02.02.14 - Kurz, aber knackig und vor allem persönlich war die offizielle Verabschiedung von Dr. Wolfgang Dippel (CDU) am Samstagvormittag im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses. Der Ex-Bürgermeister ist seit genau 14 Tagen Staatssekretär im hessischen Sozialministerium. Das Büro im achten Stock der Behörde in Wiesbaden hat der 59-Jährige schon bezogen, erste Gespräche geführt und öffentliche Termine wahrgenommen. Seine Erlebnisse waren bisher "ausnahmslos positiv", berichtete Dippel im Interview mit osthessen-news.de. Zehn Jahre war der gebürtige Nordhesse Bürgermeister der Stadt Fulda - und damit war er nach Heinrich Gellings der zweitlängste im Amt. Er verantwortete das Dezernat zwei mit den Ressorts Recht, Ordnung und Verkehr und Jugend, Familie, Soziales und Schule.
110 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Sport und dem öffentlichen Leben verabschiedeten sich von "ihrem Wolfgang" in der Domstadt. "Ich kann nur eins sagen: Danke. Und: ich verlasse zwar das Stadtschloss, aber nicht unsere Stadt." Die Feier dauerte genau 49 Minuten. Danach hatte Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) zum Empfang bei einem Gläschen Wein geladen.
Das Stadtoberhaupt trat traditionell mit Amtskette auf. Er bedauert den Weggang des Bürgermeisters. "Wir waren ein richtig gutes Team - der OB, Dr. Dippel und Cornelia Zuschke als Stadtbaurätin", betonte Möller. Er plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen und verschwieg nicht: "Wir waren zwar nicht immer einer Meinung, haben aber zu jeder Zeit sachlich und konstruktiv diskutiert." Dippel habe seine Entscheidung aber immer nach dem Motto "Ober sticht Unter" akzeptiert, schmunzelte Möller. Seine Wünsche für Dippel: Gesundheit, Kraft, Ausdauer und Gelassenheit. Im Rückblick sprach er von einer "glücklichen Zeit". Auf Etikette achteten die beiden immer besonders. Trotz der engen Zusammenarbeit und der vielen hundert Treffen sind Möller und Dippel bis heute per Sie.
"Nichts ist so beständig wie die Veränderung", sagte Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann (CDU). Sie lobte Dippel als "hervorragenden Sozialpolitiker", dessen fachliche und menschliche Seite besonders sei. Bei den Stadtverordneten habe er sich durch Einsatz und Verantwortungsgefühl parteiübergreifend einen Namen gemacht. Hartmann nannte eine Reihe positiver Veränderungen, die auf Dippels Konto gehen: Ausbau der U3-Betreuung, Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen, Kampf gegen Vandalismus oder die Nachtstreifen mit der Polizei. "Wolfgang Dippel ist immer bei den Menschen - er war ein Bürgermeister für alle Fuldaer: fair, sachorientiert, unkompliziert und humorvoll". CDU-Fraktionschef Gerhard Stollberg sprach von Bedauern und Wemut, aber auch Anerkennung und Stolz. Dippel sei ein "umgänglicher Konservativer" und ein "guter Fürsprecher für unsere Region".
"Mein Motto heißt: Ran an die Bürger" - und das bleibt auch in Zukunft so, sagte Dippel - "auch wenn mein Tagesablauf jetzt anders aussieht". Er gehe als Staatssekretär weiter diesen offenen Weg. An eine nette Geste erinnert er sich gerne: "Ich hatte immer Fußbälle im Kofferraum. Und wenn begeisterte Schüler kamen, habe ich die gerne verschenkt." Das Credo des 59-Jährigen: "Jeder neue Tag ist ein geschenkter Tag, im sportlichen Bereich ein gewonnener Tag." In Wiesbaden müssten sich die Mitarbeiter und vor allem sein Büro jetzt an die "Ahle Worscht" gewöhnen und etwa das Sportabzeichen absolvieren.
Ein "dickes Dankeschön" richtete Dippel an OB Möller. "Wir waren wirklich ein Team." Möller sei immer ein guter Berater gewesen: fürsorglich, sozial, menschlich und fachlich perfekt. "Dem Mann macht man nichts vor." Abschließend sagte Dippel: "Ich werde die Region nicht aus den Augen verlieren. Ganz sicher." Denn Fulda habe lieb gewonnen, Fulda bleibt der Wohnsitz und er bleibt Chef des Fuldaer CDU-Stadtverbands. Und er bleibt "seinem Fußball" treu: den Borussen und den Lehnerzern. (Christian P. Stadtfeld). +++ 