Vier Bieter wollen die ehemalige Bahnstrecke zwischen Schenklengsfeld und Heimboldshausen kaufen - Archivbilder: O|N/Hans-Hubertus Braune, privat

SCHENKLENGSFELD Gemeinde signalisiert Interesse

Vier Bieter für ehemalige Bahnstrecke Schenklengsfeld - Heimboldshausen

15.02.22 - Aus gleich vier Angeboten kann der Förderverein Werra-Fulda-Bahn für seine ehemalige Bahnstrecke von Schenklengsfeld nach Heimboldshausen auswählen. Zu den Interessenten zählt auch die Gemeinde Schenklengsfeld, welche zwischenzeitlich aus dem Rennen schien. Eine Fristverlängerung wurde zunächst abgelehnt, der Verein hatte vor mehreren Wochen ein Bieterverfahren eröffnet. Nun haben die Gemeindevertreter mit Mehrheit beschlossen, die ehemalige Bahnstrecke dem Verein abkaufen zu wollen.

Der rund zwölf Kilometer lange Abschnitt der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn ist im Besitz vom Förderverein Werra-Fulda-Bahn (WFBV). Der Verein will die Bahnstrecke verkaufen und hat deshalb ein Bieterverfahren eröffnet. Ziel des Vereins ist es, dass die Strecke erhalten bleibe.

Eine Kombination verschiedener Angebote?

Die Bahn im Betrieb zwischen Schenklengsfeld und Heimboldshausen

Neben der Gemeinde möchte ein Unternehmen aus Oberhausen die Bahnstrecke erwerben, um dort eine Ausbildung für den Gleisbau anzubieten. Dementsprechend kann die Region zusätzlich profitieren. Zum einen brauchen die Lehrlinge Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten und sie können praktisch die Bahnstrecke sanieren. Ein weiteres Unternehmen kann sich die Bahnstrecke für die Entwicklung von autonomes Fahren vorstellen. Die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) ist ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen und hat ebenfalls Interesse.

Durchaus möglich sind auch eine oder mehrere Kombinationen. Zum Beispiel, die Gemeinde kauft die Bahnstrecke und vermietet die Gleise an ein Unternehmen. So hat sie die Zukunft der Bahnstrecke selbst in der Hand, etwa für eine mögliche Reaktivierung als Güterzugstrecke oder gar für den Personennahverkehr.

Laut Vorstandsmitglied Peter Wenke werde sich der Vorstand kurzfristig beraten und einen Kaufvertrag erstellen. Dieser müsse dann juristisch geprüft werden. Anschließend will der Vorstand dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Beim Bieterverfahren kann sich der Verein frei für ein Angebot entscheiden. Es sei nicht das Ziel, möglichst viel Geld einzunehmen, sondern eine sinnvolle Weiternutzung der Bahnstrecke zu erreichen. (Hans-Hubertus Braune) +++

Förderverein Werra-Fulda-Bahn will Gleisstrecke in Bieterverfahren verkaufen

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