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- Fotos: Hendrik Urbin

Pfarrer Stefan Bürger
19.11.10 - FULDA
Heute Vormittag haben Familienangehörige, Mitarbeiter, zahlreiche Journalisten sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben Abschied von Gabriele Weigand-Angelstein genommen. Die Fuldaer Journalistin war am vergangenen Samstag unerwartet im Alter von 57 Jahren gestorben. „Alles hat seine Zeit“, zitierte Pfarrer Stefan Bürger bei der Trauerfeier in der evangelischen Kreuzkirche Fulda aus dem Buch „Prediger“. „Geboren werden hat seine Zeit, Sterben hat seine Zeit.“ Das Gleiche gelte für Lachen und Weinen. Er habe oft zusammen mit Gabriele Weigand-Angelstein gelacht, bei persönlichen Begegnungen oder am Telefon. „Weil es immer so war, deswegen ist der Schmerz auch so groß - weil es nun verstummt ist, dieses Lachen.“ Zu dem Spruch „Lachen hat seine Zeit, Weinen hat seine Zeit“, passe auch das Motto der Verstorbenen „Jedes Ding hat zwei Seiten“. Das Lachen sei die eine Seite, das Verstummen dieses Lachens nun die andere.
„Gott, wie können wir dich verstehen, wenn das Leben so zuschlägt?“, fragte Pfarrer Stefan Bürger in seiner Predigt vor rund 200 Trauergästen. Gott habe keine Freude am Leid und am Tod. „Er leidet mit, wenn wir leiden.“ Auch Glaube und Hoffnung hätten ihre Zeit, genau wie das Vertrauen, dass Gabriele Weigand-Angelstein im Tod nicht tiefer fallen könne als in Gottes Hand. “Lasst uns heute um sie trauern, aber sie nie vergessen", sagte Pfarrer Bürger. Der A capella-Chor "Vocal-Voices" aus Bachrain umrahmte die Trauerfeier musikalisch - eingangs mit "Meine Zeit liegt in deinen Händen". Domkapellmeister Franz-Peter Huber, Leiter des Domchores, sang den vertonten 23. Psalm "Der Herr ist mein Hirte". Zum Schluss intonierte der Chor das Beatles-Lied “All you need is love …”. Dieses Stück hatte sich Gabriele Weigand-Angelstein in ihrem Testament für die Trauerfeier gewünscht. Die Beisetzung fand anschließend auf dem Friedhof in Fulda-Neuenberg statt.
Gabriele Weigand-Angelstein hatte ihre Laufbahn als Journalistin in den 70er-Jahren bei der „Fuldaer Volkszeitung“ begonnen. Später arbeitete sie als Korrespondentin für die Region Osthessen für den Hessischen Rundfunk. Zusammen mit ihrem Mann Martin Angelstein hob sie vor zehn Jahren das Nachrichtenportal „osthessen-news“ aus der Taufe. Bis zu ihrem Tod führte sie die Geschäfte des „Medienkontor Fulda“.
Lesen Sie auch den Nachruf auf Gabriele Weigand-Angelstein: "Abschied von einer großartigen Journalistin und Frau: zum Tod von Gabriele Weigand-Angelstein" - http://www.osthessen-news.de/nachruf.html . (red) +++

Die Beisetzung auf dem Friedhof Fulda-Neuenberg