FULDA Das Ende einer Ära

"Hinter jeder Stelle steht ein Mensch": Tegut-Aus erschüttert die Region

21.08.26 - Der Schock bei den Tegut-Beschäftigten sitzt tief: Auch wenn es leider keine Überraschung war, wurde am Freitag bekanntgegeben, dass es auch für die Zentrale der Supermarktkette aus Fulda keine Zukunft gibt. Betroffen davon sind rund 470 Mitarbeiter.

Vor 80 Jahren wurde die Supermarktkette in Fulda gegründet. 2013 hatte das Schweizer Unternehmen Migros Zürich Tegut komplett übernommen. Im März 2026 wurde klar, dass es für Tegut jedoch nicht mehr weitergeht. Die bestehenden Märkte sollen von Rewe und Edeka übernommen werden - hier wartet man gespannt auf die bisher ungewisse Freigabe durch das Kartellamt.

Die Tegut-Zentrale in Fulda schließt Fotos: Marvin Myketin

Nicole Schmitt-Felgenhauer, Geschäftsführerin der IHK Fulda, erklärt gegenüber OSTHESSEN|NEWS: "Die Nachricht der Schließung der Tegut-Zentrale ist ein riesiger Einschnitt für unsere Region und die denkbar schlechteste Nachricht, die es hätte geben können für die Mitarbeiter. Tegut ist ein wichtiger Arbeitgeber. Unser Augenmerk gilt es, darauf zu legen, wo die Mitarbeiter neue Anstellung finden." Und weiter erklärt sie: "Wir hoffen, dass das Kartellamt wohlwollend und sensibel prüft, inwieweit Standorte übernommen werden können, und hoffen auf positives und grünes Licht, um Filialen und Arbeitsplätze zu sichern."

IHK-Geschäftsführerin Nicole Schmitt-Felgenhauer

Landrat Bernd Woide (CDU) Archivfoto: ON/Carina Jirsch

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) Archivfoto: ON/Martin Engel

Gemeinsames Statement von Landrat und Oberbürgermeister

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Landrat Bernd Woide (beide CDU) äußerten sich am Freitagmittag in einem gemeinsamen Statement auf Nachfrage von O|N: "Mit tiefem Bedauern haben wir von der endgültigen Schließung der Tegut-Zentrale am Gerloser Weg erfahren. Damit verliert unsere Stadt und unsere Region die Schaltzentrale eines traditionsreichen und zugleich innovativen Unternehmens, das seit vielen Jahren fest hier verwurzelt ist und von vielen Menschen sehr geschätzt wird."

Und weiter erklären sie: "Besonders schmerzt der Verlust von 470 Arbeitsplätzen. Wir hoffen, dass im Rahmen des Interessenausgleichs faire Lösungen gefunden werden. Hinter jeder einzelnen Stelle stehen Menschen, Familien und persönliche Lebenswege. Wir wünschen den engagierten und qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie hier in der Region schnell neue, ihren Fähigkeiten und ihrer Erfahrung entsprechende berufliche Perspektiven finden."

470 Mitarbeiter werden an der Zentrale entlassen

Nun bleibt abzuwarten, wie das Kartellamt über die Übernahme der Filialen durch Rewe und Edeka entscheidet. Die Region hofft, dass diese Entscheidung positiv für die wichtige Versorgung im ländlichen Raum ausfällt. (Moritz Pappert) +++

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