Große Teile der "Dicken Eiche" bei Hünfeld-Nüst wurden beschädigt - Fotos: Philipp Gerhard

HÜNFELD "Ich bin sehr traurig"

Jahrhunderte altes Wahrzeichen von Nüst durch Sturm stark beschädigt

20.08.26 - Während in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag ein Sturm in der Region wütete, Scheunen zum Einsturz brachte und reihenweise Ziegel von den Dächern schleuderte, wurde im Hünfelder Stadtteil Nüst (Landkreis Fulda) ein für den Ort sehr wichtiges Wahrzeichen in Mitleidenschaft gezogen. Die "Dicke Eiche" ist durch das Unwetter stark beschädigt worden.

Die Eiche existiert seit über 250 Jahren und hat auch einen eigenen Grillplatz, der erst im vergangenen Jahr neu eröffnet wurde. Seit 2022 kümmert sich der Heimat- und Kulturverein Nüst um die Erhaltung der Örtlichkeit. Nun sitzt der Schock bei den Anwohnern natürlich tief - große Teile des Baumes sind abgebrochen, etwa die Hälfte der Krone fehlt.

Ein Motorradfahrer auf der Durchreise machte sich ein Bild von der Lage ...

Erste Fotos bekamen wir von einem Leser aus Nüst, der sich erschüttert darüber zeigte, wie es nun bei der Dicken Eiche aussieht. Über 250 Jahre ist der Baum mittlerweile alt: "Wenn ich mir das vorstelle - meine Vorfahren kamen 1802 nach Nüst und da stand sie schon. Ich bin sehr traurig", hieß es in der Zuschrift.

Die Eiche ist über 17 Meter hoch, ihre Krone rund 22 Meter breit und der Stamm hat einen Umfang von etwa 5,5 Metern - also wirklich und wortwörtlich eine dicke Eiche. In der Vergangenheit wurden bereits Tragseile angebracht, um die dicken Äste mit ihrem enormen Gewicht zusätzlich zu stabilisieren.

Foto: Manfred Aha

Die Dicke Eiche ist eine Identifikationsfigur für den Ort

Vor Ort traf OSTHESSEN|NEWS einen Motorradfahrer auf der Durchreise, der eigentlich aus Bremen kommt und sich viel mit Holz beschäftigt. "Da dachte ich, wenn hier schon ein Verweis auf eine dicke Eiche steht, schaue ich mir das mal an. Das ist aber natürlich sehr schade", so der Motorradfahrer, der auch über die beachtliche Dicke des Baumes erstaunt war. "Ein ganz schöner Brummer", sagte er. Die abgebrochenen Äste könnten angesichts ihres Durchmessers schon selbst als eigene Bäume durchgehen.

Auch Ortsvorsteher Tobias Olbrich zeigt sich betroffen. "Das war natürlich ein Schock für uns alle, zu sehen, welche Kraft die Natur hat", so der Ortsvorsteher. Besonders weil die Eiche eine so wichtige Identifikationsfigur für den Ort ist, trifft der Schaden die Bewohner von Nüst hart. Die Dicke Eiche findet sich außerdem auf einem Blechschild am Ortseingang und auf dem Logo des Heimatvereins - das zeigt: Sie ist mehr als nur ein Baum.

Besitzer des Baumes ist offiziell die Stadt Hünfeld. Wie es nun mit der Dicken Eiche weitergeht, bleibt abzuwarten. Zunächst soll der Bereich gesperrt werden. Auch ein Baumsachverständiger wurde hinzugezogen, um sich die Schäden genauer anzuschauen. Derzeit hofft Ortsvorsteher Olbrich, den Baum, der bereits in der Vergangenheit einen Schimmelbefall hatte, erhalten zu können. (pg) +++

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