl‑Schule umsetzt. Die Jugendlichen beschäftigen sich dabei mit Fragen wie: Was bedeutet Demokratie für uns? Welche Werte tragen wir? Wie zeigen wir Freiheit, Gleichberechtigung und Zusammenhalt? Gefördert wird das Projekt durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend(BMBFSFJ).
"Mit dem Projekt möchten wir Jugendliche ermutigen, sich aktiv mit demokratischen Werten auseinanderzusetzen und eigene Ideen für ein respektvolles Miteinander zu entwickeln", erklärt Anke Seidl, Projektleiterin "Zusammenhalt in Stein gemeißelt" beim Malteser Hilfsdienst in Fulda. Gesellschaftliche Teilhabe, ein respektvolles Miteinander, Zusammenhalt und demokratische Werte gehörten zu den Anliegen des Malteser Hilfsdienstes, so die Projektkoordinatorin. "Mit diesem Projekt schaffen wir einen Raum, in dem junge Menschen ihre Gedanken einbringen und sichtbar machen können", freut sich Seidl.
Nach der Vorstellung bei der Demokratiekonferenz in Fulda im August 2026, startete die praktische Arbeit mit Jugendlichen der Geschwister-Scholl-Schule. Auf der gemeinsamen Agenda stehen Themen wie Menschenrechte, Gleichberechtigung und Teilhabe. "Die Ergebnisse werden in mehreren Aktionsphasen künstlerisch gestaltet und in Sandsteinplatten eingearbeitet", so Konzeptgeberin und künstlerische Leiterin Sanja Zivo über das Projekt "Zusammenhalt in Stein gemeißelt".
"Jeder Mensch sollte frei sein"
Die Auseinandersetzung mit demokratischen Werten spielt für die teilnehmenden Jugendlichen eine wichtige Rolle. "Wir haben über Menschenrechte und alles geredet, über Frauenrechte, über Kinderrechte. Warum es diese Rechte gibt und so alles", berichtet eine zwölfjährige Schülerin, die gerne anonym bleiben möchte. Auf die Frage nach dem wichtigsten demokratischen Wert antwortet eine andere Schülerin: "Recht auf Freiheit." Ein Schüler nennt Freiheit als zentralen Wert, ein anderer betont: "Jeder Mensch sollte frei sein."
Als Gemeinschaft etwas schaffen
Neben dem inhaltlichen Austausch komme der gemeinsamen praktischen Umsetzung eine besondere Bedeutung zu, sagt Seidl. "Demokratische Werte werden nicht nur diskutiert, sondern gemeinsam gestaltet und erlebbar gemacht." Die Schülerinnen und Schüler entwickelten zunächst Entwürfe auf Papier. "Darauf mussten wir den Umriss von einem Stein abmalen und dann mussten wir ein Recht in diesen Stein reinzeichnen", beschreibt eine Schülerin die Arbeitsschritte.
"Demokratie wird besonders dann erfahrbar, wenn junge Menschen selbst gestalten und ihre Ideen einbringen können", so Zivo. "Die fertigen Sandsteinplatten zeigen nicht nur, welche Werte den Jugendlichen wichtig sind. Sie machen auch sichtbar, dass ihre Stimmen zählen."
Die gestalteten Sandsteinplatten werden zu einem dauerhaften Weg an einem öffentlichen Ort in Fulda zusammengefügt. So entsteht ein sichtbares Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt, das die Botschaften der Jugendlichen langfristig im öffentlichen Raum präsent hält. Das Projekt läuft seit 1. Juni und geht noch bis 31. Dezember 2026. (mis/pm) +++