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Legte gestern abend dem Amtseid mit der Formel "So wahr mir Gott helfe" ab - Martin Angelstein

- Martin Angelstein

28.03.03 - Großenlüder

Silvia HILLENBRAND (SPD) löst Helmut WILL im Rathaus ab

Zum ersten Mal gibt es seit gestern abend in der Gemeinde Großenlüder (Kreis Fulda) eine Bürgermeisterin - und zugleich auch eine Sozialdemokratin. Silvia Hillenbrand aus Fulda hatte sich als Noch-Landtagsabgeordnete im November 2002 mit 52,8 Prozent gegen den CDU-Kandidaten Günter von Keitz durchgesetzt und löst den aus Altersgründen ausscheidenden Helmut Will (CDU) im Amt ab.

Genau 138 Tage nach ihrer demokratischen Wahl hat die SPD-Politikerin Silvia Hillenbrand den "Olymp" erreicht. In Anwesenheit von mehr als 150 geladenen Gästen aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und vielen Bürgern von Großenlüder wurde sie feierlich in das neue Amt als Bürgermeisterin eingeführt. Es war wohl auch für den Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Günter von Keitz, keine leichte Aufgabe, denn schließlich war er im Wahlkampf ja der direkt Konkurrent der Sozialdemokratin. Doch daraus auch für die Zukunft irgendwelche Differenzen abzuleiten, das will auch von Keitz nicht. Er hoffe auf eine "stets offene und faire Zusammenarbeit", sagte er gestern abend. Und wörtlich fügte er an: "Alle wissen, dass Sie nicht meine Kandidatin waren, aber heute kann ich sagen: Sie sind auch meine Bürgermeisterin".

Die eigentliche Ernennungsurkunde als Bürgermeisterin der kommenden sechs Jahre händigte der 1. Beigeordnete Norbert Mengel aus. Er meinte, in dieser allgemein finanziell angespannten Lage müsse eine Bürgermeisterin "das Beste draus machen". Es sei zwar ein "Amt mit großer Machtfülle", aber sie solle sich auch stets daran erinnerin, dass sie nur "Erste unter Gleichen" (Primus interparis) sei. Gleichzeitig gab Mengel (CDU) Frau Hillenbrand drei Ratschläge mit auf den Weg: keine Geheimdiplomatie, die Gemeindevertretung und Gemeindevorstand in die Entscheidungsfindung immer mit einzubeziehen und auch andere Meinungen vorurteilslos anhören und auch mal gelten lassen.

Die offizielle wie symbolischen Übergabe des Rathaus-Schlüssels übernahm der bisherige Verwaltungschef Helmut Will, der nach 12 Jahren nicht mehr kandidierte. In seiner sehr grundsätzlichen Rede sprach Will von einer Gemeinde, die auch in schwieriger Zeit optimistisch in die Zukunft schauen könne. Dies reiche von einer intakten Infrastruktur, der leistungsfähigen und kundenorientierten Gemeindeverewaltung, über ausreichende Baugrundstücke und Bauerwartungsland bis hin zu Gewerbeflächen, die ein Wachsen dieser Gemeinde leichten machen. Auch mit den vorhandenen finanziellen Polster könnte die neue Bürgermeisterin "optimistisch in die Zukunft schauen" - und es müsse ihr vor dem Neubau des Bürgerhauses für Großenlüder "nicht bange sein". Und wörtlich sagte Will: "Sie steigen aus den Höhen des Hessischen Landtages hinab in die Auen und Niederungen der realen Kommunalpolitik - sie werden von nun an den engen Kontakt zum Bürger mit all seinen Sorgen, Nöten und Problemen ganz neu kennenlernen".

War die offizielle Amtseinführung im Rahmen einer Gemeindevertretung in knapp 30 Minuten erledigt, so zogen sich die anschließenden Glückwünsche und Grußworte über 90 Minuten. Den Auftakt machte dabei der Fuldaer Landrat Fritz Kramr (CDU), der Silvia Hillenbrand "zum wiederholten Male" gratulierte und ihr vier Wünsche mit auf den Weg gab: Das rechte Gespür dafür, dass in Großenlüder eine Gemeinschaft erarbeitet werden muss; die Erkenntnis, dass Kommunalpolitik heute anders ist als vor einigen Jahren; die Überzeugung, dass wir als Politiker bestimmte Handlungsmaxime beachten müssen und - viertens - viel Freude an der Arbeit und Erfüllung in der neuen Funktion.

Weitere Grußworte sprachen die Fraktionsvorsitzenden Josef Schaab (CDU), Robert Münker (SPD) und Manfred Ebert (UBL), der Burghauner Bürger Hohmann für die Kreisversammlung des Hess. Städte- und Gemeindebundes, Roland Spangenberg für den Personalrat, Manfred Müller von der Kolpingfamilie Großenlüder namens aller örtlichen Vereine, der katholische Pfarrer sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, Jürgen Walter.

"Ich spüre und übernehme gerne die neue Verantwortung" sagte Silvia Hillenbrand in ihrem Schlusswort. Sie sei ein "optimistischer Mensch" und glaube an einen "schönen Beruf". Schließlich wolle sie für alle Bürger da sein, mit den Bürgern arbeiten und sie nicht nur verwalten. An die Adresse des Landrates versprach sie, eine "hartnäckige Interessensvertreterin" im Landratsamt zu sein, wenn es um "unser und mein Großenlüder" gehe. Offizieller Dienstbeginn für die neue Bürgermeisterin ist der 5. April 2003 - bis zum 4. April ist sie formal noch Landtagsabgeordnete. Den bisherigen Rathaus-Chef Helmút Will wird die Gemeinde in der kommenden Woche extra in einer Feierstunde verabschieden. +++


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