
Soll die Fuldaer Johannes-Dyba-Allee ihren Namen behalten? Das Thema nimmt nun wieder Fahrt auf. - Archivbild: O|N
FULDA
Ausschuss berät nichtöffentlich
Vertrauliche Runde im Bischofshaus: Dyba-Allee auf dem Prüfstand
27.05.26 - Soll die Fuldaer Johannes-Dyba-Allee ihren Namen behalten? Fast ein Jahr nach dem Auftakt der Debatte treffen sich die Mitglieder des neu konstituierten Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend mit Bischof Dr. Michael Gerber - in seinem eigenen Haus und Amtssitz am Michaelsberg.
Hintergrund ist der Abschlussbericht der unabhängigen Aufarbeitungskommission zum Umgang des Bistums Fulda mit sexualisiertem Missbrauch, der im Juni 2025 veröffentlicht wurde. Darin kritisierte Bischof Gerber die Rolle seines Vorgängers Johannes Dyba öffentlich.

Johannes Dyba hatte das Bistum von 1983 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 geleitet. ...Archivbild: O|N / Martin Angelstein
Dyba hatte das Bistum von 1983 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 geleitet. Ihm wird vorgeworfen, heikle Personalangelegenheiten an seinen Weihbischof Johannes Kapp delegiert zu haben, anstatt selbst einzugreifen - und von der Gefahr durch pädophile Priester gewusst haben zu müssen. In der Folge stellte die Fuldaer Kommunalpolitik die Frage, ob die am Dom vorbeiführende Johannes-Dyba-Allee - bis zum Jahr 2000 Kastanienallee - weiterhin nach ihm benannt bleiben sollte. Auch weitere Straßennamen gerieten in den Blick: die Adolf-Bolte-Straße und der Eduard-Schick-Platz, benannt nach früheren Fuldaer Bischöfen.

Der Bischof hat in seine Residenz geladen. Archivbild: O|N / Carina Jirsch

Bischof Michael Gerber Archivbild: O|N / Hendrik Urbin

Gerhard Möller, ehemaliger Fuldaer Oberbürgermeister und Sprecher der Aufarbeitungskommission ...Archivbild: O|N / Erik Spiegel
Beratung im Vertraulichen
Die ehemalige SPD/Volt-Fraktion beantragte daraufhin die Rückbenennung der Allee in Kastanienallee. Die Stadtverordnete Ute Riebold (Die PARTEI) forderte in einem eigenen Antrag, alle genannten Straßennamen zu überprüfen. Beide Anträge stehen jetzt erneut auf der Tagesordnung. Der Punkt soll nicht öffentlich behandelt werden; die abschließende Entscheidung darüber trifft der Ausschuss selbst. Weitere Stadtverordnete wären dann ausdrücklich nicht zugelassen - nur die Ausschussmitglieder selbst sind eingeladen.

Hans-Dieter Alt (CDU), Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses. Archivbild: O|N / Victor Brühl
Ausschussvorsitzender Hans-Dieter Alt beschreibt das Treffen gegenüber OSTHESSEN|NEWS als "informelle Runde" - das Besprochene werde "vertraulich" behandelt, eine gemeinsame Stellungnahme werde es danach nicht geben. Erst in einer nächsten Sitzung des Ausschusses werde man hierzu berichten können. Zugleich betont er, es sei keineswegs selbstverständlich, dass der Bischof sich dieser Diskussion überhaupt stelle. Neben Gerber nimmt auch Gerhard Möller teil - ehemaliger Fuldaer Oberbürgermeister und Sprecher der Aufarbeitungskommission.
Abschließend entscheiden die Stadtverordneten
Die Debatte zieht sich seit fast einem Jahr. Verzögerungen entstanden durch die schwere Krebserkrankung von Bischof Gerber sowie die Kommunalwahl im März, nach der sämtliche Ausschüsse neu gebildet werden mussten. Erst seit wenigen Tagen ist der neue Ausschuss arbeitsfähig. Die SPD hat zuletzt einen weiteren Antrag eingebracht, mit dem die bereits im September vereinbarten Gespräche "alsbald" umgesetzt werden sollen. Die endgültige Entscheidung über eine mögliche Umbenennung liegt bei der Stadtverordnetenversammlung. (mmb) +++
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