
Prozessauftakt: Zwei Verfolgungsfahrten, zwei verletzte Polizisten und Drogen
01.04.25 - Wegen mehrerer Vergehen steht seit Montag ein 24-jähriger Mann aus Bad Hersfeld vor dem Landgericht Fulda. Unter anderem soll er sich wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln schuldig gemacht haben. Auch in zwei Verfolgungsjagden mit der Polizei soll er verwickelt gewesen sein.
Bereits am 5. Dezember 2022 soll er in Bad Hersfeld, als er dort mit einem Audi unterwegs war, vor der Polizei geflüchtet sein. Demnach sah er offenbar ein Polizeiauto und versuchte den Abstand zu diesem zu vergrößern. Die Polizei nahm daraufhin die Verfolgung auf. Der 24-Jährige flüchtete unter anderem entgegen einer Einbahnstraße und mit ausgeschaltetem Licht. Er soll dabei mit einer Geschwindigkeit bis zu 150 km/h gefahren sein.
Auf seiner Flucht mussten, laut der Anklage, andere Verkehrsteilnehmer ausweichen. Auch soll er dabei ein Fahrzeug gerammt haben. Die Verfolgung führte auch über die B324 in Richtung Neuenstein (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Am Ende konnte die Polizei den Angeklagten stoppen. Er war ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs. Außerdem fanden die Beamten unter seinem Sitz eine Waffe mit Knallpatronen und Cannabisharz.
Weitere Verfolgungsjagd endet mit Unfall
In eine weitere Verfolgungsjagd mit der Polizei soll der 24-Jährige am 19. April 2023 verwickelt worden sein. Nach einer Unfallflucht soll er sich einer Polizeikontrolle entzogen haben. Als die Polizisten das Blaulicht und Martinshorn einschalteten, soll er Gas gegeben haben. Die Verfolgung führte im Stadtteil Hohe Luft unter anderem über die Weimarer Straße. Hier soll er mit 110 km/h durch das Wohngebiet gerast sein. Fußgänger mussten laut Anklage zur Seite springen.
Als eine Streife versuchte, ihn abzudrängen, soll er gewendet haben und auf der Wippershainer Straße weiter geflüchtet sein. Dort soll er sich einer Straßensperre entzogen haben. Im Bereich der Thorner Straße soll er schließlich mit Vollgas rückwärts gefahren sein. Dort stieß er gegen ein Polizeiauto. So stark, dass auch die Airbags auslösten. Bei dem Zusammenstoß wurden zwei Polizisten leicht verletzt. Auch hierbei soll er keine gültige Fahrerlaubnis besessen haben. Dazu soll er unter Einfluss von THC gestanden haben. Im Fahrzeug wurden erneut Drogen aufgefunden.
Drogen an verdeckte Ermittler verkauft
Der Angeklagte soll außerdem in der Zeit vom 13. April 2024 bis 10. Juni 2024 in zwei Fällen unerlaubt mit Marihuana sowie in drei Fällen mit Cannabisharz zwischen 100 Gramm und mindestens einem Kilo gehandelt haben. Dazu soll er am 24. Juli 2024 und 15. August 2024 in zwei Fällen mit Kokain Handel getrieben haben.Des Weiteren liegt ihm zur Last, am 5. September 2024 ein Kilo Mehl, welches er als Kokain ausgegeben haben soll, zum Preis von 40.000 Euro veräußert zu haben. Hier sollen die Abnehmer zwei verdeckte Ermittler der Polizei gewesen sein, die den Mann somit auf frischer Tat ertappten. Bei dem Verkauf führte er außerdem Kokain mit sich und bewahrte zur gleichen Zeit in seiner Wohnung rund vier Gramm Kokain und 114 Gramm Cannabisharz auf, welches jeweils zum gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmt gewesen sein soll. Ferner soll der Angeklagte am 12. September einen Schlagring auf einem Parkplatz bei sich geführt haben.
Es sind weiter Verhandlungstermine bis Juni anberaumt. Der Angeklagte befindet sich seit dem 13. September 2024 in Untersuchungshaft. (mp) +++