Bei herrlichstem Frühsommerwetter holten sich Lieb/Krumbach im Porsche 911 GT3 von Manthey-Racing, den zweiten Gesamtsieg innerhalb von zwei Wochen. Eine Runde Vorsprung auf den Zweitplatzierten mit Mies und Winkelhock am Steuer des neuen Audi R8 LMS ultra, von Phoenix-Racing, zeugten von einer souveränen Leistung der Piloten und eines bestens vorbereiteten Autos. Platz drei holte sich die BMW-Mannschaft Uwe Alzen, Dirk und Jörg Müller von Schubert-Motorsport, mit dem Z4 GT3. Sie waren es auch, die den Abbruch des 54. ADAC ACAS H&R-Cups verursachten. Dirk Müller war im Streckenabschnitt Tiergarten mit dem Ginetta G50 von Knox/Richards kollidiert. Während Müller unverletzt blieb, wurde Richards zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Glücklicherweise wurden keine schweren Verletzungen festgestellt, so dass er das Krankenhaus am Abend wieder verlassen konnte. Durch die Abbruchregelung, dass die Platzierung der vorletzten Runde vor dem Abbruch zählt, kamen Alzen/Müller/Müller noch aufs Podest.
Grund zum Jubel hatte wiederum das Bad Könighöfer Team Lingmann-Motorsport. Wie vor zwei Wochen, holte sich die Mannschaft um Team-Chef Herbert Lingmann, den Sieg in der heiß umkämpften Klasse SP5 (Spezialfahrzeuge bis 3000 ccm). Diesmal waren es die beiden Franzosen Pierre de Thoisy und Thierry Depoix, die sich mit dem Schweizer Kurt Thiel verstärkt hatten. Diese Drei werden auch das 24h-Rennen zusammen bestreiten, das in drei Wochen stattfindet. Nach Platz 5 im Training, schob sich das Trio mit einer wiederum souveränen Leistung Platz um Platz nach vorne. Exakt um 13.42 Uhr jubelte die Lingmann-Crew vor den Monitoren, da setzte sich der gelbe Renner mit der Startnummer 243 an die Spitze, die er bis zum Schluss nicht mehr abgab.
Da der dritte VLN-Lauf zugleich der letzte Testlauf vor dem 24h-Rennen war, griff diesmal Christian Leutheuser wieder ins Lenkrad. Der beim ersten Rennen völlig zerstörte BMW M3 (Klasse bis 3500 ccm) wurde neu aufgebaut und musste nun auf seine Standfestigkeit für den Langstreckenklassiker getestet werden. Hubert Nacken und Michael Hess vervollständigten die Einsatztruppe auf dem Auto. Ein erstaunlicher 2. Platz im Qualifying gab Anlass zur Hoffnung. Aber im Rennen lief es nicht so glatt. Bereits in der Startrund wurde Hubert Nacken in der ersten Kurve nach Start und Ziel von einem Konkurrenten angeschoben, so dass er sich wie ein Kreisel im Pulk der nachfolgenden Teilnehmer drehte. Glücklicherweise kam es zu keiner „Feindberührung“. Trotzdem war das Feld enteilt, bis Nacken sein Fahrzeug wieder unter Kontrolle hatte. Nun startete er eine furiose Aufholjagd wobei die gute Performance des Autos unübersehbar war. Michael Hess, der in der Zwischenzeit das Steuer übernommen hatte, trieb wie sein Vorgänger die Konkurrenz vor sich her. Die Verfolgungsjagd endete allerdings in der 8. Runde jäh, als ein kapitaler Motorschaden diagnostiziert wurde. Viel Arbeit kommt nun auf Christian Leutheuser und Herbert Lingmann zu, denn es bleibt nicht viel Zeit, um einen konkurrenzfähigen Motor auf die Beine zu stellen.
Pech hatte auch diesmal die Porsche-Truppe mit den Dreieichern Norbert Schneider und Stephan Köhler, mit ihrem Königsteiner Partner Axel Hörger. Im Qualifying lief alles bestens. Mit Platz 3 konnte das Rennen beruhigt angegangen werden. In dem Starterfeld von 13 Fahrzeugen hielten die drei mühelos Platz drei, mit Aussicht auf einen der vordersten Plätze. Dann in Runde 15 das Fiasko. Stephan Köhler wurde nach dem Fahrerwechsel beim Überholen von einem Gegner hinten rechts gerammt, wobei nicht nur die Felge kaputt ging, sondern die rechte Hinterradaufhängung zu Bruch ging. Das schmerzliche Aus in hoffnungsvoller Position liegend. Die drei Hessenjungs legen nun erst mal eine Pause ein, da sie das 24h-Rennen auslassen werden. Das ist für das Team eine kleine Entlastung, da für das Ereignis des Motorsportjahres vier Autos akribisch vorbereitet werden müssen. An dieser Stelle sei nochmals an das Gewinnspiel der Rhön- und Saalepost erinnert, bei dem es Eintrittskarten für das Jubiläumsrennen, 40. ADAC Zurich 24h-Rennen Nürburgring, zu gewinnen gibt. Diese berechtigen an allen vier Renntagen zum Besuch der Tribünen, des Fahrerlagers und der gesamten Strecke. Ein Leckerbissen für alle Fans. +++