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REGION NACHGEDACHT 180

Fußball und Religion? ....Gedanken von Christina LEINWEBER

ZUR PERSON: Christina Leinweber, 1988 geboren in der osthessischen Bischofsstadt Fulda, neun Jahre katholisch-private Schulausbildung – so war der Weg zum Theologiestu-dium für sie vorbestimmt und beschlossen. Es ging dann für vier Jahre Studium in die nächste Bischofsstadt Paderborn - hatte dann ihr erstes Staatsexamen in der Tasche, bestand nach einjähriger Refendarzeit in Lauterbach auch das zweite Staatsexamen und ist seit Beginn des Schuljahres 2015/2016 Lehrerin an einer Fuldaer Mädchenschule. Ihre Tätigkeit als Kolumnistin bei osthessen-news.de möchte sie auch in Zukunft fortsetzen. Sie selbst bezeichnet sich als liberal-theologisch und kommentiert (seit 180 Wochen) in der Serie NACHGEDACHT Dinge des Alltags aus ihrer persönlichen Sicht.

19.06.16 - Die Fans pilgern zum Stadion, die Fußballer bekreuzigen sich vor Beginn eines Spiels und sagen laut „Danke“ gen Himmel, wenn das erlösende Tor gefallen ist. Das sind Bilder der aktuell laufenden Europameisterschaft, die begeistern. Ist Ihnen aufgefallen, dass ich eben vier Wörter – pilgern, bekreuzigen, Himmel, erlösend – verwandt habe, die alle auch zum religiösen Vokabular gehören, aber dennoch im Fußball eine Rolle spielen? Fußball und Religion – sie beide scheinen verwandt zu sein.

Der Fußball schafft es nämlich, bei vielen Menschen zur Ersatzreligion zu werden. Das Leben kreist um das nächste Spiel, das elektrisierende Ereignis, in dem es scheinbar um „Alles“ geht. Die Begegnung im Stadion kommt einer religiösen Erfahrung gleich: Es begeistert, zieht in einen Bann, der nach Wiederholung verlangt. Auch religiöse Menschen suchen nach solchen Erfahrungen, die innerlich bewegen und antreiben.

Interessant finde ich aber auch die Kombination aus beidem: wenn gestandene Männer sich öffentlich bekreuzigen und „Danke“ nach oben blickend brüllen. Natürlich sind der Verlauf eines Fußballspieles und das Bitten um einen Sieg womöglich nicht die wichtigsten aller Bitten, die an Gott gerichtet werden. Aber viele Fußballer geben damit ganz mutig ein Bekenntnis, das für den Glauben an einen Gott wirbt.

Aber auch wenn Fußball scheinbar religiöse Züge aufweist - ausgenommen die gewalttätigen Auseinandersetzungen - so dauert ein Spiel doch in der Regel nur 90 Minuten. Und auch wenn ich sehr gern Fußball schaue und auch einen Verein favorisiere, so ist mir die christliche Religion, die mir abseits des Stadions in ruhigen und vielleicht auch einmal einsamen und scheinbar bodenlosen Zeiten Halt zu schenken vermag, die liebere Variante. (Christina Leinweber) +++


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