Ein ICE auf der Strecke im Fuldatal zwischen Mecklar und Friedlos - Archivbilder: O|N / Gerhard Manns

BEBRA / BAD HERSFELD Fernverkehrshalt sinnvoll vernetzen

Bahn-Projekt Fulda-Gerstungen: Kritik von der GDL - Bürgermeister für "pink"

09.10.21 - Vier Trassenkorridore und drei mögliche Standorte für einen Fernbahnhof: Die Pläne für den Neubau der Bahnstrecke zwischen Fulda und Gerstungen sorgen weiter für Diskussionen. Die DB Netze AG hatte am Mittwoch die Trassenkorridore vorgestellt.

Demnach ist der Bau eines Fernbahnhofs bei Unterhaun oder bei Mecklar ebenso möglich wie der Halt der Fernzüge am Bahnhof in der Kreisstadt Bad Hersfeld. Nachfolgend die Stellungnahmen der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) Ortsgruppe Bebra sowie dem Bürgermeister Wilfried Hagemann (Ludwigsau) und der CDU-Fraktion aus Neuenstein.

Thomas Mühlhausen von der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) Ortsgruppe Bebra ...

Die GDL schreibt: "Im zehnten Beteiligungsforum der Bahn zur Trassenfindung in unserem Landkreis sind jetzt vier farblich gekennzeichnete Trassenkorridore übrig geblieben. Dabei ist der Wunsch, einen Halt in der Kreisstadt Bad Hersfeld zu verwirklichen, nur in einer dieser Varianten möglich. Ganz neu im Spiel ist der Halt im nördlichsten Bereich des Landkreises HEF-ROF, in Unterhaun. Dieser Halt liegt auf der Bundestraße 27 etwa 35 Kilometer entfernt vom Bahnhof Fulda und ist mit der Cantus Bahn auf der bestehenden Trasse im Haunetal in 23 Minuten auf der Schiene zu erreichen."

"Möglichst großen Nutzen für den gesamten Landkreis"

Der Nachteil dieser Variante sei, dass dort erst ganz im Süden am Haltepunkt Unterhaun eine Entlastung der stark befahrenen Trasse, wie vonseiten der Bahn gefordert, erfolgen würde. "Wir als GDL-Ortsgruppe Bebra begleiten dieses Forum nun schon seit drei Jahren. Dabei hatten wir bei all unseren Einlassungen zum Thema und natürlich auch bei unserem eigenen Trassenvorschlag über Bebra (wie HNA und OSTHESSEN|NEWS berichtet), immer im Blick, einen möglichst großen Nutzen für den gesamten Landkreis zu erreichen."

Der Bahnhof in Bebra

Mit Blick auf die Klimaziele, die von der neuen Bundesregierung noch mehr in den Fokus gestellt werden müssen, wird eine Verlagerung auf die Schiene beim Güterverkehr unweigerlich für mehr Verkehr auch in unserem Landkreis führen. Auch das sollte bei allen Korridorvarianten im Blick bleiben. Hier wird schließlich eine Neubautrasse errichtet, die den Landkreis für Generationen beeinflusst. Fatal wäre es, die gleichen Fehler wie vor 40 Jahren bei der Trassenführung der bestehenden Schnellfahrstrecke Würzburg-Hannover, auf der unser Landkreis nur durchfahren wird und die Halte und Zustiege nur in Fulda und Kassel/Wilhelmshöhe möglich sind, zu wiederholen. Ein Fernverkehrshalt sollte dort entstehen, wo die momentanen und zukünftigen Verkehrsträger sinnvoll vernetzt werden können.

Gänzlich außer Acht gelassen wird bis jetzt immer noch die Möglichkeit der Fahrzeitoptimierung auf dem weiteren Streckenverlauf von Gerstungen nach Erfurt. Alle vorgebrachten Vorschläge im Beteiligungsforum scheiterten immer an den Fahrzeiten im Suchraum Fulda-Gerstungen. Mit Interesse und Spannung bleibt die weitere Vorgehensweise dieses Verkehrsprojektes in Nord-/Osthessen zu verfolgen, da hiervon schließlich eine Strahlwirkung über die Kreisgrenzen hinausgehen wird", so die GDL abschließend.

CDU Neuenstein für ICE-Bahnhof in Bad Hersfeld

Der ICE-Bahnhof in Bad Hersfeld ist unverzichtbar für die Region und eine Stärkung des Mittelzentrums Bad Hersfeld. Mit der verbesserten Anbindung durch den neuen Deutschlandtakt wird die Region und die Kreisstadt attraktiver für Pendler sowie für Unternehmen, die sich in der Region ansiedeln möchten. "Der Bahnhof gehört in die Stadt und nicht auf die grüne Wiese", so Roland Urstadt, der zukünftige Bürgermeister der Gemeinde Neuenstein.

Der künftige Bürgermeister Roland Urstadt (Neuenstein) Archivbild: Christoph Ernst

Dies hätten auch 13 Bürgermeister des Kreises in einer gemeinsamen Erklärung deutlich gemacht. "Ich werde den Einsatz unseres jetzigen Bürgermeisters Walter Glänzer für den ICE-Bahnhof Bad Hersfeld uneingeschränkt weiterführen", erklärt Roland Urstadt. Für den Fraktionsvorsitzenden Ingo Bernhardt ist es gerade in Zeiten zunehmender Klimaveränderung widersinnig und nicht vertretbar, wertvolle Wiesen und Ackerflächen im Fuldatal in erheblichem Maße neu zu versiegeln, wenn in Bad Hersfeld Infrastruktur und Brachflächen vorhanden sind, die ertüchtigt werden können. "Der gesamte Bereich in Bad Hersfeld von der Reichsstrasse bis zur Friedloser Strasse bietet viel Entwicklungspotenzial. Hier kann im Rahmen der Stadtentwicklung ein neues attraktives Quartier entstehen", so Ingo Bernhardt

Bürgermeister Wilfried Hagemann (Ludwigsau)


Bürgermeister Wilfried Hagemann (Ludwigsau)

Bürgermeister Wilfried Hagemann (Ludwigsau" erklärt auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS: "Mit Interesse habe ich dieses 10. Beteiligungsforum Fulda-Gerstungen verfolgt. Mir fehlt nach wie vor der offene, persönliche Dialog der handelnden Beteiligten mit den betroffenen Kommunen. In einer flapsigen Moderation werden sich konkretisierende Trassenverläufe präsentiert. Diese erinnern an einen sportlichen Massenstart mit Kommentation auf der Zielgeraden. Die vorgestellten Varianten treffen, abgesehen von der Einbindung des Hauptbahnhofes Bad Hersfeld, Ludwigsau in erheblichen Ausmaß. Tunnellösungen sind hier aufgezeigt. Aber die Querung des Rohrbachtals wird an welcher geographischen Schnittstelle auch immer, erhebliche Lärmemmissionen für die angrenzenden Ortsteile, je nach Windrichtung, auslösen. Das kann in dieser Form so nicht akzeptiert werden. Einschnitte in den Kaltluftzufluss und die Warmluftabfuhr stehen außer Frage. Eine Durchquerung des Unternehmensparkes Bad Hersfeld, trotz Hinweis auf einen möglichen Korridor von 1 Km, ist nicht realisierbar. Das FFH-Gebiet Mecklar/Meckbach würde irreparablen Schaden nehmen.

Seitens der kommunalen Gremien werde die "pinke" Variante nach Bad Hersfeld und anschließend zwischen Bad Hersfeld und Friedlos wieder in einen Tunnel Richtung Hönebach führend favorisiert und mit Nachdruck verfolgt. Diese Trassenführung birgt den geringsten Einschnitt in die vorhandenen geologischen Gegebenheiten und der existierenden Siedlungsfläche. Natürlich bedarf es in diesem Zusammenhang auch moderater Schallschutzmaßnahmen bezüglich der bestehenden Wohnbebauung", schreibt Hagemann abschließend. (hhb) +++

Reaktionen zu den Trassenkorridoren: Pink oder Bahnhof Unterhaun? - Infomarkt

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