Festakt 50 Jahre Landkreis Hersfeld-Rotenburg in der Stiftsruine in Bad Hersfeld - Fotos: Hans-Hubertus Braune

BAD HERSFELD 50 Jahre Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Festakt mit 800 Gästen in der Stiftsruine: "Ihr habt ganz schön gewildert"

02.08.22 - Seit 50 Jahren sind die Altkreise Hersfeld und Rotenburg ein gemeinsames Paar. Die heiße Liebe war es allerdings nicht. Vielmehr waren es die jahrelangen Diskussionen um Verwaltungs- und Gebietsreformen. Am 1. August 1972 wurde dann aus den Altkreisen der Landkreis Hersfeld-Rotenburg. "Ihr habt schön gewildert", sagt Regierungspräsident Mark Weinmeister bei der Jubiläumsfeier am Montagmittag in der Stiftsruine.

Er meinte damit den neuen Zuschnitt der Landkreise. Gerade im Süden und Westen kamen insgesamt 27 Gemeinden dazu. Zum Beispiel Breitenbach am Herzberg aus dem Kreis Ziegenhain, Mühlbach, Raboldshausen, Saasen und Salzberg - und Haunetal aus dem ehemaligen Kreis Hünfeld, ebenso Mansbach, Soislieden, Oberbreitzbach und Erdmannrode. Sontra dagegen wurde dem Werra-Meißner-Kreis zugeordnet. Rund 120.000 Menschen leben im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in vier Städten, 20 Gemeinden und drei Marktgemeinden.

Stiftsruine ein wichtiges Symbol

Der erste Beigeordnete Dirk Noll (links) und Regierungspräsident Mark Weinmeister ...

Harald Preßmann, ehemaliger Sprecher der Bürgermeister im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ...

Landrat Torsten Warnecke

Beim kurzweiligen Festakt in der guten Stubb in der Region wurde auf die Anfänge zurückgeschaut, die Gegenwart beleuchtet und ein Ausblick in schwierigen Zeiten gewagt. Die Festansprache hielt der Regierungspräsident in gewohnt lockerer Form. "Vor ein paar Wochen saß ich unten im Publikum bei der Festspieleröffnung, jetzt darf ich hier auf diesen Brettern stehen. Das ist schon was Besonderes", sagte Weinmeister. Die Stiftsruine sei ein wichtiges Symbol für den Landkreis und über die Region hinaus bekannt.

Weinmeister macht sich um die Zukunftsfähigkeit des Landkreises keine Sorgen. Er wünschte der Region, dass das Ehrenamt weiter so gut funktioniere. Der Landkreis habe bewiesen, dass er Krise bewältigen könne. Allgemein möchte Weinmeister "uns noch besser gerüstet sehen" und meinte damit die Herausforderungen der Gegenwart. Wie könne es gelingen, von den Energiezulieferungen unabhängiger zu werden? "Ich warte auf die Erleichterung", sagte Weinmeister und wartet auf die Änderungen im Bundes-Immissionsschutzgesetz. "Da hat sich bisher nichts, aber auch gar nichts geändert", sagte Weinmeister auf eine entsprechende Frage von Moderator Markus Pfromm.

Rund 800 Menschen waren bei der zweistündigen Veranstaltung dabei. Eingeladen waren neben den Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung und Betriebe. Unter den Gästen waren unter anderem der ehemalige Landrat Karl-Ernst Schmidt, Landrat Manfred Görig (Vogelsbergkreis) sowie Vertreter aus den benachbarten Landkreisen Werra-Meißner und Fulda. Sogar aus der Partnerregion Hyvinkää (Finnland) ist eine Abordnung angereist.

Bergbau und Logistik

Regierungspräsident Mark Weinmeister

Der Landkreis ist vom Kali-Bergbau sowie der zentralen Lage mit den Autobahnen A 4, A 5 und A 7 und damit der Logistik geprägt. Die gute Infrastruktur ist ein Pluspunkt des Landkreises im Herzen von Europa. In den Grußworten dankten Landrat Torsten Warnecke und der Erste Beigeordnete Dirk Noll den Kolleginnen und Kollegen für ihr Engagement, gerade auch in den aktuell unsicheren Zeiten.

In einer Gesprächsrunden schilderten Petra Wiesenberg (Kreistagsvorsitzende Hersfeld-Rotenburg), Alexander Wirth (Bürgermeister Gemeinde Wildeck, in Funktion als stellvertretender Sprecher der Bürgermeister in Vertretung des im Urlaub weilenden Bürgermeister Thomas Rohrbach), Gerhard Deiseroth (ehemaliger langjähriger Mitarbeiter u. Verwaltungsleiter des Landratsamts) und Wolfgang Schuster Präsident des hessischen Landkreistags und Landrat des Lahn-Dill-Kreises ihren jeweiligen Bezug zum Landkreis und den unterschiedlichen Aufgaben.

"Ich mag es wirklich, hier zu leben"

In einer abschließenden Runde schilderten Corinna Zehender (Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte), Jasmin Krenz (Pressesprecherin) und Dennis Bolender (Jugend- und Auszubildendenvertreter), wieso sie in den Landkreis gezogen, beziehungsweise hier bleiben. Zehender stammt aus der Region Celle, ihr Mann aus Dortmund. Heute leben sie in Obergeis (Neuenstein). Dank der guten Verkehrsanbindung sind sie schnell bei ihren Familien. "Ich mag es wirklich, hier zu leben", sagt Krenz. Die Pressesprecherin des Landkreises wohnt in Hönebach (Wildeck), liebt die Nähe zur Natur und die Ruhe. Und sie ist auf der anderen Seite mit der guten Anbindung fix bei ihren Freunden etwa in Bayern, in Frankfurt am Main oder in Schweden. Die Familie, die Freunde und die berufliche Perspektive sind auch die Gründe, wieso Bolender der Region treu geblieben ist.

Die Bergmannskapelle Hattorf (Philippsthal Werra), unter der Leitung von Gerald Eichler, begrüßte Warnecke emotional. Die Bergleute erfreuten die Gäste in der Stiftsruine mit ihren Klängen. Höhepunkt und zugleich Schlusspunkt des Festaktes war das gemeinsame Singen des Steigerliedes. (Hans-Hubertus Braune) +++

Corinna Zehender (Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte), Jasmin Krenz (Pressesprecherin) ...


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