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REGION NACHGEDACHT 188

Vergebung - Gedanken von Christina LANDER

Zur Person:CHRISTINA LANDER, 1988 mit dem Mädchennamen Leinweber geboren in der osthessischen Bischofsstadt Fulda, neun Jahre katholisch-private Schulausbildung – so war der Weg zum Theologiestudium für sie vorbestimmt und beschlossen. Es ging dann für vier Jahre Studium in die nächste Bischofsstadt Paderborn - hatte dann ihr erstes Staatsexamen in der Tasche, bestand nach einjäh-riger Refendarzeit in Lauterbach auch das zweite Staatsexamen und ist seit Beginn des Schuljahres 2015/2016 Lehrerin an der Fuldaer Marien-schule. Ihre Tätigkeit als Kolumnistin bei osthessen-news.de möchte sie auch in Zukunft fortsetzen. Sie selbst bezeichnet sich als liberal-theologisch und kommentiert (seit 188 Wochen) in der Serie NACHGEDACHT Dinge des Alltags aus ihrer persönlichen Sicht.

14.08.16 - Es ist ein starkes Wort: Vergebung. Wir assoziieren es sofort mit religiösen Aspekten wie der Sündenvergebung. In einer schwächeren Variante könnte es auch synonym Entschuldigung lauten. Aber auch Gnade und Lossprechung wären Möglichkeiten, das Wort zu beschreiben. Im katholischen Glauben erlangt der Sünder nach der Beichte durch die göttliche Vollmacht Vergebung.

Wenn wir verletzt und tief gekränkt wurden, erwarten wir zumeist eine Entschuldigung. So haben es schon unsere Eltern gelernt, so haben sie es uns beigebracht: Man entschuldigt sich, wenn man etwas angestellt hat. Doch leider ist das oft nicht immer ganz so einfach: Eine Entschuldigung bedeutet, dass man auch seine Schuld eingesteht. Und vielen Menschen steht ihr Stolz im Weg, eine ernst gemeinte Entschuldigung auszusprechen.

Was ist aber, wenn wir gekränkt wurden und eine Entschuldigung bleibt dann wirklich aus? Das große Problem ist ja dann meistens, dass es uns belastet, wenn wir verletzt wurden. Wie geht es dann weiter, wenn der Mensch, der uns getroffen hat, keinen Schritt auf uns zugehen möchte? Eine Entschuldigung wäre heilsam und könnte die Wogen glätten.

Dann gibt es nur noch eine Möglichkeit: Wir müssen vergeben, ohne dass wir eine Entschuldigung gehört haben. Denn so lange wir böse oder gekränkt oder wütend sind, haben wir eine bleibende Last, die auf uns ruht und uns innerlich zerfressen kann. Jemandem zu vergeben, ist zwar oft sehr schwer. Aber die Last der Wut weiter zu tragen, ist wohl auf lange Sicht noch schwerer. Deswegen wäre Gnade vor Recht walten zu lassen, auch eine Möglichkeit, sich selbst zu befreien und sich selbst zu erlösen.

Im Fuldaer Land gibt es ein amüsantes Wort - es heißt "ehrbeschissen": Wir bestehen oft darauf, unsere Ehre behalten zu wollen, indem wir unser Recht haben möchten. Aber oftmals denke ich, dass es genau das ist, warum wir so viele Schwierigkeiten untereinander haben. Und zu allem Überfluss beißen wir uns an etwas fest und merken nicht, dass es uns daran hindert, wieder frei zu werden. Deswegen sollten wir uns immer wieder um Nachsicht bemühen und gnädig mit uns selbst und anderen sein. Das ist Vergebung, die heilsam sein kann. (Christina Lander) +++. 


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