REGIONNachgedacht ... (212)

Wozu wäre das gut?.... Gedanken von Christina Lander

HINTERGRUNDGeboren 1988 in der osthessischen Bischofsstadt Fulda, neun Jahre katholisch-private Schulausbildung – so war der Weg zum Theologie-studium für sie vorbestimmt und beschlossen. Christina Lander studierte Germanistik und Theologie in der nächsten Bischofsstadt Paderborn. Nach dem Referendariat ging sie in den Schuldienst und arbeitet seit 2013 als Kolumnistin bei OSTHESSEN|NEWS.DE . Sie selbst bezeichnet sich als liberal-theologisch und kommentiert (heute zum 213. Mal) in der Serie NACHGEDACHT Dinge des Alltags aus ihrer persönlichen Sicht.

29.01.17 - Es gibt Schicksalsschläge, Unfälle, Begebenheiten und Ungeplantes, das uns im Leben in die Knie zwingt. Jeder von uns wird einmal oder auch mehrfach im Leben von seinem geplanten Weg abkommen. Woran das liegt, liegt oft nicht in unserer Hand und auch wenn wir selbst falsch gehandelt haben, fällt es uns schwer, die Knie wieder durchzustrecken und weiter zu laufen.

Eine Lebensweisheit lautet, dass man einmal mehr aufstehen muss, als man hingefallen ist. Doch sind wir ehrlich: Ist es nicht viel einfacher, liegen zu bleiben? In seiner Angst weiter zu beharren, in seiner Sturheit stehen zu bleiben, in seiner Traurigkeit zu verenden? Wahrscheinlich ist es das. Die Physik macht es sogar anschaulich: Liegen bleiben ist einfach, die Erde zieht uns magisch an. Aufstehen ist mit Kraft verbunden, Energie muss freigesetzt werden, damit der Körper aufsteht und die Muskeln den Leib wieder gerade und aufrecht halten.

Manchmal dauert es Tage, Wochen und Jahre bis Menschen überhaupt wieder so viel Energie spüren, die Ihnen das Aufstehen möglich macht. Und ich denke, dass Menschen auch eine Zeit liegen bleiben dürfen, damit sie genesen, damit sie erst einmal im Kopf neue Schritte planen können. Das erinnert mich immer an Elija, der über Jahre hinweg allein verbringt, sich sammelt, vom Wenigsten lebt.

Aber die Zeit kommt bei ihm, da steht er wieder auf. Denn der Mensch ist nicht zum Liegen gemacht. Und viele Menschen, die genau eine solche Dürrezeit überstanden haben, sagen nach der langen Zeit des Liegens und der Aussichtslosigkeit: Wozu wäre es gut gewesen, wenn ich liegen geblieben wäre? Wozu hätte das genützt? (Christina Lander) +++


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