Die trostlosen Bilde aus dem Hochwassergebiet an der Ahr treiben Sebastian Reinhardt weiter um - Foto: privat

REGION/AHRTAL Die Katastrophe lässt ihn nicht ruhen!

Sebastian Reinhardt startet "Hilfsaktion Wiederaufbau - Osthessen hilft!"

06.09.21 - Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal lässt Sebastian Reinhardt aus Großenlüder einfach nicht los: Nachdem er uns von seinem anstrengenden und selbstlosen Einsatz dort berichtet hat, treibt ihn jetzt die Sorge darüber um, dass es vor Ort nach wie vor an allem fehlt - vor allem an Baumaterial. Er schreibt:

Liebe Leser von Osthessen-News,

in den letzten Tagen konnten Sie in meinem persönlichen Tagebuch nachlesen und vielleicht auch nachfühlen, was ich im Katastrophengebiet im Ahrtal erlebt habe. Es war nur ein ganz kleiner Einblick in die schlimmen Zustände vor Ort. Die Schicksale der Menschen lassen mich nicht mehr los! Die Region braucht dringend Unterstützung und ich suche Kooperationspartner für eine "Hilfsaktion Wiederaufbau – Osthessen hilft!". 

Die Zustände in den Dörfern, auch Wochen nach der Flutnacht sind immer noch katastrophal! Die meisten Straßen und Brücken, die gesamte Infrastruktur, wurde überschwemmt, zerstört. Die Hälfte aller Häuser wurde unbewohnbar. Dank der vielen freiwilligen Helfer sind die meisten Gebäude nun wieder im Rohbauzustand – Heizung, Elektrik, Verputz, Estrich und Decken – alles musste raus und war teilweise schon mit Schimmel überzogen. Mittlerweile liegen mir Berichte aus erster Hand vor, dass sich Versicherungsunternehmen aus ihrer Pflicht winden. Die Menschen werden im Stich gelassen und sind auf sich allein gestellt.

Gebraucht wird im Hochwassergebiet alles an Baumaterial Symbolbilder: pixabay

Mit Blick auf den nahenden Winter, muss der Wiederaufbau nun schnellstens erfolgen. Aber es herrscht ein großer Mangel an Baustoffen aller Art: Bautrockner, Verputzmaterial, Mörtel, Estrich, Elektro- und Sanitärmaterialien, Holz- und Steinbaustoffe, sowie Dämmmaterialien. Auch Kleineisenteile wie Schrauben, Dübel, Winkel, etc., sowie Elektrowerkzeuge und die jeweiligen Verschleißteile wie z.B. Meißel, oder Trennscheiben werden dringend benötigt.

Viele der Handwerksbetriebe im Flutgebiet sind selbst betroffen, ihr Materiallager und Werkzeuge wurde von den Fluten mitgerissen. Über 3.000 Gebäude müssen wieder instandgesetzt werden. Daher meine eindringliche Bitte an Sie: Helfen auch Sie den Menschen im Ahrtal. 

Eine Vielzahl von osthessischen Handels-, Handwerks- und Produktionsbetrieben wurde bereits um Mithilfe gebeten. Ich bin mir sicher, dass in vielen Lägern dieser Betriebe Restanten, Anbrüche, Kundenrückläufer, etc. schlummern, die nur auf einen neuen, sinnvollen Verwendungszweck warten. Natürlich nehmen wir gerne auch Neuware als Spende an.

Auch in vielen Privathaushalten gibt es mit Sicherheit großes Potenzial an Dingen, die von der letzten Renovierung, oder vom letzten Umbau übrig geblieben sind. Vielleicht wäre auch ein Gang zum Baustoffhändler/Baumarkt ihres Vertrauens möglich, um den Menschen im Krisengebiet ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Seien Sie sich sicher – Ihre Spende kommt dort an, wo sie gebraucht wird und das nicht erst nach ein paar Monaten und nach dem Ausfüllen von Formularbergen.

Die privaten Hilfsaktionen sind sehr gut organisiert, Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet arbeiten Hand in Hand und stehen den verzweifelten Flutopfern, die bis auf ihr Leben oftmals alles verloren haben, verlässlich zur Seite. Die große Hilfsbereitschaft gibt den Menschen Mut und Hoffnung, dass der Wiederaufbau ihrer Heimat gelingen kann. Ohne unsere Unterstützung ist diese Mammutaufgabe nicht zu schaffen.

Die Firma Gärtnerei Hartmann aus Fulda, seit der Stunde Null ehrenamtlich im Einsatz, hat in Walporzheim nun ein erstes Baustofflager errichtet, in dem sich Betroffene der umliegenden Gemeinden kostenlos mit Material versorgen können. Das riesige Zelt wurde ebenfalls von einem Unternehmen aus unserer Region, der Firma Zelte Walter, gestiftet. Weitere Zentren sind in Planung. Mit der "Hilfsaktion Wiederaufbau – Osthessen hilft!" möchten wir die Flutopfer mit Materialien unterstützen und jeder ist herzlich willkommen, sich uns anzuschließen. 

Für den Transport der Hilfsgüter konnte ich eine hiesige Spedition gewinnen, die auch ihr Firmengelände als Umschlagplatz zur Verfügung stellt. Weitere Unternehmen aus unserer Region fühlen mit und möchten ebenfalls helfen. Wenn Sie eine Möglichkeit sehen, Material für die Flutopfer zur Verfügung zu stellen, freue ich mich sehr darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Spendenangebote richten Sie bitte per Mail an: [email protected]

Sie erhalten auf Ihr Angebot hin eine Antwortmail mit allen weiteren Informationen wie Abgabeort und Annahmezeiten. Wir werden die Angebote sammeln und dementsprechend den Transport ins Krisengebiet koordinieren. Die Spenden müssen stapelbar verpackt, oder auf Europaletten angeliefert werden, um die Be- und Entladung vor Ort zu vereinfachen.

Liebe Grüße

Sebastian Reinhardt
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