Gute Nachricht für Erblindete - Symbolfoto: pixabay

REGION Die gute Nachricht der Woche (20)

Nobelpreis für neue Gen-Therapie, die Blinden wieder zum Sehen verhilft

25.10.26 - Die vielen Krisen in der Welt beunruhigen und nerven uns alle. Nicht wenige Mitmenschen hat es in diesen unsicheren Zeiten schon dazu gebracht, Nachrichten einfach generell auszublenden und zu ignorieren, um sich vor dem sorgenvollen Gedankenkarussell zu schützen. Auf die Dauer ist das aber keine wirkungsvolle Strategie, denn den Auswirkungen der negativen Entwicklungen entkommt man sowieso nicht und uninformiert muss man auch noch passiv bleiben.

Aus diesem Grund haben wir diese Serie ins Leben gerufen: die gute Nachricht der Woche. Damit möchten wir die traurigen und schlechten Nachrichten keinesfalls herunterspielen, aber vielleicht ist es doch hilfreich, am Ende der Woche wenigstens eine positive Mitteilung zu lesen. Egal, ob diese Nachricht bei Ihnen Luftsprünge auslöst oder Ihnen nur ein Lächeln ins Gesicht zaubert, vielleicht hilft es ja, auch das Gute in der Welt nicht zu vergessen - und nicht alles als selbstverständlich anzusehen.

Eine wirklich gute Nachricht kommt aus Basel, die neue Hoffnung für erblindete Menschen bringt. Mithilfe einer neuartigen Gentherapie kann ihnen das Sehvermögen zumindest partiell zurückgegeben werden. Wie das Institut für molekulare und klinische Ophthalmologie Basel (IOB) dazu mitteilt, sei es in einer speziellen Studie gelungen, ein Verfahren zur Behandlung einer seltenen Augenkrankheit zu entwickeln, das sich als erfolgreich erwiesen habe. Die Forschungsergebnisse des internationalen Wissenschaftlerteams seien im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht worden.

Mit dem so genannten optogenetischen Verfahren wurden zehn blinde Menschen behandelt, die an der Erbkrankheit Retinitis pigmentosa im fortgeschrittenen Stadium litten. Deren Fotorezeptoren der Netzhaut können nicht auf Licht reagieren. In das jeweils schlechter sehende Auge wurde den Probanden die genetische Bauanleitung für ein lichtempfindliches Protein injiziert. Mit einer speziellen Brille mit eingebauter Kamera wurden Lichtimpulse abgegeben, die das Protein in den noch vorhandenen Ganglienzellen der Netzhaut aktivierten. Mehrere Patienten konnten mithilfe der Brille wieder einzelne Objekte wahrnehmen, eine Türöffnung finden oder einer Linie folgen. Für die neu entwickelte Methode der Optogenetik wurden die deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel sowie ihr US-Kollege Karl Deisseroth mit dem Nobelpreis geehrt. Der Preis ist mit insgesamt 12 Millionen schwedischen Kronen dotiert und wird am 10. Dezember 2026 in Stockholm verliehen. (ci)+++

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