Hessens Ministerpräsident Boris Rhein. Die CDU ist in den Umfragen des hr zurückgefallen. - Archivfoto: O|N/ Hendrik Urbin

WIESBADEN hr-Hessentrend Oktober 2026

CDU verliert deutlich: AfD rückt bis auf zwei Punkte heran

27.10.26 - Die CDU fällt in Hessen auf 25 Prozent, die AfD erreicht 23 Prozent. Laut aktuellem hr-Hessentrend hätte Schwarz-Rot keine Mehrheit mehr.

Die CDU bleibt in Hessen stärkste Kraft, doch ihr Vorsprung auf die AfD ist auf zwei Prozentpunkte geschrumpft. Im aktuellen hr-Hessentrend erreicht die Partei von Ministerpräsident Boris Rhein nur noch 25 Prozent. Das sind sieben Prozentpunkte weniger als bei der vorherigen Befragung im Februar. Die AfD legt dagegen um drei Punkte auf 23 Prozent zu. Auch die Zufriedenheit mit der schwarz-roten Landesregierung geht deutlich zurück, wie aus den Werten des hr hervorgeht.

Die CDU in Hessen käme laut der Umfrage noch auf 25 Prozent der Stimmen. ...Grafik: hessenschau.de/ infratest dimap

Für die CDU sind die Zahlen ein neuer Tiefstand: Noch nie lag die Partei im hr-Hessentrend so niedrig. Im Sommer 2025 hatte sie 36 Prozent erreicht und damit annähernd ihr Ergebnis bei der Landtagswahl 2023 von 36,4 Prozent gehalten.

Grüne legen zu, SPD verliert leicht

Auch der Koalitionspartner kann die Verluste nicht auffangen. Die SPD kommt auf 15 Prozent und verliert gegenüber Februar einen Punkt. Zusammen erreichen die beiden Regierungsparteien damit 40 Prozent. Für eine Fortsetzung ihrer Koalition hätten sie nach den aktuellen Umfragewerten keine Mehrheit.

Die Grünen verbessern sich um zwei Punkte auf 16 Prozent und liegen damit vor der SPD. Die Linke legt ebenfalls zu und festigt laut hr-Hessentrend ihre Aussicht auf eine Rückkehr in den Landtag. Die FDP erreicht nach einem leichten Zuwachs vier Prozent, bleibt damit aber unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Freien Wähler kommen auf drei Prozent und werden in der Kategorie der sonstigen Parteien erfasst.

Die AfD legt dagegen um drei Punkte auf 23 Prozent zu.

Mehrheit ist mit der Landesregierung unzufrieden

Nicht nur die Zustimmung zu den Regierungsparteien sinkt. Auch die Arbeit der Koalition bewerten die Befragten schlechter als noch im Februar. 54 Prozent sind mit der Landesregierung nicht zufrieden. Ein positives Urteil geben 38 Prozent ab, neun Prozentpunkte weniger als bei der vorherigen Erhebung. Im Februar hatten sich Zustimmung und Ablehnung noch die Waage gehalten. Zugleich wächst der Anteil der Menschen, die keiner Partei zutrauen, die drängenden Probleme zu lösen. Ein Drittel der Befragten sieht derzeit keine Partei mit entsprechender Kompetenz. Das sind acht Prozentpunkte mehr als zuvor.

Regierungsbildung würde schwieriger

Wären dies die Ergebnisse der Landtagswahl, wäre die Mehrheitsbildung deutlich schwieriger. Rechnerisch möglich wäre unter anderem ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen. Als einzige Zweierkoalition käme ein Bündnis aus CDU und AfD infrage. Die Union schließt eine Koalition und jede andere inhaltliche Zusammenarbeit mit der AfD bislang allerdings aus.

Boris Rhein im Gespräch mit O|N

In der Bevölkerung gibt es für einen grundsätzlichen Ausschluss der Zusammenarbeit mit der AfD indes keine Mehrheit. Ein gutes Drittel der Wahlberechtigten findet, andere Parteien sollten je nach Thema und Einzelfall über eine Zusammenarbeit mit der AfD entscheiden. Ein Viertel spricht sich dafür aus, eine solche Zusammenarbeit anzustreben. Ein gutes Drittel lehnt beides ab.

Bildung bleibt das wichtigste Thema

Am stärksten beschäftigt die Menschen in Hessen die Schul- und Hochschulpolitik. Dahinter folgen Fragen zu Zuwanderung und Flucht sowie zum Verkehr. Das Thema Zuwanderung verliert nach Angaben des hr zum zweiten Mal in Folge an Bedeutung.

Beim Wohnen befürworten 62 Prozent eine Verschärfung der Mietpreisbremse. Die Enteignung großer Wohnungsunternehmen gegen Entschädigung, wie in Berlin geplant, lehnen dagegen zwei Drittel ab. Breite Zustimmung gibt es dafür, Vorschriften zu streichen, um den Wohnungsbau zu erleichtern.

Für den Hessentrend befragte infratest dimap nach Angaben des hr vom 19. bis 22. Oktober 2026 insgesamt 1.185 Wahlberechtigte in Hessen, davon 695 telefonisch und 490 online. Die repräsentative Erhebung bildet die aktuelle politische Stimmung ab. Die nächste Landtagswahl steht erst in zwei Jahren an. Die Ergebnisse unterliegen statistischen Schwankungen, die laut hr beispielsweise bei einem Anteilswert von zehn Prozent etwa zwei Prozentpunkte betragen. (ksk) +++


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