05.11.26 - Nach 17 Jahren im Amt und drei Amtszeiten tritt Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos) in Dipperz (Kreis Fulda) nicht mehr an. Am 15. November stehen zwei neue Kandidaten zur Wahl: Daniela Bergmann (parteilos) und Michael Winter (parteilos). Beim Bürgermeisterforum der Fuldaer Zeitung (FZ) stellten sich die beiden am Mittwoch den Fragen von FZ-Moderator Rainer Ickler und denen der rund 350 Dipperzer.
"Ich freue mich, dass so viele gekommen sind. Das zeigt, dass die Kommunalpolitik interessiert", begrüßte Ickler die Gäste des Abends. Und dann ging es darum, wer auf den aktuell dienstältesten Bürgermeister im Kreis, Klaus-Dieter Vogler, folgt. Zur Wahl stehen Daniela Bergmann, 45 Jahre alt, parteilos. Sie wird unterstützt von der CDU. Und Michael Winter, 44 Jahre alt, parteilos. Er sitzt für die CWE im Gemeindeparlament in Künzell.
"Ich habe lange drüber nachgedacht und dann beschlossen: Ich traue mir das zu", sagt Bergmann über das Bürgermeisteramt. Winter ergänzt: "Ich habe mittlerweile viel Erfahrung gesammelt. Der Gedanke ist schon vor sechs Jahren gereift, ich wollte aber erst Erfahrung sammeln. Jetzt habe ich gesagt: Ich will antreten."

Michael Winter (parteilos)

Daniela Bergmann (parteilos)

Moderator Rainer Ickler
Das sind die Pläne der Kandidaten
Dipperz sei in den letzten Jahren laut Winter gut gewachsen. "Mein Ziel muss es sein, die Mittel zu entwickeln", sagt er. Daniela Bergman erklärt: "Dass wir Rücklagen haben, ist gut. Ich möchte, dass wir einen guten Weg finden, aus eigener Kraft unabhängig zu bleiben." Um die Ortsteile zu beleben, will Winter mehr Veranstaltungen, etwa einen Spielenachmittag für Senioren oder Konzerte auf dem Platz der Begegnung, etablieren. Bergmann setzt auf Begegnungsplätze innerhalb der Ortschaften für Jugendliche und Kinder.
Ein Thema, welches die letzten Tage viel diskutiert wurde und für Unruhe sorgte, ist die ärztliche Versorgung in Dipperz (O|N berichtete). "Der Bedarf ist da. Besonders für die Senioren würde es schwierig werden. Wir haben aber auch eine tolle Infrastruktur und vielfältige Möglichkeiten. Die Gemeinde muss für mehr Attraktivität sorgen und kreative Ideen finden, um für eine langfristige Lösung zu sorgen", sagt Bergmann. Als Beispiel nennt sie etwa Ausbildungsprogramme für Landärzte oder das MVZ selbst zu betreiben.
Michael Winter sagt dazu: "Ich habe den Kontakt ins Rathaus gesucht und mein Netzwerk in den letzten Wochen genutzt. Es gilt, auf Dauer ein Konzept zu entwickeln. Wir haben die Räumlichkeiten und die Gemeinde kann mitwirken. Wichtig ist es, mit den Betroffenen in Kontakt zu bleiben. Wir brauchen die ärztliche Verordnung hier vor Ort. Das ist mir wichtig."
Im Ortsteil Wisselsrod wird aktuell über ein Batteriespeicherprojekt diskutiert. Hierzu sind die Kandidaten grundsätzlich ähnlicher Meinung. "Das ist eine starke Belastung, die Baustelle dauert mehrere Jahre. Ich glaube aber, dass wir hier das Beste rausholen müssen und den Vorteil nutzen, zum Beispiel bei der Gewerbesteuer", so Bergmann. Sie wolle die Chance nutzen. Winter ergänzt: "Wir kommen um Batteriespeicher nicht drumherum. Es war in den letzten Wochen ein großes Thema in der Politik. Ich finde gut, dass die Flächen, die Wisselsrod belasten würden, nun erstmal zurückgestellt wurden." Ihm ist wichtig, dass die Bürger durch das Projekt möglichst wenig belastet werden.
Offen, nahbar und erreichbar als Bürgermeister
Für die Bürger wollen beide als Bürgermeister erreichbar und offen sein. "Ich will ein nahbarer Bürgermeister sein. Meine Tür sollte offen stehen. Ich habe zwar nicht immer eine Lösung, aber ich werde versuchen, eine zu finden", verspricht Michael Winter. Das sieht auch Bergmann so: "Ich will nahbar und erreichbar sein. Ich finde aber auch, dass die Kommunikation vom Rathaus nach außen optimiert werden könnte."
Im zweiten Teil des Abends hatten die Dipperzer die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Eine Frage bezog sich auf die Finanzierung eines Bürgerbusses, den Winter ins Leben rufen will. "Der Bürgerbus sollte von Bürgern für Bürger betrieben werden, das geht auch kostenneutral und funktioniert in anderen Kommunen auch schon", sagt Winter dazu.
Ein anderer Bürger wollte wissen, was die beiden der Jugend in Dipperz bieten wollen. "Wenn man die Jugend mit ins Boot holt, kommen tolle Ideen. Man muss es schaffen, dass die Jugend eine Verbindung zu Dipperz schafft, um sie hier zu binden", ist der Plan von Bergmann. Winter ergänzt: "Ich habe viele Ideen sammeln können. Der Jugendraum, Container am Lindenweg, oder den Platz gegenüber des Sporthauses weiterzuentwickeln. Ich will die Jugend mit einem Jugendparlament hören, das will ich etablieren."
Ein Fazit
Insgesamt verlief der Abend ohne große Kontroversen. Auch die teilweise kritischen Nachfragen der Dipperzer konnten beide Kandidaten souverän und schlüssig beantworten. Umso spannender wird aber das Wahlergebnis am 15. November werden. Am Ende gab es wie immer eine Probeabstimmung. Das Ergebnis ist am Donnerstag in der Fuldaer Zeitung nachzulesen. (Moritz Pappert) +++ 
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