Das Kamax-Werk in Alsfeld ist Geschichte. - Fotos: Luisa Diegel

ALSFELD Was passiert mit dem Firmengelände?

Kamax-Werk in Alsfeld ist seit Anfang Juli endgültig dicht: "Danke für Nichts!"

27.07.22 - Seit Anfang Juli ist es traurige Gewissheit: Das Kamax-Werk in Alsfeld ist Geschichte - das Unternehmen schloss Anfang des Monats die Tore am Standort "Am Kreuzweg". Im Sommer 2020 verkündete die Geschäftsleitung in einem internen Schreiben an seine Mitarbeiter das Aus für den Standort in Alsfeld. Zwei Jahre später herrscht gähnende Leere auf dem ehemaligen Firmengelände.

Alles, was bei vielen ehemaligen Mitarbeitern bleibt, ist Wut und Enttäuschung. Denn von Kurzarbeit oder keine Investitionen in die Zukunft berichteten uns bereits im Vorfeld der Verkündung der Werksschließung in Alsfeld einige Mitarbeiter. "2017 wurde eine Vereinbarung getroffen, dass wir zwei Stunden länger, also für umsonst arbeiten. Dafür wird es aber vonseiten der Geschäftsführung keine Werksschließungen oder Kündigungen bis 2022 geben", erzählte uns ein ehemaliger Kamax-Mitarbeiter vor zwei Jahren. 

Frust bei Mitarbeitern und Gewerkschaft

Auch die Bemühungen der Gewerkschaft IG Metall liefen ins Leere. Frust auch hier. "Sehr geehrtes Kamax-Management, vielen Dank für Nichts! Anfang des Monats wurde das Kamax-Werk in Alsfeld endgültig geschlossen. Wir wünschen allen Kollegen alles Gute für die Zukunft. Euch trifft keine Schuld und ihr tragt auch nicht die Verantwortung für diese Entscheidung, sehr wohl aber die Konsequenzen", schreibt die Gewerkschaft in einem Facebook-Post.

Bei dem internen Mitarbeiterschreiben, welches im Juni 2020 verschickt wurde, spricht die Leitung des Konzerns von Transformationen der Automobilindustrie und der Corona-Krise, "dadurch werden wir doppelt hart getroffen". Die Konsequenz: zwei Jahre später ist das Werk zu, 220 Mitarbeiter sind betroffen. Das Werk Homberg (Ohm) soll nun den Bereich der komplexen Formteile von Alsfeld übernehmen. Dafür wurden Maschinen verlagert, Mitarbeiter übernommen. "Mit allen Beschäftigten sind Regelungen getroffen, wie die Übernahme in die Transfergesellschaft oder auch Vorruhestandslösungen. Glücklicherweise war es uns möglich, mehr Mitarbeiter eine Weiterbeschäftigung bei Kamax anzubieten als zunächst geplant. Für dieses Angebot haben sich 34 Beschäftigte entschieden, die jetzt im Hauptwerk in Homberg (Ohm) tätig sind", erklärt Julia Sturmfels, von der Pressestelle der Kamax auf OSTHESSEN|NEWS-Nachfrage.

Amazon in Alsfeld?

Doch was passiert nun mit dem großen Firmengelände, welches 1970 gegründet wurde? Immer wieder gab es Gerüchte, der Onlineversandhändler Amazon hätte sein Interesse bekundet. "An dieser Stelle kann ich deutlich sagen, dass es keine Gespräche mit Amazon gibt", so Sturmfels. Aktuell werde geprüft, wie die Nutzung des Standortes aussehen kann. Über die zukünftige Nutzung steht das Unternehmen mit der Stadt Alsfeld im engen Austausch. 

"Wir möchten uns ausdrücklich bei allen Kollegen bedanken, die den Standort bis zur Schließung begleitet haben. Wir wissen, dass es keine einfache Situation war und schätzen deshalb die außerordentliche Teamarbeit der letzten Monate umso mehr. Als Unternehmen sind wir – auch mit unserem Hauptwerk in Homberg – der Region weiterhin stark verbunden. Uns ist es deshalb ein Anliegen, für die Weiternutzung des Geländes die bestmögliche Lösung für alle Seiten zu finden." (ld) +++


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