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NACHGEDACHT (60) NACHGEDACHT (60)

Ich kann nicht ohne mein Handy?! - Gedanken von Christina LEINWEBER

23.02.14 - Es war einmal in einem Land vor unserer Zeit, da hatte noch niemand ein Smartphone --- oder Internet --- oder Zeit. Aber Moment mal, so lange ist das doch noch gar nicht her. Ich kann mich dunkel erinnern, dass ich das Internet das erste Mal 1998 kennen gelernt habe. In diesem Jahr habe ich den klassischen Sonntagsspaziergang mit meinen Eltern nämlich in das spektakulär neue Internetcafé in meinem Heimatort gemacht. Was waren das für Zeiten, in denen man noch zu Fuß zum Internet gehen musste. Heute geht es mit uns mit – pausenlos. Eigentlich bin ich für den Fortschritt – eigentlich mag ich innovative Ideen und auch Veränderungen. Aber mittlerweile ist all das Neue für mich kein Segen mehr, sondern ich erkenne oft den Fluch darin.

Dieser Fluch kommt dann heraus, wenn man sich mit Freunden trifft, wenn man einmal in der Freizeit unterwegs ist. Dann checkt man nämlich gefühlte hundertmal seine E-Mails, seine Nachrichten und seine sonstigen aktiven Prozesse im Smartphone. Das steigert sich sogar so weit, dass ich mir ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen kann. Ein nicht verachtenswerter Teil meines Lebens spielt sich nämlich in diesem kleinen Kasten ab. Zum Beispiel habe ich nur über mein Handy die Möglichkeit, mein Patenkind zu sehen. Der Kleine wohnt viel zu weit weg. Und ich kann mal ganz schnell einem lieben Menschen schreiben, dass ich mich freue, ihn wiederzusehen. Natürlich geht das auch umgekehrt: Man kann ziemlich gut mithilfe des Smartphones streiten – man muss den anderen dabei ja nicht sehen.

Und mittlerweile schreibe ich nicht mal mehr für mich selbst Nachrichten – in den USA lesen sie ja jetzt auch mit. Da muss ich mir überlegen, was ich überhaupt schreibe, vielleicht kommt es ja irgendwann mal raus?! Vielleicht kann ich unter diesem Aspekt doch mal auf mein Handy verzichten. Ich habe ja außerdem auch kaum noch Zeit – ich muss meine Apps aktualisieren, E-Mails checken, Nachrichten beantworten, zurückrufen, das Handy aufladen, und und und... Das Ding kommt auf jeden Fall mal eine Zeit weniger aus der Tasche raus – vielleicht in der kommenden Fastenzeit. (Christina Leinweber)

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ZUR PERSON: Christina Leinweber, 1988 geboren in der osthessischen Bischofsstadt Fulda, neun Jahre katholisch-private Schulausbildung – so war der Weg zum Theologiestudium für sie vorbestimmt und beschlossen. Es ging dann für vier Jahre Studium in die nächste Bischofsstadt Paderborn - hat inzwischen ihr 1. Staatsexamen in der Tasche und ist seit Anfang November im Schuldienst des Landes Hessen. Ihre Tätigkeit als Kolumnistin bei osthessen-news.de möchte sie auch in Zukunft fortsetzen. Sie selbst bezeichnet sich als liberal-theologisch und kommentiert (seit 60 Wochen) in der Serie "NACHGEDACHT" Dinge des Alltags aus ihrer persönlichen Sicht. +++


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