- Fotos: Hendrik Urbin

27.06.13 - FULDA

Es war ein ganz besonderer, schon fast historischer Tag für die Ahmadiyya-Gemeinde in Fulda. Der Grundstein für die geplante Moschee in der Edelzeller Straße - in direkter Nachbarschaft zum Mehler-Gelände - wurde gelegt. Rund 400 Mitglieder der islamischen Religionsgemeinschaft, Kommunalpolitiker sowie Vertreter der evangelischen Kirche kamen am Mittwochabend zu dieser "bedeutenden Zeremonie", wie es hieß. Und mit dabei: Mirza Masroor Ahmad - der 5. Nachfolger. Er ist seit 2003 das Weltoberhaupt, der spirituelle Führer. "Sein Besuch war für uns sehr wichtig", sagte ein Ahmadiyya-Sprecher zu osthessen-news.de. Der Kalife wohnt in London, ist derzeit aber auf Deutschland-Reise und kam aus Frankfurt am Main nach Fulda.

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist in Hessen seit kurzem als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Damit hat der Verbund als erste muslimische Vereinigung in Deutschland den gleichen Rechtsstatus wie die großen christlichen Kirchen. Die AMJ gilt als eine gemäßigte muslimische Reformbewegung mit mehr als 35.000 Mitgliedern bundesweit, 540 Mitglieder in der Region Osthessen.

Alles war perfekt vorbereitet für die Grundsteinlegung: zwei Zelte (für Männer und Frauen getrennt), hunderte Fahnen in schwarz-rot-gold und dem Ahmadiyya-Symbol und viel Technik für die Übersetzungen ins Deutsche. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Gelände sehr hoch. Die Polizei Fulda war stark vertreten. Zu Zwischenfällen kam es jedoch nicht. Sehnsüchtig warteten vor allem die Kinder auf ihr Oberhaupt. Sie sangen auf "urdu" - eine indogermanische Sprache - Gedichte etwa mit Worten "Herzlich Willkommen".

Pünktlich um 18:33 Uhr fuhr dann die schwarze Limousine - eine Daimler 500er S-Klasse mit englischem Kennzeichen - im Konvoi mit mehreren Begleitfahrzeugen vor. Sicherheitsstufe I. Umringt von mehreren Bodyguards begrüßte Mirza Masrur Ahmad die Ahmadiyyas und Vertreter der Stadt Fulda. Ganz vorne dran: Fotografen und TV-Medien wie osthessen-tv, hr oder ZDF. Auch das Muslim Television Ahmadiyya (MTA) war in Fulda vor Ort und berichtete via Satellit weltweit.

Abdullah Uwe Wagishauser, Ahmadiyya-Chef Deutschland, sagte: "Wir wollen das Miteinander in der Region stärken." Das Motto "Liebe für alle, Hass für keinen" stehe dabei immer im Vordergrund. Er berichtete von einer "stark ausgeprägten" Öffentlichkeitsarbeit. "Ängste gegenüber dem Islam sollen dadurch abgebaut werden." Ein gutes Beispiel: die alljährlich Säuberungsaktion in der Fuldaer Innenstadt am frühen Neujahrsmorgen.

Auf dem 4.500 Quadratmeter großen Areal sollen schon bald die Bagger rollen. Einen genauen Termin für den Baubeginn der Moschee gibt es aber noch nicht. Im Februar dieses Jahres hat die Ahmadiyya Gemeinde Fulda das Grundstück für 350.000 Euro gekauft. Die Moschee mit zwei Minaretten (jeweils 15 Meter hoch) und einer Kuppel sowie zwei Gebetshallen soll ohne Lautsprecher und die Möglichkeit für Ausrufe gebaut werden.

"Wir sind uns einig geworden", sagte Stadtrat Stefan Grauel. Er kam in Vertretung von Oberbürgermeister Gerhard Möller (beide CDU) und grüßte im Namen von Magistrat und allen politischen Gremien. Die Grundsteinlegung bedeute Zukunft und Vergangenheit zugleich. "Die Ahmadiyyas sind seit vielen Jahrzehnten in Fulda vertreten. Ihre Integration in der Gesellschaft ist sehr gut gelungen", betonte Grauel. So seien einige Mitglieder etwa in Vereinen engagiert. Auch wenn der Neubau der Moschee in der Öffentlichkeit nicht ganz unumstritten gewesen sei, zeige Fulda: "Wir sind tolerant. Heute wird ein deutliches Zeichen gesetzt." Toleranz und Wertschätzung seien Symbole offener Demokratie, sagte Grauel.

Von einem "guten Weg" sprach der evangelische Pfarrer Matti Fischer von der benachbarten Lutherkirche. Sein Wunsch: "Lasst uns gut zusammen wachsen, eine gute Nachbarschaft pflegen und Freunde werden." "Wir wollen untereinander und in der Stadt in Brüderlichkeit leben. Hier entsteht ein Ort der Leibe und Brüderlichkeit", sagte das weltweite Oberhaupt der Religionsgemeinschaft der Ahmadiyya. Die Moschee sei ein offener Ort, welcher neue Wege öffnet. Die Ahmadiyyas seien weltweit integriert - das beweise die rund 450 Mitglieder in Osthessen bereits seit über zwei Jahrzehnten. Der Bau der Moschee ist ein weiterer Meilenstein - auch für Toleranz und Offenheit in Fulda. (Christian P. Stadtfeld) +++


























































































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