Forscher haben die mysteriösen Hepatitis-Fälle genauer untersucht. - Symbolbilder: Pixabay

REGION Entzündung der Leber durch Viren

Forschende finden mögliche Ursache mysteriöser Hepatitis bei Kindern

28.07.22 - In den letzten Monaten machte eine seltsame Häufung an Hepatitis-Fällen bei Kindern Mediziner weltweit ratlos. Bei der Hepatitis handelt es sich um eine Entzündung der Leber, die oft durch Viren ausgelöst wird. Weltweit waren mehr als 1.000 Kinder betroffen. Am 5. April wurde in Großbritannien der erste Fall bekannt. Bis heute meldeten insgesamt 35 Länder Fälle der bislang unklaren Krankheit. Von den 1.010 betroffenen kleinen Patienten benötigten 46 eine Lebertransplantation und es starben bisher 22 Kinder.

Früh ist Forschenden ein möglicher Zusammenhang mit sogenannten Adenoviren aufgefallen. Untersuchungen auf die sonst typischen Erreger für eine Hepatitis waren ergebnislos geblieben. Adenoviren sind für viele Erkrankungen der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes und zum Beispiel für Bindehautentzündungen verantwortlich. Nun wurde seit dem ersten Bekanntwerden der mysteriösen Entzündungen intensiv nach der Ursache geforscht.

Mögliche Ursache sehen Forscher in Doppelinfektion

Als möglichen Auslöser der Leberentzündung bei Kindern unter zehn Jahren ohne bislang bekannte Ursache sehen Forschende eine Doppelinfektion mit zwei verschiedenen Viren, die in außergewöhnlichen Fällen zur gleichen Zeit auftritt. Bei den betroffenen Kindern konnten Adenoviren, die für gesunde Menschen eigentlich harmlos sind, nachgewiesen werden. In seltenen Fällen können diese bei Menschen mit Immunschwäche zwar eine Hepatitis auslösen, diese Immunschwäche lag bei den betroffenen Kindern aber nicht vor. Zusätzlich zum Adenovirus konnte noch das Adeno-assoziierte Virus 2 (AAV2) nachgewiesen werden. AAV2 allein kann keine Zellen infizieren, nutzt jedoch andere Viren als "Transportmittel" in die Zelle. AAV2 konnte von zwei unterschiedlichen Forscherteams bei 94 Prozent der betroffenen Kinder zusätzlich zu Adenoviren in hoher Konzentration nachgewiesen werden.

Bei betroffenen Kindern wurde zusätzlich eine seltene Mutation des Immunsystems vorgefunden, die in der Gruppe der Erkrankten um ein Vielfaches höher ist als in der Normalbevölkerung. Auch darin sehen die Forscher einen Erklärungsansatz. Die vorgelegten Studien müssen noch von unabhängigen Fachleuten geprüft werden.

Die Symptome einer Hepatitis sind zu Beginn der Krankheit eher unspezifisch und meist beginnt eine Erkrankung mit Übelkeit und Erbrechen, häufig begleitet von Durchfällen. Dazu kommen Müdigkeit, Bauchschmerzen und oftmals Fieber. Kommt die Leber ihrer Funktion durch die Entzündung nur noch eingeschränkt nach, färben sich zuerst die Augen und im zweiten Schritt die Haut gelb. Ein Phänomen, dass im Volksmund auch Gelbsucht genannt wird. Tritt diese Verfärbung der Haut auf, sollten sich Eltern an den zuständigen Kinderarzt wenden. (Adrian Böhm) +++


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