Die Risse unter dem periodisch aus dem Basaltgestein austretenden weißen Wasserdampf dürften durch schwere Bau- und Baggerarbeiten an der benachbarten Staatsstraße entstanden sein. - Fotos: Hans-Peter Ebersburger

APRILSCHERZ Kalter Dampf oder doch nur heiße Luft?

Droht ein Ausbruch des Rhöner "Windbühel"-Vulkans?

01.04.25 - Wenn während des Konklaves im Vatikan weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt, dann ist das für katholische Christen auf der ganzen Welt in aller Regel ein (gutes!?) Zeichen, nämlich dass ein neuer Papst gewählt wurde.

Wenn über dem 477 Meter hohen "Windbühel", einem erloschenen ehemaligen Vulkankegel in der unterfränkischen Rhön, weißer Qualm in die Höhe zieht, dann ist das für die Bewohner der umliegenden Dörfer Roßbach und Zeitlofs (nur am Rande erwähnt…, übrigens überwiegend protestantischen Glaubens) freilich ein äußerst ernstes Warnzeichen. Denn das könnte womöglich doch ein böses Omen und/oder Wink mit dem mystischen Zaunpfahl dafür sein, dass ein größerer Vulkan-Ausbruch, ja eine schwere Eruption am Basalt-Berg unmittelbar bevorsteht.

Der Windbühel, ein 477 Meter hoher Vulkankegel in der unterfränkischen Rhön, steht ...

Aufgefallen ist das Phänomen dieser Tage zwei aufmerksamen Bergwanderern. Christoph Leuber war mit seinem Urgroßvater auf prähistorischen Pfaden an der Abbruchkante des Vulkankegels unterwegs, als der 96-jährige Methusalem an eine "Erscheinung" glaubte: aus dem basalen Basalt-Boden waberten beiden Wanderburschen übel-, nach Schwefel riechende Nebelschwaden um die empfindlichen Nasen. Der alte Leuber laberte daraufhin von uralten Erzählungen und Sagen rund um den "Windbühel", der junge hielt davon wenig und informierte über die beunruhigenden nasalen und mentalen Erfahrungen rund um den windigen Hügel umgehend Zeitlofs Oberbürgermeister Matthias Hauke. Und der wiederum hob das Ganze auf eine höhere Ebene, in metaphysische und physikalische Dimensionen, wenn man es so ausdrücken will.

Rauch steigt im stündlichen Turnus aus dem Basaltgestein des Roßbacher Windbühel. ...

Nationale Experten vom Seismologischen Institut aus München und Vulkanologen aus ...

Die Fachleute geben vorsichtige Entwarnung: bei dem austretenden weißen Dampf handelt ...

Hauke, in großer Sorge um seine Schäfchen, sprich Ortsbürger, informierte sofort das Seismologische Observatorium der Universität München. Die Bajuwaren schickten prompt neben ihren ausgewiesenen Fachleuten Kim Neumaier und Matthäus Franke noch zwei international renommierte Experten mit in die Hohe Rhön: Olaf Gutmutsson aus Island, der seinerzeit den Ausbruch des Eyjafjallajökul wissenschaftlich begleitete sowie den italienischen Vulkanologen Giovanni Neapolitano, welcher aktuell an Europas höchstem noch aktiven Vulkan, dem Vesuv, forscht.

Alle vier ausgewiesenen Fachleute konnten freilich unisono leichte Entwarnung geben und mit 99-prozentiger Sicherheit dahingehend beruhigen, dass der Rhöner "Windbeutel" keinesfalls unmittelbar vor einer ernsthaften Eruption steht, sondern - sozusagen in seinen letzten Zügen liegend - am Ende seiner schon Millionen Jahre andauernden erdgeschichtlichen Erkaltung im übertragenen populärwissenschaftlichen Sinne quasi "letzte Stoßseufzer" ausstößt.

Geologischer Urschrei

Begünstigt und indirekt unterstützt worden sei der gegenwärtige "geologische Urschrei" sehr wahrscheinlich durch den Aus- beziehungsweise Neubau der benachbarten Staatsstraße zwischen Zeitlofs und Roßbach. Die schweren Baumaschinen und Bagger-Grabarbeiten hätten zu Verwerfungen im Gelände und unterirdischen Rissen mit Dampfaustritt im benachbarten "Windbühel"-Basaltgestein geführt.

Am 1. April findet ein erstes Gipfeltreffen von politisch Verantwortlichen und verwaltungstechnischen ...

Zeitlofs Oberbürgermeister Matthias Hauke möchte den Windbühel in die gemeindliche ...

Alternativ schwebt dem Schultheiß mit  dem fruchtbaren Kondenswasser eine Koi-Karpfen-Zuchtanlage ...

Dieses Phänomen, das verbliebene eine Prozent sozusagen, sollte man indes vor Ort energie-technisch nutzen, rieten die Fachleute. Hauke schwebt in diesem Zusammenhang eine Nah-Wärme-Versorgung (NWV) für alle Zeitlofser Ortsteile an. Im Zuge des Straßenbaus und der demnächst neu zu verlegenden unterirdischen Südlink-Trasse könnte man parallel "in einem Aufwasch", wie der OB sagt, Heizungsrohre verlegen, die den Dampf kanalisieren und für die Gemeinde gewinnbringend verwerten - und außerdem "als Zusatzprodukt" den stündlich ausbrechenden Geysir am "Windbühel" als Touristenattraktion sowie dessen Spritzwasser für ein Kneipp-Tretbecken nutzen. Sogar eine Koi-Karpfen-Zuchtanlage scheint mit dem dampfenden "Fruchtwasser" nicht ausgeschlossen. Eine erste Ortsbesichtigung und Zustandsbeschreibung soll noch am heutigen 1. April mit allen zuständigen Behördenvertretern und politisch Verantwortlichen stattfinden.

Das könnte dann der erste Tropfen auf dem sprichwörtlichen heißen Basaltstein oder Wasser gegen die Mühlen all jener Kritiker sein, die dem Zeitlofser Schultheis noch heute dessen gescheiterten Großprojekte wie die "Verlagerung der Bad Brückenauer Sinnflut" in die Kerngemeinde oder die "Errichtung eines ICE-Bahnhofs in Dorfnähe" an der DB-Schnellbahn-Strecke vorwurfsvoll immer wieder auf dem politischen Fehlplanungs-Tablett servieren.

Somit käme aus dem periodischen Dampfkessel in den Tiefen des größtenteils erloschenen Rhöner "Windbühel"-Vulkans nicht nur heiße Luft… . (Hans-Peter Ebersburger) +++


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