Ab März werden Zecken aktiver – und damit steigt das Risiko für gefährliche Infektionen wie FSME und Borreliose. - Symbolbild: Pixabay

REGION Zeckenalarm!

FSME und Borreliose - Gefahr frühzeitig erkennen und richtig behandeln

02.04.25 - Ab März werden Zecken aktiver – und damit steigt das Risiko für gefährliche Infektionen wie FSME und Borreliose. Eine schnelle Diagnose und die richtige Behandlung sind entscheidend, um gesundheitliche Folgen zu vermeiden. MUDr. Jakub Ježek, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen, klärt auf.

Der Frühling lockt nicht nur uns nach draußen, sondern auch Zecken. Besonders nach Regen sind die kleinen Blutsauger auf der Suche nach einem Wirt – und das kann gefährlich werden. Denn Zecken können unter anderem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose übertragen, die beide schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können, warnt der Mediziner.

Lähmungen, Koordinationsprobleme oder Gedächtnisstörungen hinterlassen

"FSME ist eine durch Viren verursachte Hirnhautentzündung, die gravierende neurologische Folgen haben kann", erklärt MUDr. Jakub Ježek, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen. Erste Anzeichen sind grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. In schweren Fällen kann FSME dauerhafte neurologische Schäden wie Lähmungen, Koordinationsprobleme oder Gedächtnisstörungen hinterlassen. "Da es keine ursächliche Behandlung für FSME gibt, können wir nur die Symptome lindern", so Ježek. Eine FSME-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission für Personen empfohlen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten oder dort arbeiten. Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden im Jahr 2023 insgesamt 475 FSME-Fälle gemeldet, die meisten davon in Bayern und Baden-Württemberg.

MUDr. Jakub Ježek, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus ...Foto: Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen

Weitaus häufiger als FSME ist die Lyme-Borreliose, die durch Bakterien ausgelöst wird. "Ein typisches Symptom ist die sogenannte Wanderröte – ein roter Fleck, der sich einige Tage nach dem Stich um die Einstichstelle bildet", erklärt der Notfallmediziner. Muskel- und Gelenkschmerzen sowie grippeähnliche Beschwerden können hinzukommen. "Hier können wir die Krankheit gut mit Antibiotika behandeln. Entscheidend ist jedoch die frühe Diagnose", so Ježek. Laut RKI kommt es nach einem Zeckenstich nur bei 0,3 bis 1,4 Prozent der Fälle zu einer Borrelien-Infektion. Unbehandelt kann Borreliose zu einer Neuroborreliose mit Nervenentzündungen, Lähmungen oder chronischen Schmerzen führen.

Schnelle Diagnose und zielgerichtete Therapie vor Ort

"Unsere interdisziplinären Teams sind auf die komplexen Auswirkungen von zeckenbedingten Erkrankungen bestens vorbereitet und bieten Patientinnen und Patienten eine umfassende Diagnostik und Therapie auf höchstem Niveau", betont der Chefarzt. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Notaufnahme und Innere Medizin werde eine schnelle und sichere Behandlung sichergestellt.

Zecken richtig entfernen – Fachwissen schützt vor Komplikationen

Ein zügiger und korrekter Umgang mit Zeckenstichen kann das Risiko einer Infektion senken. "Zecken sollten immer möglichst schnell entfernt werden – und zwar gerade heraus, ohne Drehbewegung", rät Jakub Ježek. Beim Herausdrehen könnte die Zecke Speichel und möglicherweise Krankheitserreger in die Wunde abgeben. Am besten eignen sich dafür spezielle Zeckenzangen oder Zeckenkarten, die in Apotheken erhältlich sind. Sollten Reste der Zecke in der Haut verbleiben, ist das meist unproblematisch, jedoch sollte die Stelle beobachtet werden, da lokale Infektionen auftreten können.

"Wenn nach einem Stich grippeähnliche Symptome oder eine Wanderröte auftreten, sollte sofort ärztlicher Rat eingeholt werden", empfiehlt der Experte. Besonders wichtig sei die Abklärung von neurologischen Symptomen wie Lähmungen, Schwindel oder Kopfschmerzen. (mmb/pm) +++

So beugen Sie Zeckenstichen vor:

- Hohes Gras und Büsche meiden – hier halten sich Zecken bevorzugt auf.
- Geschlossene, helle Kleidung tragen – so sind Zecken schneller sichtbar.
- Socken über die Hosenbeine ziehen – das erschwert es Zecken, auf die Haut zu gelangen.
- Insektenabwehrmittel nutzen – ihre Wirksamkeit ist allerdings begrenzt.
- Nach einem Aufenthalt im Freien Körper und Kleidung gründlich nach Zecken absuchen.
- FSME-Impfung – insbesondere für Personen, die in Risikogebieten leben oder dort aktiv sind.
- Zeckensichere Kleidung – mit speziellen Insektenschutzmitteln behandelte Kleidung kann das Risiko von Zeckenstichen zusätzlich senken.


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön