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REGION NACHGEDACHT 117

Brauchen wir das leere Grab? - Gedanken von Christina LEINWEBER

05.04.15 - Immer wieder stellen wir Christen uns die Frage, wie das denn mit der Auferstehung zu verstehen sei. Die Bibel lässt uns nicht im Stich – sie berichtet erfüllt vom Glauben an den Sohn Gottes gleich mehrfach vom auferstandenen Jesus. Maria Magdalena ist die erste Zeugin eines Wunders, das für die meisten Menschen nicht mehr mit ihrem aufgeklärten Denken nachvollziehbar ist: Erfüllt von Trauer geht Maria am Ostermorgen zum Grab und findet es leer vor. Jesus erlöst sie aus ihrer Trauer und gibt sich ihr als ihr Rabbi zu erkennen.

Ist Jesus leiblich auferstanden? Konnte er einfach so den Stein wegrollen? Natürlich entstehen Fragen bei einer solch „wundervollen“ Erzählung. Wir wollen Antworten. Fakten. Ich weiß selbst, dass ich einmal den Bericht vom leeren Grab nicht so ernst genommen habe. Für mich war lange klar, dass das leere Grab für einen Glauben an die Auferstehung nur wichtig ist, wenn man sich eine leibliche Auferstehung vorstellt. Die Seele ist doch das Wichtige und die hätte durch den Stein „schweben“ können!

Paulus hat mich jedoch eines anderen belehrt. Er schreibt in einem Brief an die Korinther – die sich bereits ein paar Jahrzehnte nach dem Tod Jesu fragten, wie das denn alles zu verstehen sei – einen Antwortbrief, der auch mich einmal erneut über meinen Glauben nachdenken ließ. In dem Brief erklärt Paulus die Auferstehung leiblich und geistig. Mithilfe des Bildes vom Samenkorn erläutert er, dass der leibliche Körper irdisch verwesen werde, er aber für den Himmel neu geschaffen werde. Für Paulus ist dies so wichtig, weil der Körper für ihn Medium der Kommunikation ist. Ohne Körper könnte man theoretisch im Himmel nicht kommunizieren.

Die Idee klingt einleuchtend. Es macht das Denken vielleicht einfacher. Aber nach all dem Denken und Überlegen ist mir auch klar geworden: Du musst nicht wissen, wie es passiert! Du musst nur glauben, dass es passiert ist! Dass Jesus auferstanden ist. Dass wir alle auferstehen. Diese unüberbietbare Hoffnung wird uns heute alle Jahre wieder geschenkt. Und ich freue mich schon jetzt, wenn ich morgen früh in der Osternacht den Bericht vom leeren Grab hören darf: „Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war, sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht.“ (Christina Leinweber) +++

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ZUR PERSON: Christina Leinweber, 1988 geboren in der osthessischen Bischofsstadt Fulda, neun Jahre katholisch-private Schulausbildung – so war der Weg zum Theologiestudium für sie vorbestimmt und beschlossen. Es ging dann für vier Jahre Studium in die nächste Bischofsstadt Paderborn - hat inzwischen ihr 1. Staatsexamen in der Tasche und ist seit Anfang November 2013 im Schuldienst des Landes Hessen. Ihre Tätigkeit als Kolumnistin bei osthessen-news.de möchte sie auch in Zukunft fortsetzen. Sie selbst bezeichnet sich als liberal-theologisch und kommentiert (seit 117 Wochen) in der Serie "NACHGEDACHT" Dinge des Alltags aus ihrer persönlichen Sicht. +++


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