Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (Fünfte von rechts) während der Feierstunde zur Verleihung des Umweltpreises 2018 mit den Ausgezeichneten und Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna (Sechster von rechts) sowie Gelnhausens Bürgermeister Daniel Glöckner (rechts). - Foto: Frank Walzer

SCHLÜCHTERN Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwick

Umweltpreise an Ökologische Forschungsstation veröiehen

01.12.18 - Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler hat den Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises an die Ökologische Forschungsstation Schlüchtern und die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) sowie einen Sonderpreis an Familie Rothe/Klingenberg aus Gelnhausen überreicht. Der Ausschuss für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Umwelt und Landwirtschaft hatte in diesem Jahr aus den zahlreichen Vorschlägen zwei Preisträger ausgewählt, die sich den mit 5.000 Euro dotierten Preis teilen und würdigte erstmals in Form eines Sonderpreises eine Familie, die sich vor ihrer Haustür mit großem Einsatz für die Erhaltung der Umwelt einsetzt.

„Umweltschutz vor Ort zu leben, den Nachhaltigkeitsgedanken an neue Generationen weiter zu geben, sich selbst zu fragen: ‚Was kann ich tun?‘ und das in die Tat umsetzen, ganz offensiv und kreativ, das ist es, was die Preisträgerinnen und Preisträger auszeichnet“, erklärte Umweltdezernentin Susanne Simmler während der Feierstunde zur Preisverleihung im Bürgertreff in Rodenbach am vergangenen Mittwoch.

Daher sei es eine gute Tradition, diesen wertvollen Projekten mit der Umweltpreisverleihung die verdiente Anerkennung und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Seit inzwischen 43 Jahren gibt es den Preis. Damit ist er eine der ältesten kommunalen Auszeichnungen im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes. Einige Jahre länger gibt es bereits die Ökologische Forschungsstation Schlüchtern (ÖFS). Hier wird seit über 50 Jahren das Leben von höhlenbrütenden Singvögeln, Kleinsäugern und Insekten erforscht. Dazu gehören die Betreuung von jährlich rund 1.500 Nistkästen und sorgfältige Dokumentation und Auswertung der erhobenen Daten. So ist unter der Leitung von Dr. Karl-Heinz Schmidt über die Jahre eine wertvolle Sammlung grundlegender Informationen zu den unterschiedlichen Lebensräumen entstanden.

„Diese ehrenamtliche Forschungsarbeit hat damit einen unschätzbaren Wert erlangt“, sagte Susanne Simmler mit Blick auf die zum Teil gravierenden Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt. Weitere eindrucksvolle Ergebnisse liefern abgeschlossene und aktuelle Projekte mit dem Fachzentrum Klimawandel (FZK) im Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Die Forschungsstation arbeitet außerdem mit HessenForst, der Vogelwarte Helgoland, dem NABU, dem BUND sowie dem Landschaftspflegeverband des Main-Kinzig-Kreises eng zusammen und steht im Austausch mit verschiedenen Universitäten.

Ein weiterer Beitrag zum nachhaltigen Umweltschutz sind die vielfältigen Veranstaltungen für große und kleine Naturliebhaber: Ob Kurse zur Brutbiologie, Streuobstwiesen-Exkursionen, Vogelstimmenwanderungen oder erstes Mikroskopieren – unter fachkundiger Leitung der wissenschaftlichen Mitarbeiter wird mit allen Sinnen nachhaltig das Wissen erweitert.

Den örtlichen Schulen bietet die ÖFS intensive Lernerlebnisse in gemeinsamen Projekten (u.a. „Solitäre Insekten“, „Eine Hecke für die Haselmaus“) sowie Exkursionen. Seit 2012 begleitet die ÖFS Schüler der Bergwinkelschule Schlüchtern mit einem vielfältigen Exkursionsprogramm durch die gesamte Grundschulzeit. Für dieses besondere Programm erhielt die Schule vom Land Hessen die Auszeichnung „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“. Ferner betreut die ÖFS Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend forscht“ und unterhält über 20 Hektar Streuobstwiesen in extensiver Nutzung.

Auch die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung e.V. (GNA) bietet viele Möglichkeiten zur Umweltbildung. „Mit diesem Angebot sorgt der Verein unter anderem für den Nachwuchs im Naturschutz“, hob die Erste Kreisbeigeordnete hervor. Gegründet wurde die GNA vor rund 15 Jahren in Rodenbach. Als gemeinnützige Naturschutzorganisation engagiert sie sich für den Schutz, Erhalt und die Entwicklung der Lebensräume wildlebender Tiere und Pflanzen.

Wie „Naturschutz vor der Haustür“ ebenfalls funktionieren kann, zeigt das Ehepaar Ursula Rothe und Max Klingenberg. Die Biologen aus Gelnhausen haben zwei verwilderte Grundstücke mit insgesamt 4400 Quadratmeter in Gelnhausen erworben. Mit ihren Kindern Elisabeth, Luise und Malwine haben sie die beiden Grundstücke in mühevoller Arbeit wieder als naturnahe Streuobstwiesen hergestellt. „Diese beispielhafte Aktion würdigen wir mit einem Sonderpreis in Höhe von 500 Euro, als Dank und Anerkennung für den ehrenamtlichen Einsatz“, sagte die Erste Kreisbeigeordnete. Die Familie hat auf den komplett verwilderten Grundstücken mit großem Einsatz die Rodung von etlichen Brombeerbüschen vorgenommen, fast 50 hochstämmige Obstbäume neu gesetzt und Nisthilfen angebracht. (pm) +++


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