30.10.26 - Der überraschende Rückzug der Pächterin der Kissinger Hütte, Beverly Borg, stößt in den Kommentaren auf der Social-Media-Kanälen von OSTHESSEN|NEWS überwiegend auf Verständnis. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Verantwortlichen des Rhönklubs Bad Kissingen. Im Mittelpunkt stehen die als hoch empfundene Pacht und die Sorge, dass die Hütte ihren Charakter als gemütlicher, bezahlbarer Treffpunkt verliert. Doch auch der Rhönklub äußert sich.
Hintergrund: Beverly Borg hatte diese Woche mitgeteilt, nicht mehr als Pächterin der Kissinger Hütte zur Verfügung zu stehen. Als Gründe nannte sie in einem Social-Media-Post die aus ihrer Sicht zu hohe Pacht von 6.545 Euro brutto sowie zu wenig Mitsprache bei der Gestaltung der nach dem verheerenden Brand vom 18. März 2025 wieder aufgebauten beliebten Rhön-Hütte auf dem Feuerberg (Landkreis Rhön-Grabfeld).
"Mit Hütte hat das Ganze nichts mehr zu tun", schreibt eine Kommentatorin auf Facebook. Ein weiterer User beklagt den Verlust von "Gemütlichkeit und Wärme". Er kritisiert zudem eine aus seiner Sicht fehlende Mitsprache der Pächter und angeblich übergangene Einwände.
Ein Kommentator erinnert an Mannschaftswochenenden und Trainingslager, für die das günstige Bettenlager wichtig gewesen sei. Er befürchtet, dass solche Aufenthalte künftig zu teuer werden könnten. Andere Kommentierende zweifeln an der Wirtschaftlichkeit und der Praxistauglichkeit des Betriebskonzepts.
Ein Nutzer widerspricht dagegen der überwiegend einseitigen Schuldzuweisung. Er verweist auf die Verantwortung beider Vertragsparteien und unterstützt die Position, den Konflikt nicht öffentlich auszutragen.
Die ausgewerteten Kommentare sind nicht repräsentativ. Sie spiegeln allerdings die Sicht zahlreicher Nutzer wider.
Der Rhönklub reagierte in einer Stellungnahme.

Manfred Egert
Auf O|N-Anfrage äußert sich Manfred Egert, Vorsitzender des Rhönklubs Bad Kissingen, zur aktuellen Situation. Er betont, dass die neue Kissinger Hütte bislang den allermeisten Menschen sehr gut gefallen habe. Zur Pacht sagt er: "Die Pacht ist in dieser Höhe okay. Normalerweise könnte man bei der Investition von etwa fünf Millionen Euro in den Wiederaufbau sogar sogar 8000 Euro verlangen."
Egert verweist darauf, dass Unternehmen die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs hätten. "Dann läge die Pacht bei 5000 Euro netto." In anderen Worten: Die Pächterin hätte die Möglichkeit, die in den Pachtrechnungen enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer beim Finanzamt geltend zu machen und effektiv lediglich den Nettobetrag zu zahlen.
Weiter möchte sich Egert nicht äußern. Der Rhönklub wolle in die Zukunft schauen. "Wir gehen jetzt aktiv in die Pächtersuche und versuchen, so zeitnah wie möglich jemanden zu finden."
Die ausstehenden Arbeiten zum Brandschutz sollen in den kommenden zwei bis drei Wochen abgeschlossen sein. Damit wäre der Weg zur kompletten Eröffnung frei.
Ein Termin steht laut Manfred Egert bereits: "Am 6. Dezember veranstalten wir einen Tag der offenen Tür, bei dem sich alle ein Bild der Hütte machen können." Das Angebot gelte auch für die Kritiker, die sich auf Social Media geäußert haben.
Zum Tag der offenen Tür wird die Firma Maxi Event aus Bad Kissingen in der Küche der Hütte kochen "und die Funktionalität beweisen", so Egert. Auch diese kritisierte Beverly Borg in ihrem Post. Borg selbst konnte trotz mehrerer Versuche telefonisch nicht erreicht werden. (Karl Kovacs) +++ 
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