"522 Tage unschuldig hinter Gittern": Vater von Leon beklagt Justizskandal - Foto: Archiv Florian Apler

WIEN Buchvorstellung

"522 Tage unschuldig hinter Gittern": Vater von Leon beklagt Justizskandal

31.01.25 - Der Fall des kleinen Leon, der im August 2022 tot am Flussufer aufgefunden wird, sorgte weltweit für Schlagzeilen. Leons Vater, der ursprünglich aus Eichenzell im Landkreis Fulda stammt, saß wegen Mordverdacht 522 Tage in Untersuchungshaft - und klagt jetzt in seinem Buch Polizei und Justiz an. Am Freitag wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt.

Pressekonferenz zur Buchvorstellung am Freitag Screenshots (3): O|N

"Der Fall Leon - 522 Tage unschuldig hinter Gittern" erscheint erst am 6. Februar. Im Buch soll es laut Molden-Verlag um die "Mängel in der Polizeiarbeit und die skanda­lösen Methoden der Justiz" gehen. Am Freitag wurde im Presseclub Concordia in Wien in der Pressekonferenz auch das große Interesse der deutschen und österreichischen Medien am Fall Leon deutlich. Der österreichische Journalist Georg Renner moderierte die Veranstaltung: Das Buch gebe Einblicke in die Prozesse der Justiz und übe scharfe Kritik an den Ermittlungsbehörden.

Wut, Verzweiflung und Trauer

Florian Apler

Es sei "kein schöner Anlass", zu dem man zusammengekommen sei, erklärte Apler - in die Trauer mische sich Wut und Verzweiflung: Die Verantwortlichen seien immer noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden - man werde nicht ruhen, bis man den Täter findet. Das Buch habe seine Ursprünge im Gefängnis, als er Tagebuch geschrieben habe. "Ich wollte mit meinen beschränkten Mitteln etwas für meine Tochter tun, damit sie es irgendwann lesen kann. Unser Schnuffi war ein unglaublicher kleiner Junge. Die Tätersuche muss weitergehen, so etwas wird hoffentlich niemandem mehr widerfahren."

Anwalt Volker Schütz hat das Buch zusammen mit Florian Apler geschrieben ...

Mehr als 100 Ermittlungsfehler und Pannen seien geschehen, Zeugen unter Druck gesetzt worden, Scherben am Tatort nicht vollständig gesichert: "Man war blind um den Tatort", so Apler. Indessen habe er in Untersuchungshaft gesessen. "Es sind finanzielle Mittel nötig, es muss von außen gekämpft werden, um sich dagegen aufzulehnen. Freunde haben gesponsert, ich musste Kredite aufnehmen." Mehrere hunderttausend Euro habe er bereits ausgegeben, auf eigene Faust und Kosten eine Spürhundestaffel organisiert, weil das Landeskriminalamt nicht tätig geworden sei.

"Niemand hat etwas hinterfragt"

Der deutsche Rechtsanwalt Volker Schütz, der das Buch zusammen mit Apler geschrieben hat, wurde gefragt, welchen Eindruck er von der österreichischen Justiz bekommen habe: "Ermittlungsfehler passieren, aber die müssen korrigiert werden - das ist hier nicht geschehen, das ist der Skandal: Niemand hat hinterfragt, ob es nicht anders ist. Der Instanzenzug soll Fehler in der nächsthöheren Instanz eigentlich verhindern, das alles hat versagt in diesem Fall." (mau) +++

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