- Fotos: Carina Jirsch

REGIONNeue Serie: Faszination Mythen und Sagen

Pfarrer Riemenschneider und der eingemauerte Teufelshund "Fuchse Hönnee"

Hintergrund:Mythen und Sagen haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Fast alle Völker der Erde haben ihre eigenen Geschichten, in denen sich die Struktur und die Werte der damaligen Zeit widerspiegeln. Naturgewalten oder Ereignisse, die für die Menschen aus früheren Zeiten unheimlich und unerklärbar waren, wurden so in eine nachvollziehbare Form gegossen und von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. Das Wissen über diese Sagen verbleibt bis heute meistens in dem Ort, in dem sie entstanden. Gerade die dunklen Wintermonate eignen sich hervorragend, um sich ein wenig zu gruseln und in die Welt der regionalen Mythen einzutauchen. Mit einer neuen Serie möchte OSTHESSEN|NEWS die schönsten Sagen Osthessens vorstellen.

27.11.17 - Vor rund 200 Jahren wurde Johann Michael Riemenschneider in Flieden Pfarrer. Das in 1757 in Fulda geborene Original, über das bis heute viele Geschichten erzählt werden, trat die Stelle an, nachdem sein Vorgänger Anton Schafsteck einer Typhusepedemie zum Opfer gefallen war.

Fuchse Hönnee

An einem Heiligen Abend, während der Christmette, schoss ein Mann vom Keutzelbuch einen Hasen. Als er zu Hause angekommen war und das tote Wild ablegte, verwandelte sich der Hase plötzlich in einen großen schwarzen Hund. Das Tier folgte dem Schützen von nun an auf Schritt und Tritt und ließ sich auch unter größter Anstrengung nicht vertreiben. Der Mann bekam es mit der Angst zu tun, glaubte er doch, vom Teufel persönlich verfolgt zu werden.


Er entschloss sich, Johann Michael Riemenschneider zu rufen. Vom Hilferuf erfahren, ließ sich der Pfarrer vom Gastwirt Martin Weber, auch bekannt als dem Hasenwirt, mit dessen Kutsche zum abgelegenen Haus des Verfolgten fahren. Auf der Höhe angekommen, begann der Geistliche sofort mit einem christlichen Ritual den Exorzismus zu beten, um den Teufel zu vertreiben. Der Hund aber wich nicht von der Stelle. Mit vereinten Kräften und unter größter Anstrengung gelang es den Männern, den besessenen Vierbeiner in den Keller des Hauses zu drängen. In letzter Not stülpten sie ihm einen Eimer über den Kopf und mauerten das Tier an Ort und Stelle einfach lebendig ein.

Wenige Augenblicke später, der Pfarrer hatte sich soeben mit der Kutsche des Hasenwirtes auf den Heimweg gemacht, wurde das Gefährt derart vom Wind erfasst, dass es bald nach links und nach rechts umzukippen drohte. Böse Geister, so waren sich die Männer einig, hätten sich der Naturgewalt bedient, um sich an Riemenschneider für dessen Tat zu rächen.


Bis zu seinem Tod am 13. April 1834, so erzählt man, habe der Pfarrer unter diesem Erlebnis sehr gelitten. Warum der schwarze Hund den Namen „Fuchse Hönnee“ erhalten hat, kann heute nicht mehr geklärt werden. (Miriam Rommel) +++

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