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Das Baugewerbe befürchtet mehr weniger Aufträge und mehr Stornierungen - Symboldbilder: Hans-Hubertus Braune

REGION Baugewerbe ist alarmiert

Rekord-Stornierungen von Neubau-Projekten gefährden die Bauwirtschaft

20.10.23 - Der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e. V. appelliert an die politischen Entscheidungsträger in Hessen, angesichts der jüngsten Entwicklungen im Wohnungsbau wieder Planungssicherheit und Verlässlichkeit herzustellen.

Die Untätigkeit in Berlin hat auch Auswirkungen auf Hessen, wo die Bauwirtschaft vor einer ernsthaften Krise steht, die nicht nur die kurzfristige Zukunft, sondern auch die langfristige Wohnraumversorgung gefährdet.

"Das Vertrauen der Investoren in eine stabile politische Umgebung ist verloren gegangen, und nun sehen wir die Auswirkungen im Herbst 2023 mit besorgniserregenden Stornierungen bei Neubau-Projekten", so Thomas Reimann, Präsident des Baugewerbe-Verbands. Dabei sei die aktuelle Krise keine Überraschung: "Seit Monaten haben wir Signale gesendet und Lösungen präsentiert, um dieser problematischen Tendenz entgegenzuwirken".

Es fehlt an politischem Entscheidungswillen

Doch es fehlt weiterhin an politischem Entscheidungswillen und Mut, das Problem an der Wurzel anzupacken. Während der von der Bundesregierung im Rahmen des Wohnungsbaugipfels verabschiedete 14-Punkte-Plan zwar in die richtige Richtung geht, muss außerdem weiter an der Senkung der Baukosten angesetzt werden.

Reimann betont die Notwendigkeit, den Bauprozess zu vereinfachen, um die Kosten langfristig zu senken: "Wir brauchen eine Reform, wir brauchen weniger Auflagen, weniger Gesetze, weniger Vorschriften. Das Rad müssen wir nicht neu erfinden: schon der letzten Regierung lag der ausführliche Bericht der Baukostensenkungskommission mit pragmatischen Vorschlägen vor. Er wäre die Basis einer schnell umzusetzenden Baurechtsreform und ein wesentlicher Beitrag, das verlorene Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen."

Die negative Entwicklung schlägt sich bereits in den Insolvenzzahlen in Hessen durch. So haben bereits 151 Baubetriebe laut dem Hessischen Statistischen Landesamt im ersten Halbjahr 2023 Insolvenz angemeldet. Die Sorge vor weiteren Insolvenzen steigt. Die Bauunternehmen klagen über fehlende Aufträge, die zwar noch mit Kurzarbeit aufgefangen werden können, doch dies wird keine langfristige Lösung sein.

Die hessische Bauwirtschaft ruft die Politik in Wiesbaden und Berlin nun dazu auf, die Dringlichkeit der Lage anzuerkennen und gemeinsam daran zu arbeiten, die Hindernisse für den Wohnungsbau in Deutschland zu beseitigen. Nur so kann der dringend benötigte Wohnraum geschaffen und die drohende Fachkräfteabwanderung verhindert werden. (pm) +++


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