Ein Lullusfest ohne "Movie Star"? Unmöglich! - Fotos: Kevin Hildebrand

BAD HERSFELD "Movie Star" nach zwei Tagen aufgebaut

Das Riesenrad fürs Lullusfest steht: Technische Neuerungen für mehr Fahrspaß

09.10.26 - Ein Lullusfest ohne Riesenrad? Das wäre wie Weihnachten ohne Lebkuchen. Ludwig Landwermann ist Schausteller aus Leidenschaft und in diesem Jahr mit dem "Movie Star" auf dem Hersfelder Lullusfest vertreten. Und nach nur zwei Tagen Aufbauzeit stand das Fahrgeschäft schon auf dem Festplatz.

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traf sich mit dem 53-Jährigen und sprach mit ihm über das Riesenrad, die Technik dahinter und Neuerungen in diesem Jahr. Außerdem gab er Einblicke in das Leben als Schausteller.

Schausteller des Riesenrads "Movie Star" Ludwig Landwermann.

Modernste Technik bei 200 Tonnen Gewicht

48 Meter hoch, 200 Tonnen Gewicht und mit 36 Gondeln ausgestattet: Das sind die technischen Daten des "Movie Star". Wobei – eigentlich trägt es noch den Namenszusatz "2", da Landwermann und seine Familie die Ausführung des Riesenrads zweimal besitzen. Maximal 216 Leute können damit gleichzeitig fahren und innerhalb von nur zwei Tagen war das riesige Fahrgeschäft aufgebaut. "Wir waren Sonntagabend noch in Ingolstadt und am nächsten Abend schon hier. Fünf Lastwagen haben das Riesenrad transportiert, die allesamt darin verbaut sind", erklärte Landwermann.

Und tatsächlich: Wirft man einen Blick unter die Laufflächen des "Movie Star", verbergen sich darunter die Achsen und Reifen der Lkws. "Die Anlage ist hochmodern, und das macht den Aufbau für uns so einfach", fügte der 53-Jährige hinzu. Sieben Leute waren mit dem Aufbau beschäftigt.

Neue QR-Codes erzählen die Geschichte von Bad Hersfeld

Landwermann erhielt das Riesenrad 2020, die diesjährige Ausgabe des Lullusfestes bedeutet den dritten Besuch des "Movie Star" in Bad Hersfeld. Neu: Drei große Sonnensegel zeigen unter anderem den Hauptgewinn der großen Lolls-Verlosung. Dazu bietet das Fahrgeschäft in seiner Mitte eine große Leinwand, auf der Animationen des Lullusfests eingespielt werden. Jede Gondel verfügt zudem über einen Panoramablick und einen extra großen, breiten Einstieg – sie bieten allesamt Platz für Gehhilfen und sogar Rollstühle.

Das jeder eine Fahrt im Riesenrad genießen kann – das ist Landwermann wichtig: "Wir haben extra einen Seiteneingang für Rollstuhlfahrer inklusive Rampe, wo man nicht anstehen muss." Für Familien mit Kinderwagen stehen extra Stellplätze bereit. Außerdem verfügen alle Gondeln seit diesem Jahr über einen QR-Code. Wer diesen mit seinem Smartphone einscannt, bekommt während der Fahrt Details zur Geschichte von Bad Hersfeld erzählt.

1994 zum ersten Mal auf dem Lullusfest

Landwermann, der seit mehreren Jahrzehnten als Schausteller unterwegs ist, war zum ersten Mal 1994 in Bad Hersfeld. Damals mit dem sogenannten Mäusezirkus. Seitdem kehrte er immer wieder zurück – und das mit Freude. "Die Leute hier leben das Lullusfest und wissen, wie man richtig feiert. Dazu sind alle sehr freundlich, egal ob Besucher oder Mitarbeiter der Stadt. Man wird hier richtig herzlich aufgenommen und dadurch sind viele Freundschaften entstanden", schwelgte der 53-Jährige in Erinnerung.

Da er nicht nur ein Riesenrad betreibt, sondern insgesamt drei, bekommt er Hilfe von seiner Frau Daniela Landwermann-Henschel und seinen Töchtern: "In diesem Jahr ist sogar mein Enkel wieder dabei. Er war schon das erste Mal hier, da war er erst wenige Wochen alt." Diese Unterstützung bedeutet ihm enorm viel. Denn wie der 53-Jährige selbst sagt: "Für das Leben als Schausteller muss man geboren sein."

Zum letzten Mal zuhause war er übrigens im März. Nach dem Lullusfest geht es für Landwermann Ende Oktober kurz in die Heimat nach Asendorf in Niedersachsen, ehe das Weihnachtsmarkt-Geschäft ansteht. "Voraussichtlich ab dem 31. Dezember haben wir dann mal etwas frei und fahren wahrscheinlich in den Urlaub", fügte er mit einem Lachen hinzu. Zeit zum Ausruhen bleibt nur wenig, schon ab Februar geht der Betrieb im neuen Jahr weiter.

Die Preise fürs Riesenrad: Keine Erhöhung

Auch nach all den Jahren macht ihm sein Beruf immer noch Freude, eine andere Entwicklung aber nicht: die gestiegenen Kosten bei der Energie und Co. Allein die An- und Abreise der Lastwagen koste mehrere tausend Euro Sprit, dazu kommen Stromkosten, die Bezahlung der Mitarbeiter sowie Abnahmen des Riesenrads durch städtisches Personal, welches auch Geld kostet. "Wenn diese Entwicklungen so weitergehen, weiß ich nicht, wie das Geschäft in ein paar Jahren aussieht."

Seine Preise erhöht hat Landwermann trotzdem nicht. Erwachsene zahlen für eine Fahrt sechs Euro, Kinder vier. Wer im Besitz eines Behindertenausweises ist, bekommt einen Euro Rabatt. Der Grund dafür sei einfach: "Ich möchte nicht, dass am Ende einer von der Familie draußen steht und zugucken muss. Bei einer mehrköpfigen Familie machen zwei Euro mehr oder weniger pro Person viel aus." Die Freude, die Landwermann mit seinem Riesenrad verbindet, möchte er mit möglichst vielen Menschen teilen. (Kevin Hildebrand) +++

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