27.10.26 - Wenn es draußen kalt wird, sich die Blätter verfärben und man morgens kaum die Hand vor Augen sieht, dann weiß man: Es ist Herbst. Kaum ein Gericht steht mehr für die bunte Jahreszeit und ist gleichzeitig so vielfältig wie die Kürbissuppe. Doch wie bereitet man den Klassiker eigentlich wie ein Profi zu? Volker Elm ist Koch, Genussbotschafter und eine Fuldaer Ikone. Er hat O|N gezeigt, dass das Grundrezept wirklich simpel ist.

Herbst-Zeit ist Kürbiszeit.
Der Kürbis ist nicht nur super vielseitig, sondern sehr gesund und somit ideal für die schmuddelig-graue Herbstzeit: "Die Natur gibt uns genau zur richtigen Zeit das richtige Gemüse. Wir bekommen durch die fehlende Sonne weniger Vitamin D und auch Phosphate sowie Kalium fehlen - und so ein Kürbis hat richtig Power", erklärt Volker Elm. Dabei muss es nicht immer die Suppe sein: Auch für ein Püree oder für ein Kürbisgulasch eignet sich das Gemüse hervorragend und einen "Ufo-Kürbis" kann man auch panieren und somit eine tolle vegane Schnitzel-Alternative schaffen.
Für das klassische Kürbissuppen-Rezept haben wir in diesem Fall die wohl gängigste Sorte, den Hokkaido-Kürbis, verwendet. Volker Elm nannte ihn scherzhaft "Kürbis für Faule", da man ihn nicht schälen muss.

Den Hokkaido-Kürbis nennt man auch "Kürbis für Faule"

Regionale und saisonale Zutaten sind das A und O

In Volker Elms "Kostbar" finden regelmäßig Kochkurse statt.
Eine Kürbissuppe eignet sich perfekt zum Experimentieren
"Wir haben heute ein ganz klassisches Grundrezept gemacht, mit Kürbis und Möhre - ich mache noch Kartoffeln mit rein für die Cremigkeit. Wir haben aber auch Orange für den Frische-Kick mit dabei und den Ingwer mit seinen ätherischen Ölen", sagt der Koch. Danach habe man aber die Möglichkeit, sich kreativ auszutoben. Man kann Kokosmilch anstatt normaler Sahne hinzugeben, um dem Gericht eine asiatische Note zu verleihen.
Man könnte mit Pesto oder getrockneten Tomaten auch in die italienische Richtung gehen - vielen ist das Kürbiskernöl am Ende auch einfach zu fettig - da bietet ein Pesto beispielsweise eine gute und spannende Alternative zum klassischen Topping. Auch gebratene Lachswürfel oder Speck könnten zusätzlich am Ende auf dem Teller landen, um den Herbst-Klassiker zu erweitern.
Die Grundzutaten, welche bei diesem Rezept nicht angebraten, sondern im Ofen gegart werden, ergeben dann fein püriert eine cremige Grundlage, deren Konsistenz mit Milch, Sahne, Weißwein oder mit einer selbstgemachten Gemüsebrühe angepasst werden kann. Durch das Hinzugeben von Flüssigkeit ändert sich zusätzlich aber auch der Geschmack, der im Falle von diesem Rezept mit einem "Ananas-Curry-Gewürz" und einem "Happy-Day-Booster" mit Zimt und Nelke seinen besonderen Charakter bekommt. "So kann man die Kürbissuppe vom deutschen Geschmack in den euroasiatischen, italienischen oder türkischen Raum bringen", erklärt der Koch - die Möglichkeiten sind also grenzenlos.

Eine klassische Kürbissuppe mit Kürbiskernöl und Kernen als Topping. ...

So könnte eine Kürbissuppe in einem hochklassigen Restaurant aussehen. Dazu geröstetes ...

Im Ofen garen die Zutaten ganz ohne viel Öl.
Das Rezept für Volker Elms perfekte Kürbissuppe
- 1 Zwiebel
- 2 Zehen Knoblauch
- Olivenöl zum Anbraten
- 1 Hokkaidokürbis
- 2 Kartoffeln
- 3 Karotten
- 2 Orangen
- 1 Stück Ingwer (daumengroß)
- 1 Liter Gemüsebrühe
- 2-3 TL "Oh Happy Day"-Gewürz
- 1 TL "Ananas Curry"-Gewürz
- 1 Bund gehackte Petersilie
- Kürbiskerne
- Kokosmilch
- Kürbiskernöl

Hier wird nichts verschwendet: Gemüsereste werden zu einer aromatischen Brühe! ...

Was man im Anschluss mit seiner Suppe macht, ist jedem selbst überlassen. ...
Zunächst Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Karotten, Kartoffeln und den Kürbis waschen bzw. schälen und in grobe Würfel schneiden. Von den Orangen die Schale abreiben, dann halbieren. Alles auf ein Backblech (ja, auch die Orangen – so geben sie später mehr Saft ab) packen und bei 200 Grad circa 25 bis 30 Minuten backen (oder bis das Gemüse weich ist).
Die Zutaten, bis auf die Orangenhälften, können nun in den Mixer. Die Orangen können zudem schon mal ausgepresst und die Gemüsebrühe erhitzt werden. Nun heißt es: Die Zutaten pürieren, den O-Saft dazugeben und mit so viel Gemüsebrühe aufgießen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist, dann mit Gewürzen nach Wahl abschmecken.
Alles in einen Topf geben, erhitzen und die Kokosmilch erwärmen sowie aufschäumen. Danach im Teller anrichten und mit gehackter Petersilie, Kernen und Öl und gegebenenfalls mit etwas Kokosschaum verfeinern. Guten Appetit! (Philipp Gerhard) +++
↓↓ alle 4 Artikel anzeigen ↓↓