Bürgermeister Florian Fritzsch nimmt zwei Wochen nach Beginn der Testphase mit der partiellen Abschaltung der Straßenbeleuchtung zum 1. November in Großenlüder Stellung. - Symbolbild: Pixabay

GROßENLÜDER Bürgermeister reagiert auf Beschwerden

Abschaltung der nächtlichen Straßenbeleuchtung wird modifiziert

15.11.22 - Bürgermeister Florian Fritzsch nimmt zwei Wochen nach Beginn der Testphase mit der partiellen Abschaltung der Straßenbeleuchtung zum 1. November in Großenlüder Stellung. "Die nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung hat bei einigen Bürgern für ein gewisses Gefühl der Unsicherheit gesorgt. Das zeigen Rückmeldungen der vergangenen Tage. Alle Hinweise nehme ich selbstverständlich sehr ernst." Das schreibt die Gemeinde jetzt in einer Pressemitteilung.

Archivfoto: privat

Dieses subjektive Sicherheitsempfinden lässt sich rein objektiv nicht bestätigen. Das hat beispielsweise der Fachvortrag von Sabine Frank, Leiterin des Sternenparks im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, zum Thema "Lichtverschmutzung – Lichtimmissionen, Artenschutz und Bürgerbelange" (Lüderhaus, 09.11.2022) deutlich gemacht, bei dem sie anhand von Statistiken und Auswertungen deutlich aufzeigen konnte, dass die polizeilichen Kriminalitätsstatistiken in Fällen von ausgeschalteter Straßenbeleuchtung in anderen Kommunen keine Steigerung von Einbrüchen und sonstigen Straftaten erkennen ließen.

Neben der Betrachtung der Zusammenhänge zwischen Licht und Sicherheit standen in ihrem Vortrag darüber hinaus Hinweise zu Beleuchtungspflichten und Verkehrssicherungspflichten im Fokus. Eine gesetzlich verankerte Beleuchtungspflicht gibt es nicht. Und so haben auch schon Städte und Gemeinden im Landkreis Fulda, wie Tann (Rhön) und Ebersburg, seit einigen Jahren die Beleuchtung in der Nacht stundenweise abgeschaltet. Auch aus diesen beiden Kommunen gibt es keinerlei Erkenntnisse, die eine Verknüpfung von dunklen Straßenlaternen und einem Anstieg an Einbrüchen, Überfällen oder Vandalismus erkennen lassen.

Testphase bis Ende März

Bei der Abschaltung der Straßenbeleuchtung in der Zeit von 22:30 Uhr bis 05:30 Uhr handelt es sich zunächst um eine bis voraussichtlich Ende März 2023 andauernde Testphase. Aus technischen Gründen war die Abschaltung der Straßenlaternen durch die OsthessenNetz GmbH kurzfristig für diese Testphase nur für diesen sieben Stunden umfassenden Zeitraum möglich.

Bürgermeister Florian Fritzsch Archivfoto: O|N/Carina Jirsch

Bürgermeister Fritzsch weist daher darauf hin, dass die Testphase explizit dafür genutzt werden soll, gemeinsam mit den Ortsbeiräten wie auch dem Arbeitskreis "Energieeinsparmöglichkeiten" Modifikationen auszuarbeiten. "Die Dauer der nächtlichen Abschaltung wird reduziert", macht Fritzsch deutlich. So soll nach Auffassung von Fritzsch der Beginn der Abschaltung um eine Stunde nach hinten verschoben werden, um nicht nur Nachtschwärmern, sondern insbesondere auch denjenigen, die die vielfältigen Angebote der örtlichen Vereine (Chor- und Theaterproben, Trainingseinheiten der Sportvereine etc.) nutzen, den Weg nach Hause bei eingeschalteter Beleuchtung zu ermöglichen.

Dauer der Abschaltung wird angepasst

Weiterhin vertritt Fritzsch die Ansicht, dass morgens die Beleuchtung wieder ab 04:30 Uhr eingeschaltet werden sollte, damit der Weg zu den Bahnhöfen und das Erreichen des ersten Zuges von Großenlüder und Bimbach in Richtung Fulda erleichtert wird. Fritzsch sieht hierdurch auch eine deutliche Verbesserung für Zeitungszustellerinnen und -zusteller. "Die nächtliche Abschaltung soll in einem für die Bürgerinnen und Bürger verträglichen Rahmen stattfinden."

Die Haltestelle in Oberbimbach. Foto: Fahrgastverband Pro Bahn & Bus e.V.

Die Umsetzung dieser Modifikationen, bei denen auch neuralgische Örtlichkeiten oder Straßenzüge berücksichtigt werden können, für die eine dauerhafte Beleuchtung sinnvoll erscheint, können mit sehr aufwändigen technischen Vorarbeiten erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Fritzsch steht weiterhin zur Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung im Zeitraum der Testphase: "Bei den notwendigen Energieeinsparungen im Zuge der derzeitigen Energiekrise handelt es sich um eine Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern. Jede eingesparte Kilowattstunde hilft, dass wir und unsere Unternehmen durch diesen Winter kommen." Bei der Umsetzung der Abschaltung der Straßenbeleuchtung stand nie der monetäre Faktor, sondern immer die Energieeinsparung im Fokus. Durch die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung erfolgt eine Einsparung von rund 12.000 kWh Stromenergie pro Monat. 

Abschließend verurteilt Bürgermeister Fritzsch die populistischen Äußerungen eines rechtsorientieren Kreisverbandes aus Fulda. Die Ausführungen zeugen von Unkenntnis und dienen der plumpen Stimmungsmache. Fritzsch ist sich sicher, dass sich die Bürgerinnen und Bürger von Großenlüder davon nicht beeinflussen lassen. Sein Angebot: "Wer an einem sachlichen Austausch interessiert ist, wird im Rathaus immer offene Türen vorfinden und kann jederzeit mit mir ins Gespräch kommen." (nb/pm) +++


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