Ulrich Künz, Bürgermeister von Kirtorf, spricht sich klar für eine Fusion aus. - Foto-Montage: O|N

KIRTORF/ANTRIFTTAL Zwei Gemeinden - eine Fusion? (2)

Bürgermeister Künz: "Kirtorfer werden mit deutlicher Mehrheit für Fusion stimmen"

04.01.18 - Zwei Gemeinden - eine Fusion? Um in Zukunft dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und zudem noch eine bessere Versorgung vor Ort mit geringstmöglicher Belastung für die Einwohner zu gewährleisten, wird derzeit in den beiden Gemeinden Kirtorf und Antrifttal über eine Fusion nachgedacht. Kirtorfs Bürgermeister Ulrich Künz ist sich sicher: "Wir brauchen Mut zur Veränderung."

Fotos: Luisa Diegel

Schon seit Jahrzehnten arbeiten die beiden Gemeinden im Vogelsbergkreis in vielen Bereichen zusammen. Sei es die Abwasserbeseitigung, die Pflegedienstleistung oder der gemeinsame Schulstandort - "die interkommunale Zusammenarbeit ist ein Paradebeispiel, das es in Hessen nicht oft gibt", so Ulrich Künz im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Deshalb sieht er auch eine Fusion als "keine große Geschichte". Diese würde nur die enge Zusammenarbeit der beiden Gemeinden weiter stärken.

Nachteile habe eine mögliche Fusion laut Künz keine. "Die finanzielle Situation der struktur- und finanzschwachen Gemeinden, zu denen Antrifttal und Kirtorf zählen, wird sich in den nächsten Jahren aufgrund der verschiedenen Einflussfaktoren - gesellschaftliche, soziale und technische Veränderungen - voraussichtlich nicht verbessern. Lösungen von Problemen müssen gesucht werden, wir müssen uns den Herausforderungen rechtzeitig stellen." Denn er sieht gute Chancen, die Position beider Gemeinden im Altkreis Alsfeld durch eine Fusion nachhaltig sichern zu können.

Die meisten Bürgerinnen und Bürger von Kirtorf würden dies genauso sehen. Denn durch die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren, ist die Verbindung zu Antrifttal gewachsen, auch im persönlichen und menschlichen Bereich. Deshalb wagt Künz eine Prognose für den Bürgerentscheid: "Ich bin mir sicher, dass die Kirtorfer mit einer deutlichen Mehrheit für die Fusion beider Gemeinden stimmen werden."

Das sieht auch Dieter Wössner, Stadtverordnetenvorsteher in Kirtorf so. "Natürlich gibt es auch Bürger, die sich dagegen stemmen und versuchen, Stimmung zu verbreiten. Wir müssen einfach noch mehr Überzeugungsarbeit leisten."  Denn nachdem die Machbarkeitsstudie Ende 2017 erschienen ist, gab es viele Nachfragen und inhaltliche Diskussionen. Die Strukturmodelle werden nun weiter untersucht, aktualisierte Daten für einen gemeinsamen Haushaltsplan sollen für mehr Klarheit sorgen. Auch die gesamten Einsparungen müssen nach kritischen Nachfragen der Einwohner bestätigt werden. "Die Zahlen werden wahrscheinlich noch positiver ausfallen, als sie in der Machbarkeitsstudie aufgeführt sind", so Künz.

Doch Wössner möchte nicht nur am Geld festhalten. "Natürlich ist es wichtig. Wir müssen aber auch einen Schritt weiter denken und uns fragen, was als nächstes kommt. Wir wollen doch unseren Kindern und Enkelkindern in Zukunft etwas bieten, damit sie hier bleiben." Deshalb solle durch eine Fusion die Region stärker gemacht werden, Vereine weiter gefördert werden, sodass Grillhütten oder Sportheime weiter erhalten bleiben können.

Bei einem Bürgerentscheid im Herbst dieses Jahres, der gleichzeitig mit der Landtagswahl vonstatten gehen soll, haben nun die Bürger die Entscheidung in der Hand. Eine Zustimmung ist jedoch nur dann gültig, wenn eine Mehrheit in beiden Kommunen für eine Fusion stimmt. Diese Mehrheit muss aus mindestens 25 Prozent der stimmberechtigten Wählerinnen und Wählern bestehen. Eine Stimmgleichheit wäre also als Ablehnung zu sehen. (Luisa Diegel) +++


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