Der Nachwuchs des JFV Burghaun/Haunetal - Alle Fotos: Bernd Vogt

BURGHAUN JFV Burghaun/Haunetal

26 einheimische Trainer coachen 100 Kids - Idee kommt bestens an

12.07.22 - Mächtig was los war am vergangenen Wochenende auf dem Burghauner Sportplatz - nicht nur beim Hildebrand-Cup der Senioren-Fußballer. Auch der Nachwuchs bekam seinen Platz und Stellenwert. Denn der gastgebende JFV Burghaun/Haunetal stieß eine nicht alltägliche Idee an: Noch aktive Trainer, Spieler oder ehemalige Spieler der sechs am JFV beteiligten Stammvereine  - RW Burghaun, SV Rothenkirchen, SG Kiebitzgrund, SV Steinbach, FC Neukirchen und FC Wehrda - trainierten den eigenen Nachwuchs. Um die 100 Kids im Alter von fünf bis 15 Jahren tummelten sich inmitten dieses Angebots, das sich sehen lassen konnte, bestens angenommen und zum vollen Erfolg wurde. 

Michael Ludwig kam aus dem Staunen beinahe nicht mehr heraus. "Es war überragend. Ein tolles Event. Wir hätten nicht gedacht, dass wir eine solch positive Rückmeldung erhalten würden", meinte der Jugendleiter des SV Steinbach - der in Wahrheit mit Tobias Herbst, Matthias Erlebach und Jörg Hildebrand das vierköpfige Vorstandsteam des JFV bildet. Die größte Freude aber bereitete ihm eines: "Wenn du die strahlenden Kinderaugen gesehen hast..." Irgendwie muss es Ludwig wissen, engagiert er sich doch seit gut zehn Jahren in der Nachwuchsarbeit. War er zunächst zwei Jahre für seinen SV Steinbach aktiv, gehört er dem JFV seit 2014 an. 

Ziel: Das Wir-Gefühl stärken - Verantwortung übernehmen

Zwei Tage hatten sich die insgesamt 26 Coaches ausgeguckt. Um 9.30 Uhr ging's los - jedes Kind erhielt eine komplette Ausrüstung: Trikot, Hose, Stutzen und, natürlich, einen Ball. In acht Gruppen wurden die Kids eingeteilt - und ihren Trainern zugewiesen. "Unser Ansatz war", sagte Ludwig, "das Wir-Gefühl zu stärken. Zwischen der Jugend und den Stammvereinen". Man könnte auch sagen: Zu sehen und zu erkennen, was Nachwuchsarbeit bedeutet, was getan werden muss, wie sie in kleineren Vereinen der ländlichen Region. Sich dem Geben und Nehmen bewusst zu werden. Verantwortung zu übernehmen. 

Die klappte offenbar gut. Denn als sich im Laufe des Samstags herumgesprochen hatte, wie gut die Veranstaltung auf dem Burghauner Sportplatz lief, kamen Kurzentschlossene hinzu und erklärten sich bereit, im Training zu helfen und unterstützen. Kräfte bekannten Namens hatten sich eingefunden auf Coaching-Seite: Steinbachs Hessenliga-Trainer Petr Paliatka etwa, seine Spieler Petr Kvaca und Sebastian Bott, Roman Schlitt und Patrick Kraft von der SG Kiebelsgrund, die Haunetaler Sebastian und Tobias Schott, Tobi Herbst oder Stefan Klawonn aus Neukirchen - um nur einige zu nennen.

Spezielle Anreize: DFB-Fußball-Abzeichen und "Sportstation Fulda"

Spezielle Dinge durften als Anreiz nicht fehlen. So bot der JFV am Samstagmittag an, das DFB-Fußball-Abzeichen zu erwerben - einen Technikparcours, auf dem Geschicklichkeit und Balltauglichkeit gefragt sind. Und die "Sportstation Fulda": eine Geschwindigkeits-Messung, ein Parcours, in dessen Verlauf es auf Dribbeln auf Zeit ankommt. Ehe am zweiten Tag, dem Sonntag, eine dritte und vierte Trainingseinheit folgten. In der letztgenannten gab's ein Abschlussturnier, in dem sich die Trainer nach und nach unter die Teams mischten.

"Einen sehr großen Zuspruch" habe sein JFV erfahren, ergänzte Ludwig. Nicht nur durch die Kinder - auch durch die Trainer, die sich prompt bereiterklärten, auch im nächsten Jahr bei dieser Sache mitzumachen. Ludwig freute sich derweil, dass die JSG Haunetal vor drei Jahren zum JFV Burghaun dazustieß. "Das hat unseren JFV richtig Schwung gegeben. Dadurch ist frischer Wind reingekommen." Stellvertretend nannte er den Neukirchner Tobias Herbst, der bei den C-Junioren mitmischt, und den Wehrdaer Volker Glebe, seit Jahren bei A- und B-Junioren aktiv.

Zum Abschluss feuern die Kleinen die Großen an - vorher war's umgekehrt

Als hätte es eines Beweises bedurft, was Verbundenheit zu den Stammvereinen und zur Region zu zeigen, gingen Finn Klawonn und Jakob Göbel voran. Beide kicken jetzt für Hessen Kassel, waren sich aber nicht zu schade, am Sonntagmorgen noch den Nachwuchs zu trainieren. In Klamotten ihres Vereins. Denn kaum hatten sie ihren Job in Burghaun hinter sich gebracht, brachen sie auf zum B-Junioren-Vorbereitungsspiel von Hessen Kassel gegen Erlensee. 

Da war noch eins, das nicht nur Ludwig auffiel. Als die Trainer der Kids nachmittags wieder beim Hildebrand-Cup der Männer kickten, feuerten die Kleinen die Großen an. Die, die sie kurz zuvor noch trainiert hatten. Da war's umgekehrt. Offenbar hatte der JFV Burghaun/Haunetal sein Ziel, das Wir-Gefühl zu stärken, erreicht. (wk) +++


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