Mit Samt ausgeschlagene Verpackung für Eau de Cologne.

05.04.11 - Firmen-News

Verpackungsunternehmen STI Group: 60 Jahre Standort Lauterbach

Das Jahr 1951: die deutsche Nationalelf tritt zu ihrem ersten Nachkriegsländerspiel im Ausland in der Schweiz an, die Bundesrepublik Deutschland wird Mitglied der UNESCO, der erste kommerzielle Röhrenrechner mit 19 Tonnen Gewicht kommt auf den Markt – und in Lauterbach werden im neu errichteten Werk der STI Group die ersten Verpackungen produziert.

Als der 23-jährige Gustav Emil Stabernack am 09. Mai 1879 eine Buchbinderei in Offenbach gründete, wusste er nicht, dass er damit den Grundstein für ein heute europaweit führendes Verpackungs- und Displayunternehmen legte. Wie und wann die Familie Stabernack auf die Idee kam, „Cartonnagen“ herzustellen, ist nicht überliefert, doch bereits zur Jahrhundertwende errichtete der Firmengründer eine richtige Fabrik mit angeschlossenem Dampfkraftwerk und stellte ausschließlich Verpackungen her, um die wachsende Nachfrage nach individuellen Einweg-Verpackungen zu befriedigen. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wächst die Gustav Stabernack GmbH weiter: Eine Entwicklungs- und Forschungsabteilung zur optimalen Beratung der Kunden wird eingerichtet, Mitarbeiter gezielt ausgebildet. Die Gustav Stabernack GmbH macht sich einen Namen in der Branche für maßgeschneiderte Verpackungen.

65 Jahre nach der Firmengründung scheint alles vorbei zu sein

Während der Luftangriffe auf Deutschland 1944 wird der Produktionsstandort in Offenbach komplett zerstört. Ein Wiederaufbau ist undenkbar. Richard Stabernack, der das Unternehmen inzwischen führt, sein Sohn Wilhelm sowie einige Mitarbeiter retten Maschinen aus den Trümmern. Da die größten Abnehmer in dieser Zeit die Molkereien in Hessen und Thüringen waren – allen voran die Milchwerke Fulda-Lauterbach mit dem Lauterbacher Strolch-Camembert – und der Vogelsberg die Luftangriffe fast völlig unbeschadet überstanden hatte, wurde die Produktion zunächst in der Sickendorfer Reithalle aufgenommen. Nach zähen Anfängen ging es schon Ende der vierziger Jahre steil bergauf. 1950 wird der Grundstein für ein neues Werk in Lauterbach gelegt, am 02.04.1951 nahmen die ersten Maschinen die Produktion auf. Das Werk ist heute noch das Stammwerk der STI Group und ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Gustav Stabernack GmbH als Pionier in der Verpackungsbranche

Nachdem die Produktion erfolgreich angelaufen war, suchte Richard Stabernack gemeinsam mit seinem Sohn Wilhelm nach neuen, innovativen Lösungen, um das Produktportfolio auszuweiten. In der Entwicklungsabteilung entstand die Idee, die stabile Wellpappverpackung mit einer hochwertig bedruckbaren Kartonverpackung zu kombinieren. Mit Chrowell, einem auf eine einseitige Wellpappe kaschierten offsetbedruckten Kartonbogen, setzte das Unternehmen die Idee um. Das Produkt ist stoßfest und gleichzeitig bedruckt - die Transportverpackung wird zur Verkaufsverpackung. In der Wirtschaftswunder-Zeit liegen die Ursprünge hochwertiger Verpackungen, die dazu beitragen sollen, die Produkte attraktiver zu machen und Kunden zum Kaufen zu animieren.

Das Unternehmen bewährt sich bei der Entwicklung besonders hochwertiger Verpackungen wie beispielsweise einer mit Samt ausgeschlagenen Verkaufsverpackung für Eau de Cologne und gehört bereits beim 1. Deutschen Verpackungswettbewerb, der 1963 ausgetragen wurde, zu den Siegern.

Seit den 50er-Jahren zählt die Marke Asbach zu den Kunden der Unternehmensgruppe und setzt seither auf die absatzfördernde Wirkung hochwertiger Geschenkverpackungen. Die ersten Verpackungen bestanden aus einer offsetbedruckten Rundhülse, Deckel und Unterteil aus Kunststoff.

Heute wird ein Teil der Asbach-Range in einer 6-farbig offsetveredelten Faltschachtel aus Wellpappe mit UV-Lackierung angeboten. Das Siegel sowie ein Teil des Logos werden durch eine Goldfolienprägung betont, zweistufig geprägte Elemente sollen der Verpackung eine fühlbare Wertigkeit verleihen.

Die STI Group im Wandel der Zeit

Heute firmiert das Unternehmen, das in vierter Generation im Besitz von Frau Dr. Kristina Stabernack ist, unter der Dachmarke STI Group (Service – Technology – International). Die Leitung der Unternehmensgruppe liegt in den Händen von Prof.Dr. Frank Ohle und Dr. Tom Giessler. Die letzten Jahre standen im Zeichen des Wachstums: Die STI Group verfügt mittlerweile über 14 eigene Werke und Vertretungen in über 20 Ländern, hinzu kommt eine enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern auf der ganzen Welt. Über 2.000 Mitarbeiter erwirtschaften heute einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Im Lexikon „Marken des Jahrhunderts“, Herausgeber Dr. Florian Langenscheidt, steht die STI Group als das Synonym für Verpackungen und Displays. Die ersten 1951 in Lauterbach errichteten Unternehmensgebäude, die zeitweise auch der Inhaberfamilie als Wohnhaus dienten, werden heute noch genutzt und beherbergen die Versandlogistik, welche die Auslieferung der Waren in alle Länder koordiniert. +++


Die Belegschaft des Werkes Sickendorf kurz vor dem Umzug an den neuen Standort in Lauterbach in 1951.

Als Vorsitzende des Beirats ist Dr. Kristina Stabernack heute in vierter Generation tätig, die operative Geschäftsführung liegt in den Händen von Prof. Dr. Frank Ohle (links, Vors. der Geschäftsführung) und Dr. Tom Giessler (rechts).


Luftaufnahme des Lauterbacher Produktionsstandortes aus den Jahren 1956...

...und 2000.

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