06.11.26 - "Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?" – Keine Sorge, noch nicht ganz. Allerdings sorgten zwei hochdekorierte Damen und ein Herr am Donnerstag nicht nur für einen Schuss Glanz und Glamour in der Vogelsberggemeinde Antrifttal-Ohmes, sondern erfüllten eine Mission: Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU), die neue Weihnachtsbaumkönigin Iris I. und der aus seiner baden-württembergischen Heimat angereiste deutsche Weihnachtsbaumkönig Laurenz Vincent von Adelberg eröffneten offiziell die diesjährige Weihnachtsbaumsaison. Strahlende Gesichter, Sonnenschein und blauer Himmel – so darf es bleiben!
Sowohl der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger (BWS) als auch der Arbeitskreis Hessischer Weihnachtsbaum hatten zur gemeinsamen Saisoneröffnung geladen. Dabei war dem BWS-Vorsitzenden Eberhard Hennecke und seinem hessischen Kollegen Holger Schneider, Gudensberg, ein öffentlichkeitswirksames Szenario gelungen: Der Weihnachtsbaum, den der Hessische Landtag jährlich erhält, wurde dieses Mal von Astrid Wallmann selbst in Ohmes ausgesucht und das in einer "königlichen" Anbaufläche.

Dies wird der 2026er Landtags-Weihnachtsbaum, ausgesucht von Landtagspräsidentin ...
Königin Iris I. betreibt mit ihrem Ehemann Dirk Hill im Nebenerwerb in der Gemarkung Ohmes eine ansehnliche Weihnachtsbaumplantage. Das ganze Jahr über sieht man beide immer wieder bei Arbeiten an den kleinen und größeren Bäumen ihrer Kulturfläche.
Königin Iris steht erst am Anfang ihrer Amtszeit
Dirk Hill gehört dem Vorstand des Arbeitskreises Hessischer Weihnachtsbaum an, der angegliedert ist an den Hessischen Waldbesitzerverband. Als nun eine neue Weihnachtsbaumkönigin gesucht wurde, erhielt Iris Hill den Zuschlag. Bereits vor einigen Wochen repräsentierte sie den Verband beim "Majestäten-Empfang" des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein in Schloss Biebrich. Eine Idealbesetzung!

Weihnachtsbaumkönig Laurenz Vincent von Adelberg, Weihnachtsbaumkönigin Iris ...
Während Astrid Wallmann bereits seit mehr als vier Jahren ihr hochoffizielles politisches Amt bekleidet, ist die Hessische Weihnachtsbaumkönigin Iris I. also erst am Beginn ihrer zweijährigen Amtszeit als Markenbotschafterin. Astrid Wallmann präsentierte sich als ebenso leidenschaftliche wie sachkundige Fürsprecherin des heimisch angebauten Weihnachtsbaums: "Es ist den meisten Menschen gar nicht bewusst, wie viel Mühe und Arbeit verteilt über das ganze Jahr nötig sind, bis ein Baum nach zehn bis zwölf Jahren erntereif ist."
Wallmann verbindet emotional ganz viel mit dem Weihnachtsbau, wie sie im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS zum Ausdruck brachte: "Wenn der Weihnachtsmann früher klingelte und man als Kind endlich zur Bescherung am gemeinsam geschmückten Weihnachtsbaum kommen durfte, dann war und ist das bis heute immer etwas ganz Besonderes. Das ist echte Familientradition, auf die ich mich immer sehr freue." Der Baum verkörpere als das Symbol für Weihnachten jenseits des Konsumtrubels noch viel mehr: "Bei diesem Fest geht es um Gemeinschaft und um Werte, die für die Gesellschaft wichtig sind: mal den Blick auf andere zu werfen, denen es nicht so gut geht, als Gemeinschaft zusammenzustehen. Das ist doch heute besonders wichtig!"

Die Landtagspräsidentin begrüßt die Weihnachtsbaumkönigin.
Gekrönt von der Landtagspräsidentin
Mit dem Aufsetzen des Krönungs-Diadems durch Astrid Wallmann begann auch offiziell die Amtszeit von Iris I., bevor vom Königspaar und der Landtagspräsidentin der kräfteraubende erste Baumeinschlag in Angriff genommen wurde. Der widerstandsfähige Tannenbaum, dem es offensichtlich allzu gut an seinem Ohmeser Standort gefiel, wurde nach zwei Handsägen schließlich mit einer akkubetriebenen Säge besiegt. Er geht als Spende an eine gemeinnützige Organisation.
Einen Steinwurf entfernt suchte Astrid Wallmann dann ein Hillsches Prachtexemplar für das Foyer des Landtages aus. Die etwa sechs Meter hohe Nordmanntanne wird also bald die Reise nach Wiesbaden antreten und dort als natürlicher Vogelsberger Gruß die politische Landschaft aufwerten. Bei der Saisoneröffnung waren die weihnachtlichen Musikstücke des Katholischen Kirchenmusikvereins (KKM) Ruhlkirchen, in dessen Reihen neben Bürgermeister Dietmar Krist auch Hausherr Dirk Hill mitspielte, noch vorsaisonale Klänge. Deren spontanes Angebot, zum Umzug des Baumes auch im Landtag aufzuspielen, nahm Astrid Wallmann beglückt an – dann wird man also "O Tannenbaum" (vielleicht eine Abkürzung für Ohmeser Tannenbaum?) nicht nur hören, sondern auch sehen können.
Mit der Ernennung einer Weihnachtsbaumkönigin zur Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit war Hessen vor etwa 16 Jahren übrigens Vorreiter: als erster Landesverband und auch noch vor dem Bundesverband BWS. (goa) +++