Das DLRG sorgt für Sicherheit an vielen Badeseen - Fotos: ON

REGION Tipps für eine sichere Badesaison

Mit den Temperaturen steigen die Badetoten

02.07.21 - Sommer, Sonne, Baden – was nach einem perfekten Tag klingt, kann auch ganz schnell gefährlich werden. Denn jeden Sommer häufen sich Meldungen über schwere Badeunfälle in Flüssen, Seen, Pools oder im Meer. Schwimm-Programme wie das von der RhönEnergie Fulda und dem DLRG Bezirk Osthessen-Fulda initiierte "swim4you" sollen das ändern. Schon einfache Baderegeln können das Schlimmste verhindern. OSTHESSEN|NEWS stellt Ihnen die wichtigsten vor.

OSTHESSEN|NEWS begleitet die Aktion "swim4you" als Medienpartner und hat bereits über das Thema berichtet.
 
Mit den steigenden Temperaturen im Sommer steigt auch alljährlich die Gefahr von tödlichen Badeunfällen. Ein Blick in die Nachrichten der vergangenen Wochen ist trauriger Beweis dafür: Im Kreis Offenbach wurde ein Mann tot aus einem Badesee gezogen, in einem Mannheimer See starb ein achtjähriges Mädchen und in Dresden ertrank ein junger Mann in einer Kiesgrube.
 
Es sind nur drei Fälle aus vielen, die zeigen, wie gefährlich der Badespaß im Sommer werden kann. Die Ursachen dafür sind ganz unterschiedlich - missachtete Baderegeln, schlechte Schwimmfertigkeiten, unterschätzte Gefahren und immer wieder auch Alkohol, Leichtsinn und Selbstüberschätzung.  

So viele Badetote gab es 2020

Die Aktion soll ein Zeichen im Kampf gegen das Nichtschwimmen setzen

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) zählte im vergangenen Jahr mindestens 378 Badetote. Rund 88 Prozent davon starben in Flüssen oder Seen, wo oftmals nur wenige Stellen von Rettungsschwimmern überwacht werden. Besonders tragisch: Immer wieder sind auch Kinder oder Jugendliche unter den Opfern. 2020 starben 18 Kinder im Vorschul – und fünf Kinder im Grundschulalter. Viele, weil sie keine Möglichkeit haben, richtig schwimmen zu lernen.
 
Die Corona-Pandemie dürfte diese Problematik in den nächsten Jahren noch verstärken. Schwimmbäder blieben viele Monate geschlossen, zahlreiche Schwimmkurse fielen aus. Die DLRG warnte bereits mehrfach vor einer Generation an Nichtschwimmern. Hinzu kommt, dass es für viele Kinder seit dem vergangenen Sommer eine weitere Gefahrenquelle gibt. "2020 haben sich sehr viele Menschen einen Pool zuhause angeschafft, auch dort ist besondere Vorsicht geboten", warnt Michael Hohmann, Präsident der DLRG Hessen.

Knietiefes Wasser kann für Kinder lebensgefährlich sein

Am besten schützt eine gute Schwimmausbildung

Denn für Kinder kann schon knietiefes Wasser gefährlich werden. "Und dabei reden wir nicht von der Kniehöhe eines Erwachsenen, sondern der Kniehöhe des Kindes", so Hohmann. Deshalb mahnt er zu besonderer Aufmerksamkeit. "Man sollte die Kleinen nicht aus den Augen lassen, das Handy kann warten. Wenn es draußen still wird, ist meist schon etwas passiert."
 
Aber nicht nur Kinder sind gefährdet, immer wieder trifft es auch Erwachsene und vermeintlich sichere Schwimmer, oftmals weil sie sich selbst überschätzen oder leichtsinnig handeln. Die größte Gefahr besteht dabei in Seen und Flüssen. Zum einen sind diese kaum von Rettungsschwimmern überwacht und zum anderen lauern gerade dort viele Gefahren, wie überraschende Untiefen, veränderte Strömungen und Unterwasserhindernisse. Hohmann rät daher dazu, nur ausgewiesene Badeseen zu besuchen. "Davon gibt es ja gerade in Osthessen einige, die auch alle geöffnet sind. Vor allem ist dort aber auch Rettungspersonal vor Ort, welches im Fall der Fälle eingreifen kann."
 
Auch die von der DRLG herausgegeben Baderegeln können dabei helfen, schwere Unfälle zu verhindern:

- Kühlen Sie sich ab, bevor Sie ins Wasser gehen.
- Verlassen Sie das Wasser sofort, wenn Sie frieren.
- Gehen Sie nur zum Baden, wenn Sie sich wohl fühlen.
- Springen Sie nur ins Wasser, wenn es tief genug und frei ist.
- Überschätzen Sie Ihre Kraft und Ihr Können nicht.
- Rufen Sie nie um Hilfe, wenn Sie nicht wirklich in Gefahr sind, aber helfen Sie anderen, wenn sie Hilfe brauchen.
- Luftmatratze, Autoschlauch und Gummitiere bieten keine Sicherheit.
- Baden Sie nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren.
- Tauchen Sie andere nicht unter!
- Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlassen Sie das Wasser sofort.
- Gefährden Sie niemanden durch einen Sprung ins Wasser.
- Gehen Sie niemals mit vollem oder ganz leerem Magen baden.
- Halten Sie das Wasser und seine Umgebung sauber, Abfälle gehören in den Mülleimer. 
 
Mit der gemeinsamen Aktion "swim4you" von RhönEnergie Fulda, DLRG Bezirk Osthessen-Fulda und Medienpartner OSTHESSEN|NEWS soll gemeinsam gegen eine "Generation Nichtschwimmer" angekämpft werden. Ambitioniertes Ziel für die Region: 600 Kindern Schwimmkurse ermöglichen. (Felix Hagemann)+++


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