06.11.26 - Bei der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises des Energieversorgers RhönEnergie zeigte sich auch am Donnerstag wieder: Es braucht Menschen, die anpacken, Ideen entwickeln und Verantwortung für ihre Umwelt übernehmen. Mit der Auszeichnung würdigt die RhönEnergie mittlerweile zum dritten Mal Initiativen und Projekte aus der Region, die Nachhaltigkeit ganz konkret leben. Vier Projekte wurden von der Jury ausgezeichnet.
Besonders in diesem Jahr: Aufgrund von Punktgleichheit gab es den dritten Platz gleich zweimal. Der erste Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, der zweite mit 3.000 Euro und die beiden dritten Plätze mit jeweils 2.000 Euro. Diese gingen nach Fulda, Hasselroth, Hofbieber und Nüsttal. Durch den Abend führte Unternehmenssprecher Dr. Volker Nies.

Die glücklichen Gewinner des Nachhaltigkeitspreises Fotos: Carina Jirsch
Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie, betont in seiner Begrüßung: "Die Preisverleihung ist etwas ganz Besonderes. Wir wollen damit die vielen kleinen Aktivitäten, die ein großes Ganzes ergeben, würdigen." Er ist besonders stolz, dass die Rhön Energie die erste Agri-PV-Anlage ins Leben gerufen hat. "Nachhaltigkeit entsteht nicht allein durch Technik und auch nicht allein durch politische Entscheidungen. Sie entsteht vor allem dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Menschen wie unsere Preisträger", so Heun weiter.
Eine Institution in Fulda geht mit gutem Beispiel voran. Die Hochschule Fulda hat sich auf die Fahne geschrieben, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu sein. Deren Kanzlerin Dr. Anke Günther erklärt dazu: "In dem Konzept sind über 120 Einzelmaßnahmen zusammengekommen. Das meiste davon ist in der Umsetzung", zeigt sie sich zuversichtlich. "Es wird uns aber nicht gelingen, null zu erreichen", gibt sie zu.

Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie und Geschäftsführer ...

1. Platz: Erneuer:Bar: Reparieren statt Wegwerfen

Bürgermeister Dag Wehner (CDU)
1. Platz: Erneuer:Bar: Reparieren statt Wegwerfen
Der erste Platz ging an das Jugendwerk der AWO Fulda für das Repair-Café Erneuer:Bar. Seit zehn Jahren schenkt die Initiative defekten Alltagsgegenständen ein zweites Leben. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Fachleuten können Besucherinnen und Besucher kaputte Gegenstände reparieren, selbst Hand anlegen und dabei neues Wissen erwerben. 15 Ehrenamtliche engagieren sich regelmäßig. Die Reparaturquote liegt bei 80 Prozent, mehr als 7.000 Gegenstände konnten bereits vor dem Wegwerfen bewahrt werden.
2. Platz: Rhönwichtel: Natur als täglicher Lernort
Den zweiten Platz belegte der Waldkindergarten Rhönwichtel aus Hofbieber. Die von einer Elterninitiative getragene Einrichtung vermittelt Kindern schon früh einen unmittelbaren Zugang zur Natur. Ganzjährig verbringen sie ihre Tage draußen, entdecken Tiere und Pflanzen, erleben die Jahreszeiten und lernen natürliche Kreisläufe kennen. Dabei entwickeln sie nicht nur ein Bewusstsein für den Wert der Natur, sondern auch Selbstständigkeit, Kreativität und ein respektvolles Miteinander. Ihr Umweltbewusstsein tragen sie ganz selbstverständlich auch in ihre Familien.

2. Platz: Rhönwichtel: Natur als täglicher Lernort

Unternehmenssprecher Dr. Volker Nies
3. Platz: Initiative "Hammelmöhre"
Das Familienprojekt der Familie Vieth verbindet traditionelle Landwirtschaft mit innovativen Ansätzen wie Agroforst und Permakultur. Im Mittelpunkt stehen gesunde Böden, natürliche Kreisläufe und der Erhalt der Artenvielfalt. Mit alten regionalen Obstsorten, samenfestem Saatgut, torffreier Pflanzenanzucht und neuen Lebensräumen für Wildbienen, Amphibien und andere Nützlinge zeigt die Initiative ein Beispiel für eine zukunftsfähige und klimaangepasste Lebensmittelproduktion.
3. Platz: Projekt "Wilde Weide Hasseler Weiher"
Auf rund 23 Hektar im Naturschutzgebiet Hässeler Weiher sorgen Taurusrinder, Konik-Pferde, Ziegen und Wasserbüffel für eine naturnahe Landschaftspflege. Durch ihre Beweidung entsteht ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume, das zahlreichen Tier- und Pflanzenarten zugutekommt. Die Erfolge sind beachtlich: Die Zahl blühender Knabenkräuter hat sich verachtfacht, seltene Vogelarten wie Wendehals und Steinkauz sind als Brutvögel zurückgekehrt.

Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie

3. Platz: Projekt "Wilde Weide Hasseler Weiher"

Geschäftsführer Dr. Arnt Meyer

3. Platz: Initiative "Hammelmöhre"
Podiumsdiskussion zeigt, wie wichtig Klimaschutz ist
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutierten der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt, IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow und RhönEnergie-Geschäftsführer Dr. Arnt Meyer über die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung. Dabei wurde deutlich: Die Anstrengungen für den Klimaschutz bleiben wichtig, zugleich sind neue Akzente und praktikable Lösungen gefragt. "Die alles entscheidende Frage ist: Wie machen wir Nachhaltigkeit nachhaltig? Also, wie bekommen wir es hin, dass Nachhaltigkeit zur Normalität wird?", sagt Schmitt.
Michael Konow ergänzt: "Der Bereich, in dem derzeit am wenigsten investiert wird laut unserer Konjunkturumfrage, ist der Umweltschutz." Mayer ist sich sicher: "Nachhaltigkeit ist der Dreiklang aus Umwelt- und Klimaschutz, aus wirtschaftlichem Wohlstand und Sozialem. Das wird immer ein Top-Ziel unserer Gesellschaft bleiben."
Zum Abschluss betonte Arnt Meyer die Bedeutung des Austauschs und der Vernetzung: "Der Nachhaltigkeitspreis zeichnet nicht nur einzelne Projekte aus. Er macht sichtbar, dass in unserer Region viele Menschen Verantwortung übernehmen. Die eigentliche Wirkung entsteht, wenn diese Menschen miteinander verbunden bleiben." Die RhönEnergie wird den Nachhaltigkeitspreis deshalb auch 2027 wieder verleihen. Zu den Projekten veröffentlicht die RhönEnergie im Internet Filme unter re-gruppe.de/Nachhaltigkeitspreis (Moritz Pappret) +++ 