"Fulda! Seid ihr gut drauf? Habt ihr Bock?!" – spätestens mit diesem Ruf war der Museumshof endgültig in Euphorie verfallen. 1.300 Besucher erlebten am Sonntag einen energiegeladenen Konzertabend mit Beyond The Black, die im Rahmen der Eventreihe "Kultur.findet.Stadt" nach Fulda gekommen waren. - Alle Fotos: Martin Engel

FULDA 1.300 Metal-Fans im Museumshof

Beyond The Black begeistern beim Stadtfest-Finale!

24.08.26 - "Fulda! Seid ihr gut drauf? Habt ihr Bock?!" – spätestens mit diesem Ruf war der Museumshof endgültig in Euphorie verfallen. 1.300 Besucher erlebten am Sonntag einen energiegeladenen Konzertabend mit Beyond The Black, die im Rahmen der Eventreihe "Kultur.findet.Stadt" nach Fulda gekommen waren. Zugleich bildete der Auftritt den Abschluss des Stadtfest-Programms – an einem lauen Spätsommerabend, wie er kaum passender hätte sein können.

Erwartungsvolle Stimmung schon vor dem ersten Ton

Lange bevor die ersten Töne erklangen, füllte sich der Museumshof. Wer früh kam, sicherte sich einen Platz nahe der Bühne, die Übrigen verteilten sich dicht gedrängt über das Gelände. An den Ausschankstellen bildeten sich Schlangen, das Bier floss reichlich – und zwischen den Gesprächen mischte sich jenes erwartungsvolle Gemurmel, das man nur vor einem großen Konzert hört.

Bemerkenswert war die Mischung des Publikums. Neben Jugendlichen standen Besucher, die die Anfänge der Band vor über einem Jahrzehnt miterlebt haben. Bandshirts unterschiedlichster Generationen, hier und da eine Kutte, dazwischen Familien und Freundesgruppen: Der Museumshof zeigte an diesem Abend, wie verbindend Rockmusik über Altersgrenzen hinweg wirken kann.

Oversense heizen kräftig ein

Für den Auftakt sorgte die Band Oversense aus dem bayerischen Obersinn, das unmittelbar an der Grenze zu Hessen liegt. Die vierköpfige Gruppe heizte den Gästen mächtig ein: Nebelmaschinen pusteten dichte Schwaden über die Bühne, das Schlagzeug donnerte, die E-Gitarren setzten mit voller Wucht ein – und plötzlich stand ein gewaltiger Klang zwischen den historischen Fassaden des Museumshofs, der sich an den Mauern brach und zurückwarf.

"Fulda, let's go!" – die Menge antwortete mit einem Grölen, das über den ganzen Hof rollte. Tief aus der Kehle kommende Growls setzten dabei markante Kontrapunkte zu den melodischen Passagen. Bereits beim zweiten Stück zeigte sich die dynamische Bandbreite: deutlich ruhiger, fast ätherisch begann es – nur um binnen weniger Takte umzuschlagen in jenen Wechsel aus zurückgenommenen und hochintensiven Passagen, der für das Genre so typisch ist.

Große Inszenierung mit Jennifer Haben

Als schließlich Beyond The Black die Bühne betraten, war der Museumshof restlos in Feierlaune. Auf ihrer "Break the Silence"-Sommertour brachte die Band zahlreiche Songs ihres im Januar erschienenen Albums mit nach Fulda. Die gesamte Show war energiegeladen und groß inszeniert.

Die Richtung gab dabei Frontfrau Jennifer Haben vor: Immer wieder sprach sie die Menge direkt an und forderte die Fans heraus – ein Wechselspiel zwischen Bühne und Publikum, das den Abend trug. Während die Musik lief, senkte sich langsam die Dämmerung über den Museumshof, der Nebel auf der Bühne fing das Licht zunehmend intensiver ein, und die Konturen der umliegenden Gebäude verschwammen. Stück für Stück verwandelte sich die Kulisse in eine eigene kleine Bühnenwelt.

Eine Band mit internationaler Erfolgsgeschichte

Dass Beyond The Black eine Bühne dieser Größe mühelos ausfüllen, überrascht nicht. Seit über einem Jahrzehnt hat sich die Band einen festen Namen in der Metal-Szene gemacht und trat immer wieder bei den renommiertesten Festivals des europäischen Kontinents auf – darunter Wacken, Hellfest und Graspop. Selbst in Südamerika hinterließ die Formation bereits ihre Spuren.

Ein gelungener Abschluss – und ein Ausblick

Wie Edi Leib vom Fuldaer City Marketing am Rande des Stadtfestes mitteilte, waren 1.300 Besucher zum Konzert gekommen. Damit fand das Stadtfest-Programm einen stimmungsvollen Ausklang. Die Reihe "Kultur.findet.Stadt" läuft unterdessen noch bis zum 30. August weiter.

Am Ende blieb der Eindruck eines Abends, an dem Musik genau das leistete, was sie im besten Fall kann: Menschen unterschiedlichster Herkunft und jeden Alters für ein paar Stunden zusammenbringen. Der Museumshof erwies sich dabei als idealer Rahmen – intim genug, um die Energie zwischen Bühne und Publikum unmittelbar spürbar zu machen, und zugleich groß genug für ein Konzert dieser Wucht. (Marvin Hucke) +++

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